Aktuelle Mitmachaktion · Remseck am Neckar
Tiere sind keine Werbeträger: Remsecker „Viehscheid“ muss tierfrei werden
Am 26. September sollen eine Kuh und ein Kalb bei einem Umzug durch Neckarrems im Mittelpunkt stehen – zur Bekanntmachung des VfB Neckarrems und zur Gewinnung neuer Mitglieder. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg fordert den Verein auf, die Tiere aus dem Programm zu streichen und die vorhandene tierfreie Alternative zu nutzen.
Jetzt tierfreien Umzug fordern- Termin 26. September 2026 Geplanter Veranstaltungstag
- Tiere Kuh und Kalb Sollen beim Umzug mitgeführt werden
- Strecke Rund 800 Meter Innerörtliche Strecke laut Zeitungsbericht
- Zweck Vereinswerbung Bekanntmachung und Mitgliedergewinnung als genannter Zweck
Was in Neckarrems geplant ist
Nach einem Bericht der Ludwigsburger Kreiszeitung soll eine 27 Monate alte Jersey-Kuh gemeinsam mit einem Kalb eine rund 800 Meter lange innerörtliche Strecke zum Sportgelände zurücklegen. Vorgesehen sind ein größerer Begleitzug, zahlreiche Kinder und musikalische Begleitung. Der Umzug soll ausdrücklich der Bekanntmachung des Vereins und der Gewinnung neuer Mitglieder dienen.
Dass die Planung aktuell weiterläuft, zeigt auch ein öffentlicher Aufruf des VfB vom 31. August: Darin sucht der Verein ausdrücklich Kinder, die am Umzug teilnehmen möchten.
Der VfB hat uns inzwischen ein Tierschutz- und Sicherheitskonzept übersandt. Danach sollen die Tiere nur teilnehmen, wenn sie die dort beschriebenen Anforderungen erfüllen. Das Konzept enthält unter anderem Regeln zu Musik, Publikum, Rückzugsorten und Abbruchkriterien; auf den zunächst erwogenen Glockenschmuck soll verzichtet werden.
Diese Vorkehrungen ändern jedoch nichts an der entscheidenden Frage: Warum sollen fühlende Lebewesen überhaupt für Vereinswerbung und Unterhaltung eingesetzt werden, obwohl der Einsatz vollständig vermeidbar ist?
Nicht die Frage, ob sich ein vermeidbarer Tiereinsatz durch genügend Regeln absichern lässt, sollte im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist, warum fühlende Lebewesen für einen Werbeumzug benutzt werden sollen, obwohl eine tierfreie Alternative vorhanden ist.
Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V.
Ein Sicherheitskonzept legitimiert die Tiernutzung nicht
Eine ungewohnte innerörtliche Umgebung, Menschenansammlungen, Musik, Fahrzeuge und weitere akustische Reize können Rinder belasten. Wie ein Tier in einer konkreten, dynamischen Veranstaltungssituation reagiert, lässt sich trotz Training und Betreuung nicht vollständig vorhersehen.
Unsere Kritik reicht aber weiter: Auch wenn einzelne Belastungen durch Regeln verringert werden könnten, bliebe der Einsatz vollständig vermeidbar. Kuh und Kalb sollen nicht zu ihrem eigenen Wohl durch Neckarrems geführt werden. Sie sollen Aufmerksamkeit erzeugen, Menschen unterhalten und bei der Gewinnung neuer Vereinsmitglieder helfen.
Eine solche Instrumentalisierung lehnen wir als Tierrechtsorganisation grundsätzlich ab. Tiere sind fühlende Individuen mit eigenen Bedürfnissen und Interessen – keine Dekorationen, Werbemittel oder Programmpunkte.
Fühlende Lebewesen statt Werbeträger
Tiere dürfen nicht auf ihren Nutzen für menschliche Unterhaltung und Werbung reduziert werden.
Der Einsatz ist vermeidbar
Gemeinschaft, Vereinsleben und ein Fest funktionieren ohne lebende Tiere.
Eine Alternative ist vorhanden
Nach dem Zeitungsbericht verfügt der Verein bereits über eine künstliche Kuh.
