Der Druck auf die Verantwortlichen des Cannstatter Volksfestumzugs wächst spürbar. Nachdem wir uns am 29. Juni 2026 mit einem detaillierten Forderungsschreiben direkt an die Stadt Stuttgart, den Cannstatter Volksfestverein und die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart gewandt haben, bewegt sich nun auch die Kommunalpolitik im Stuttgarter Rathaus.
Aus dem Stuttgarter Gemeinderat wurde am 9. Juli 2026 ein konkreter Antrag eingereicht, der unsere wissenschaftlich begründeten Kernforderungen an den Tierschutz vollständig aufgreift.
Update vom 17. Juli 2026: Antrag offiziell veröffentlicht
Der Antrag ist inzwischen im Ratsinformationssystem der Landeshauptstadt Stuttgart unter der Nummer 0817/2026 AN öffentlich freigegeben. Er wird gemeinsam von Linke SÖS Tierschutz und PULS – Die Stadtisten – Die PARTEI – KLIMALISTE getragen.
Trotz der Rücknahmeforderung des Cannstatter Volksfestvereins ist der Antrag damit weiterhin offiziell anhängig. Er fordert unter anderem das Ende des Schweinetriebs im Jahr 2026 und einen vollständig tierfreien Volksfestumzug ab 2027.
Zum offiziellen Antrag im Ratsinformationssystem
Update vom 16. Juli 2026: Volksfestverein fordert Rücknahme des Antrags
Der Cannstatter Volksfestverein lehnt die Forderung nach einem tierfreien Volksfestumzug ausdrücklich ab und hat die Fraktion Die Linke SÖS Tierschutz aufgefordert, ihren Antrag zurückzunehmen. Zugleich kündigte der Verein an, auch künftig an Pferden als Reit- und Zugtieren sowie an weiteren Tierpräsentationen festzuhalten.
Auch die städtische Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart verteidigt den Tiereinsatz öffentlich. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung bezeichnete sie Tiere als einen „wichtigen Bestandteil“ des Umzugs und als „Besuchermagnet“. Nach aktuellen Angaben des Veranstalters kostet der Volksfestumzug rund 120.000 Euro. Davon übernimmt in.Stuttgart 60.000 Euro und damit die Hälfte der Gesamtkosten.
Damit geht es nicht lediglich um die interne Gestaltung einer Vereinsveranstaltung. Mit erheblichen Mitteln einer städtischen Gesellschaft wird ein Veranstaltungskonzept ermöglicht und öffentlich unterstützt, an dessen Tiereinsatz der Volksfestverein ausdrücklich festhalten will. Der Hinweis, das Geld werde nur für technische Kosten verwendet, ändert daran nichts: Die finanzielle Unterstützung entlastet die Veranstaltung insgesamt.
Wir halten deshalb an unseren Forderungen fest: kein Schweinetrieb im Jahr 2026 und ein vollständig tierfreier Volksfestumzug ab 2027.
Der Hintergrund: Öffentlich geförderter Tiereinsatz
Beim 179. Cannstatter Volksfestumzug am 27. September 2026 sollen erneut Schweine, Pferde, Ziegen und Esel teilnehmen. Nach Angaben des Volksfestvereins werden bis zu 20 Schwäbisch-Hällische Schweine über einen Teil der Strecke geführt.
Transporte, Wartezeiten, große Menschenmengen, Musik, Fahrzeuge, Asphalt und zahlreiche wechselnde Reize sind Belastungsfaktoren für die beteiligten Tiere – auch dann, wenn sie von erfahrenen Haltern betreut und auf bestimmte Situationen vorbereitet werden. Entscheidend ist außerdem: Dieser Einsatz ist nicht notwendig, um Geschichte, Landwirtschaft und Brauchtum zu vermitteln.
Besonders kritisch sind:
Kostenübernahme für Zuggespanne: Im offiziellen Bewerbungsbogen kann für ein Zuggespann eine Kostenübernahme von 250 Euro beantragt werden. Dadurch wird der Einsatz tiergezogener Festwagen finanziell begünstigt.
