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News

EU-Expert*innen bestätigen massive Probleme in der Putenhaltung

Eine neue wissenschaftliche Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zeigt: Schnelles Wachstum, Stress im Stall und Eingriffe wie das Schnabelkürzen können erhebliche Belastungen für Puten verursachen. Die Analyse bestätigt viele Probleme, die seit Jahren aus der intensiven Haltung bekannt sind. EU-Behörde bestätigt schwere Probleme in der Putenhaltung Die European Food...

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Kinder stehen an der Essensausgabe einer Kantine und befüllen ihre teller

Schulverpflegung im Fokus: Wie gesund ist pflanzenbasierte Ernährung für Kinder?

In Karlsruhe wird aktuell über die Ausrichtung der Schulverpflegung diskutiert. Dabei steht unter anderem die Frage im Raum, ob vegetarische oder vegane Angebote gesundheitlich sinnvoll sind – oder ob wieder mehr Fleisch auf die Speisepläne gehören sollte. Als Organisation, die sich für Tierrechte und eine zukunftsfähige Ernährung einsetzt, möchten wir...

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Keine dokumentierte Aggression – dennoch Abschuss genehmigt: Wer trägt die politische Verantwortung?

Der Wolf GW2672m, bekannt als „Hornisgrinde-Wolf“, ist erneut zum Abschuss freigegeben. Nach öffentlich bekannten Informationen lag keine dokumentierte Aggression gegenüber Menschen vor. Begründet wurde die Ausnahmegenehmigung im Wesentlichen mit wiederholten Annäherungen an Menschen und Hunde. Bis zum heutigen Tag gibt es keine bestätigte Meldung, dass der Hornisgrinde-Wolf getötet wurde. Spezialisierte...

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Abschussfreigabe im Schwarzwald: Warum die Tötung dieses Wolfs nicht gerechtfertigt ist

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat eine Ausnahmegenehmigung erteilt, um den im Nordschwarzwald lebenden Wolfsrüden GW2672m zu töten. Als Begründung nennt das Ministerium wiederholte Annäherungen an Menschen und Hunde „bis auf wenige Meter“, insbesondere während der Paarungszeit. Aggressiv sei der Wolf dabei nicht gewesen, er habe aber „nur wenig Scheu“ gezeigt.  Als...

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Vegane Mousse au Chocolate

Rezept: Vegane Mousse au Chocolate

Diese vegane Mousse au Chocolat ist ein einfaches, schnell zubereitetes Dessert mit nur drei Zutaten. Sie kommt ohne Backen aus, ist rein pflanzlich und überzeugt durch ihre cremige Konsistenz und ihren intensiven Schokoladengeschmack. Durch die unkomplizierte Zubereitung eignet sie sich besonders gut als spontanes Dessert oder als süßer Abschluss eines...

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Gesundheitliche Vorteile der veganen Ernährung

Vegane Ernährung wird häufig mit Einschränkung und Verzicht assoziiert. Tatsächlich kann sie jedoch genau das Gegenteil bedeuten: eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl, bewusster Genuss und zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Entscheidend ist dabei nicht allein der Ausschluss tierischer Produkte, sondern die bewusste Hinwendung zu einer vielfältigen, pflanzlichen Ernährung. Im Folgenden finden Sie sieben Grundsätze,...

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Ulm: Warum lebendige Krippen mit echten Tieren nicht zeitgemäß sind

Der Ulmer Weihnachtsmarkt wird auch künftig eine lebendige Krippe mit echten Tieren zeigen. Das hat der Aufsichtsrat der Ulm-Messe im Sommer 2025 beschlossen. Die Entscheidung wurde öffentlich kommuniziert und wird von Stadt und Veranstalter mit verschiedenen Argumenten begründet. Nach Medienberichten und offiziellen Angaben umfasst die lebendige Krippe rund 300 Quadratmeter....

