25.000 Euro für Rennbahn-Sponsoring im Haushalt 2026 – öffentliche Beratung über künftige Förderung gefordert
Stuttgart/Iffezheim, – Nach drei Pferdetodesfällen im Zusammenhang mit den diesjährigen Galopprennen in Iffezheim fordert Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V. einen Ausstieg aus der freiwilligen kommunalen Rennsportförderung. Im Juni starb Power Prince. Am 1. September kamen auch Rex Carver und Buckleupbuttercup ums Leben. Der Gemeinderat soll öffentlich darüber beraten, ob die Gemeinde Pferderennen künftig weiterhin mit öffentlichen Geldern unterstützt.
Im Iffezheimer Haushalt 2026 sind 25.000 Euro unter „Sponsoring Galopprennbahn“ veranschlagt. Auf Nachfrage von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg teilte Bürgermeister Christian Schmid mit, dass diese Mittel bereits rechtsverbindlich gebunden seien. Eine öffentliche Beratung der Forderungen am 28. September sei nicht vorgesehen.
„Bestehende vertragliche Verpflichtungen beantworten nicht die Frage, warum eine Gemeinde Pferderennen auch künftig fördern sollte. Wir fordern eine klare Entscheidung gegen neue Sponsoringzusagen und gegen die Verlängerung bestehender Vereinbarungen“, erklärt Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg.
MFT BW fordert, die Laufzeiten und frühestmöglichen Beendigungsmöglichkeiten der bestehenden Sponsoringverpflichtungen offenzulegen und diese zum frühestmöglichen vertraglich zulässigen Zeitpunkt zu beenden. Die drei Gemeinderatsfraktionen wurden gebeten, einen entsprechenden Antrag zur öffentlichen Beratung aufzugreifen.
Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg lehnt Pferderennen grundsätzlich ab. Pferde werden dabei für menschliche Unterhaltungs-, Wett- und Wirtschaftsinteressen vermeidbaren Belastungs-, Verletzungs- und Todesrisiken ausgesetzt.
„Die behördliche Aufklärung der einzelnen Todesfälle ist wichtig. Unabhängig davon muss die Politik entscheiden, welche Veranstaltungen sie unterstützen will. Eine lange Tradition rechtfertigt nicht, Tiere für Unterhaltung und Wetten solchen Risiken auszusetzen“, betont MFT BW.
Auch Baden-Baden ist angesprochen: Die Baden-Baden Tourismus GmbH, deren Hauptgesellschafterin die Stadt ist, bewirbt die Galopprennen als Freizeitvergnügen für die ganze Familie. MFT BW hat Oberbürgermeister Jung aufgefordert, die aktive städtische Werbung für die Rennen zu beenden und sich für ein entsprechendes Ende der Werbung durch die Tourismusgesellschaft einzusetzen. Zusätzlich wurde nach weiteren Geld- oder Sachleistungen gefragt.
„Kommunen können Freizeitangebote und Begegnungen fördern, bei denen Tiere nicht für menschliche Unterhaltung an ihre Leistungsgrenzen gebracht werden. Dafür sollten sie ihre Mittel und ihre öffentliche Reichweite einsetzen“, fordert Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg.