Der „Schweinetrieb“: Bis zu 20 Schweine sollen allein für die historische Darstellung durch den öffentlichen Straßenraum geführt werden. Der geschichtliche Bezug der Schwäbisch-Hällischen Schweine macht ihren Einsatz nicht erforderlich. Die Geschichte des Volksfestes kann ohne lebende Tiere vermittelt werden.
Erhebliche öffentliche Unterstützung: Nach aktuellen Angaben kostet der Volksfestumzug rund 120.000 Euro. Davon übernimmt die städtische Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart 60.000 Euro. Im Vorjahr waren noch 66.000 Euro genannt worden. Gerade angesichts der angespannten kommunalen Haushaltslage muss sich die Stadt fragen lassen, welche Veranstaltungskonzepte sie finanziell unterstützt.
Beim 179. Cannstatter Volksfestumzug am 27. September 2026 sollen erneut Schweine, Pferde, Ziegen und Esel teilnehmen. Nach Angaben des Volksfestvereins werden bis zu 20 Schwäbisch-Hällische Schweine über einen Teil der Strecke geführt.
Transporte, Wartezeiten, große Menschenmengen, Musik, Fahrzeuge, Asphalt und zahlreiche wechselnde Reize sind Belastungsfaktoren für die beteiligten Tiere – auch dann, wenn sie von erfahrenen Haltern betreut und auf bestimmte Situationen vorbereitet werden. Entscheidend ist außerdem: Dieser Einsatz ist nicht notwendig, um Geschichte, Landwirtschaft und Brauchtum zu vermitteln.
Besonders kritisch sind:
Kostenübernahme für Zuggespanne: Im offiziellen Bewerbungsbogen kann für ein Zuggespann eine Kostenübernahme von 250 Euro beantragt werden. Dadurch wird der Einsatz tiergezogener Festwagen finanziell begünstigt.
Der „Schweinetrieb“: Bis zu 20 Schweine sollen allein für die historische Darstellung durch den öffentlichen Straßenraum geführt werden. Der geschichtliche Bezug der Schwäbisch-Hällischen Schweine macht ihren Einsatz nicht erforderlich. Die Geschichte des Volksfestes kann ohne lebende Tiere vermittelt werden.
Erhebliche öffentliche Unterstützung: Nach aktuellen Angaben kostet der Volksfestumzug rund 120.000 Euro. Davon übernimmt die städtische Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart 60.000 Euro. Im Vorjahr waren noch 66.000 Euro genannt worden. Gerade angesichts der angespannten kommunalen Haushaltslage muss sich die Stadt fragen lassen, welche Veranstaltungskonzepte sie finanziell unterstützt.
Unsere 5 Kernforderungen an die Verantwortlichen
| Forderung | Ziel & Maßnahme |
|---|---|
| 1. Verzicht auf Schweinetrieb | Kein Schweinetrieb beim Volksfestumzug am 27. September 2026. |
| 2. Stopp der finanziellen Anreize | Streichung der Kostenübernahme von 250 Euro für Zuggespanne und gleichberechtigte Förderung tierfreier Alternativen. |
| 3. Komplett tierfrei ab 2027 | Vollständige Umstellung des Cannstatter Volksfestumzugs auf ein zeitgemäßes Konzept ohne lebende Tiere. |
| 4. Kopplung öffentlicher Gelder | Die Gewährung öffentlicher Zuschüsse wird künftig strikt an ein tierfreies Veranstaltungskonzept gebunden. |
| 5. Transparente Notfall-Kriterien | Bis zur vollständigen Umstellung müssen sofort verbindliche Temperatur-, Wetter- und Abbruchkriterien veröffentlicht werden. |
Tradition zeitgemäß weiterdenken
Kultur, Brauchtum und Vereinsleben können hervorragend gewahrt und vermittelt werden, ohne Tiere unnötigen Belastungen auszusetzen. Festwagen können stattdessen von Menschenhand bewegt, durch moderne, tierfreie Lösungen unterstützt oder von den ohnehin zugelassenen historischen Traktoren gezogen werden. Landwirtschafts- und Handwerksgeschichte lässt sich durch künstlerische Darstellungen, Ausstellungen und Kostümgruppen zeitgemäß vermitteln.