Was wir bisher unternommen haben
Wir haben den VfB Neckarrems frühzeitig aufgefordert, Kuh und Kalb aus dem Programm zu streichen. Der Verein hat an der möglichen Teilnahme der Tiere festgehalten und uns ein Tierschutz- und Sicherheitskonzept übersandt. Nach seiner Aussage berücksichtigt das Konzept Absprachen mit dem Veterinäramt.
Die Stadt Remseck teilte uns mit, dass die Veranstaltung mit Bescheid vom 24. Juli 2026 genehmigt worden sei. Die Veterinärbehörde sei am städtischen Genehmigungsverfahren nicht beteiligt gewesen. Eine direkte Rücksprache zwischen Verein und Veterinäramt außerhalb dieses Verfahrens ist damit nicht ausgeschlossen; Umfang und Ergebnis einer solchen Rücksprache sind für uns bislang jedoch nicht nachvollziehbar.
Wir haben das Veterinäramt deshalb erneut informiert, ihm das Konzept übersandt und um eine tierschutzfachliche Prüfung gebeten. Dabei haben wir auch auf den Prüfbereich von § 3 Satz 1 Nr. 6 Tierschutzgesetz hingewiesen. Die Vorschrift betrifft den Einsatz von Tieren unter anderem zu Werbezwecken, wenn damit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind. Eine abschließende rechtliche Bewertung obliegt der zuständigen Behörde.
Unabhängig von der behördlichen Bewertung bleibt unsere tierrechtliche Forderung bestehen.
Unsere Forderung an den VfB Neckarrems
Wir fordern den VfB Neckarrems auf,
- Kuh und Kalb vollständig aus dem Umzug zu streichen,
- die vorhandene künstliche Kuh als tierfreie Alternative zu nutzen und
- den „Viehscheid“ ohne Tiernutzung zu gestalten.
Darüber hinaus wünschen wir uns ein konsequent tierfreies Fest – einschließlich eines veganen Speisenangebots. Gemeinschaft und Vereinsleben brauchen keine Tiere als Kulisse und keine tierischen Produkte auf dem Teller.
Eine Kurskorrektur wäre kein Verlust für das Fest. Der Verein könnte vielmehr zeigen, dass Tradition und Gemeinschaft weiterentwickelt werden können, ohne Tiere für menschliche Zwecke zu benutzen.
Jetzt den tierfreien Umzug fordern
Der VfB kann seine Planung noch ändern. Schreiben Sie dem Verein einmalig, persönlich, höflich und deutlich: Kuh und Kalb sollen aus dem Programm gestrichen und durch die vorhandene künstliche Kuh ersetzt werden.
E-Mail-Vorschlag öffnenBeim Klick wird einer von mehreren geprüften Textvorschlägen in Ihrem eigenen E-Mail-Programm geöffnet. Sie können ihn dort frei bearbeiten. Ihre Nachricht geht unmittelbar an den VfB Neckarrems. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg erhält weder Ihre E-Mail-Adresse noch den Inhalt Ihrer Nachricht.
E-Mail-Adresse zum Kopieren: office@vfb-neckarrems.de
Textvorschlag anzeigen und wechseln
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte den VfB Neckarrems, beim geplanten „Viehscheid“ am 26. September auf den Einsatz der Kuh und des Kalbes zu verzichten.
Tiere sind fühlende Lebewesen und sollten nicht zur Unterhaltung, Vereinswerbung oder Mitgliedergewinnung eingesetzt werden. Ein Sicherheitskonzept ändert nichts daran, dass dieser Tiereinsatz vollständig vermeidbar ist.
Bitte nutzen Sie die bereits vorhandene künstliche Kuh und gestalten Sie den Umzug tierfrei.
Mit freundlichen Grüßen
Textvorschlag 1 von 6
Ergänzen Sie möglichst einen persönlichen Satz. Bitte schreiben Sie einmalig, höflich und sachlich. Keine Beleidigungen, Mehrfachmails, Anrufe oder Nachrichten an Privatadressen.