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EU-Konsultation 2025: Jetzt mitmachen – für bessere Tierschutzstandards in Europa

Die EU-Kommission plant eine Überarbeitung der Tierschutzvorschriften für Tiere, die in der Landwirtschaft genutzt werden. Trotz jahrelanger Versprechen tauchen konkrete Verbesserungen – einschließlich der längst überfälligen Abschaffung der Käfighaltung – im Arbeitsprogramm 2026 jedoch nicht auf. Gleichzeitig läuft derzeit eine der wichtigsten öffentlichen EU-Befragungen der letzten Jahre. Bis zum 12....

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Kategorie: NEWS von Menschen für Tierrechte

Abgestillt? Oder trinken Sie noch Muttermilch?
 Ein Denkanstoß zum Weltmilchtag

Stuttgart, 30.05.2023 – Jedes Jahr am 1. Juni findet der Weltmilchtag statt. Ein Tag, an dem die Milchlobby weltweit für den Konsum von Kuhmilch wirbt. Trinken Sie noch (Kuh-) Muttermilch oder sind Sie bereits abgestillt?

Mit dem Konsum von Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafsmilch oder anderer Milch tierischen Ursprungs, nimmt der Mensch die Muttermilch einer anderen Spezies für sich in Anspruch.
Wie beim Menschen produziert auch bei anderen weiblichen Säugetieren der Körper Milch, um den Nachwuchs in den ersten Lebenswochen und -monaten zu ernähren.
Die Muttermilch bildet eine wichtige Lebensgrundlage für die Gesundheit eines Babys. Die Muttermilch unterscheidet sich unter den verschiedenen Spezies in ihrer Zusammensetzung und ist perfekt an das Wachstum und die Entwicklung der Jungen der jeweiligen Art angepasst. Frauen weltweit rät man daher, ihre Säuglinge zu stillen, sofern ihnen das möglich ist.

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Erfolg – Künzelsau bekommt zwei Minijobstellen von der Stadt finanziert, sodass der Taubenschlag erhalten bleiben kann

Die Taubenfreunde Künzelsau e.V. (https://www.facebook.com/profile.php?id=100069173084670) hatten uns kontaktiert und um Unterstützung gebeten, da der örtliche Taubenschlag geschlossen werden sollte. Grund dafür war, dass es niemanden mehr gab, der den Schlag ausreichend eigenständig betreuen konnte. Wir hatten daraufhin einen Austausch mit dem Bürgermeister, welcher auf unseren Brief antwortete und sich mit dem Taubenverein Künzelsau in Verbindung setzte.

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Mitmachaktion – Ludwigsburger Pferdemarkt

Vom 19. bis 21. Mai findet wieder der Ludwigsburger Pferdemarkt statt (https://mein-ludwigsburg.de/event/ludwigsburger-pferdemarkt-2023/). Wir haben bereits in der Vergangenheit die Organisator*innen des Veranstaltungsprogrammes angeschrieben, sowie die Presse kontaktiert. Reaktionen bekamen wir dabei lediglich von Seiten der Presse, die Veranstaltung selbst läuft mit dem gleichen Programm dieses Jahr nun wieder an (https://visit.ludwigsburg.de/start/events/ludwigsburger+pferdemarkt.html).

Daher möchten wir Sie dieses Jahr um Unterstützung bitten, Druck auf die Durchführenden auszuüben.

Hierfür stellen wir Ihnen im Folgenden Mailadressen zur Verfügung, sowie das Schreiben als Vorlage, welches wir versendet haben. Sie können es kopieren oder aber als Inspiration nutzen. Wichtig ist, dass viel Kritik bei den Organisator*innen eingeht, damit wir nicht mehr so leicht zu ignorieren sind.