Der Volksfestverein verweist auf die Haltung, Ausbildung und sorgfältige Betreuung der Tiere und hat Kritikerinnen und Kritiker zu Besuchen an den Herkunftsbetrieben eingeladen. Damit wird der Kern unserer Kritik jedoch nicht beantwortet.
Es geht nicht darum, ob die Tiere an ihrem Heimatort verantwortungsvoll gehalten werden. Entscheidend ist ihr zusätzlicher und vermeidbarer Einsatz beim Volksfestumzug. Ein Hofbesuch sagt nichts darüber aus, warum Tiere transportiert und den Bedingungen einer lauten, dicht besuchten Großveranstaltung ausgesetzt werden müssen.
Auch das Argument, Kinder müssten die Tiere unmittelbar erleben können, überzeugt nicht. Die historische Bedeutung von Pferden, Schweinen und anderen Tieren kann durch Festwagen, Ausstellungen, Bild- und Filmmaterial, künstlerische Darstellungen und andere tierfreie Bildungsangebote anschaulich vermittelt werden.
Kultur, Brauchtum und Vereinsleben bleiben dadurch erhalten. Festwagen können von Menschen bewegt, technisch unterstützt oder von den ohnehin zugelassenen historischen Traktoren gezogen werden. Tradition ist nicht unveränderlich. Sie muss weiterentwickelt werden, wenn sie mit einem vermeidbaren Tiereinsatz verbunden ist.
Wir bleiben für Sie an der Sache dran und werden weiter berichten, wie im Stuttgarter Gemeinderat über dieses wichtige Tierschutzanliegen entschieden wird.
Jetzt braucht es eine politische Mehrheit
Wir begrüßen ausdrücklich, dass Linke SÖS Tierschutz und PULS – Die Stadtisten – Die PARTEI – KLIMALISTE unsere Forderungen in einem gemeinsamen Gemeinderatsantrag aufgegriffen haben.
Der Cannstatter Volksfestverein hat die Fraktion inzwischen ausdrücklich zur Rücknahme dieses Antrags aufgefordert. Dafür gibt es aus unserer Sicht keinen sachlichen Grund. Dass der Verein Veränderungen ablehnt, darf nicht dazu führen, dass eine notwendige politische Debatte beendet wird.
Umso wichtiger ist es jetzt, dass sich weitere Fraktionen und Mitglieder des Gemeinderats anschließen. Die städtische Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart ist bei dieser Frage keine unbeteiligte Stelle: Sie finanziert nach aktuellen Angaben die Hälfte der Gesamtkosten und verteidigt Tiere öffentlich als „wichtigen Bestandteil“ und „Besuchermagnet“.
Die Stadt Stuttgart und ihre Veranstaltungsgesellschaft haben die Möglichkeit, den traditionsreichen Umzug zeitgemäß weiterzuentwickeln. Musik, Festwagen, Vereine, Trachten, Kultur und Brauchtum können erhalten bleiben – ohne lebende Tiere zur Unterhaltung einzusetzen.
Wohnen Sie in Stuttgart? Dann kommt es jetzt auf Ihre Stimme an!
Die Stadträtinnen und Stadträte des Gemeinderats vertreten die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Nutzen Sie Ihre Stimme und schreiben Sie den Fraktionen eine kurze, höfliche E-Mail. Bitten Sie sie darum, dem Antrag für einen tierfreien Volksfestumzug zuzustimmen. Zeigen Sie den Fraktionen, dass den Stuttgarterinnen und Stuttgartern das Wohl der Tiere am Herzen liegt!
Jetzt aktiv werden: Schreiben Sie dem Gemeinderat!
Wohnen Sie in Stuttgart? Machen Sie jetzt mit – individuell und wirksam!
Nutzen Sie unseren Generator, um mit einem Klick einen persönlichen Textentwurf für Ihre E-Mail an die Fraktionen zu erstellen. Sie können den Entwurf dann natürlich auch gerne anpassen.
Betreff: Bitte unterstützen Sie den Antrag für einen tierfreien Volksfestumzug!