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Hauk fordert erleichterten Abschuss von Wölfen nach Tiroler Modell – Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. erklärt, wieso das Tiroler Modell biologisch gesehen keinen Sinn macht

Hauk hatte mehreren aktuellen Presseberichten zufolge den Druck auf die Bundesregierung vor dem ,,Wolfsgipfel“ massiv erhöht. Er wünscht sich eine Umsetzung ähnlich dem Tiroler Modell. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg hat sich dieses Modell angesehen und verweist im folgenden auf die Sinnlosigkeit dieses Modells.

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Klaus Mack wirbt in ,,Zur Sache Baden-Württemberg“ für die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht – Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. fordert ein Wolfsmanagement auf Basis von wissenschaftlichen Fakten

In der SWR-Sendung ,,Zur Sache Baden-Württemberg“ sprach Klaus Mack sich erneut für eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz aus. Darin berief er sich auch wieder auf die 40 toten Schafe von Schäfer Fröschle, die 2018 ein Wolf gerissen hätte. Diese Information stimmt nicht, denn die Hälfte der Schafe ist bei der Flucht ertrunken. Noch wichtiger ist aber, dass die Schafe zur Enz hin nicht geschützt waren. Dabei sollte zumindest Menschen, die sich ansatzweise mit der Thematik Wolf befasst haben, bewusst sein, dass Wölfe exzellent schwimmen können. Es wird also schnell eindeutig, dass die Schafe des Schäfers Fröschle nicht ausreichend geschützt waren und damit kein Fall sind, den man nutzen kann, um für den Wolf im Jagdrecht zu argumentieren. Der Halter gibt in dem Fernsehbeitrag selbst an, dass er die Tiere erst ,,JETZT“ mit einem speziellen Elektrozaun schützt.

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Offener Brief Initiative „Stallbrände“

Im Folgenden ein Offener[nbsp]Brief, den wir zusammen mit anderen Orgas unterstützen.
Initiiert wurde der Brief von Stefan Stein von der Initiative „Stallbrände“.

Das Schreiben richtet sich an die Agrarministerkonferenz, die vom 22.3.2023 – 24.3.2023 tagt und das Thema Brandschutz behandelt.

[nbsp]

„Im Jahr 2022 gab es 3.099 Brandereignisse, Havarien und Schadensfälle in der Landwirtschaft.[nbsp] Nach den öffentlich bekannt gemachten Informationen waren dabei in mindestens knapp 20 % aller Fälle tierhaltende Betriebe betroffen.[nbsp]
Insgesamt kamen wenigstens ca. 90.000 Tiere zu Tode.
412 Menschen wurden verletzt oder getötet.[nbsp]
Sachschäden – über die nur in 40 % der Fälle berichtet wurde – betrugen mindestens 242 Mio. EURO.[nbsp]
Im Durchschnitt lag der Sachschaden bei etwa 200.000,- EURO je Brandfall.

Seit 2018 sind nach unseren Erhebungen knapp 500.000 Tiere durch Brände, Havarien und technische Störungen ums Leben gekommen.“

[nbsp]

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Zoo Heidelberg erschießt Kudu-Bock – Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. fordert ein Ende der regulären Tiertötungen durch Zoos

Der Zoo Heidelberg hat seine Kudu-Herde aufgelöst. In der Pressemitteilung vom Zoo hieß es dazu: ,,Mitte Februar hat das letzte Mitglied der Großen Kudu-Herde den Zoo verlassen“ (1).
Das ist eine blumige Umschreibung, denn dieses letzte Mitglied wurde per Kopfschuss getötet und an die Raubtiere verfüttert. Der Zoo beschrieb den Vorgang in einer weiteren Pressemitteilung wie folgt: ,,In Abstimmung mit allen Verantwortlichen seitens Zoo und Zuchtbuch wurde die schwere Entscheidung getroffen, den Kudu-Bock zu töten und als Futtertier an die Löwen und Tiger zu verfüttern. Die Tötung erfolgte auf eine möglichst stressfreie Art und Weise: Das Tier wurde in seinem gewohnten Umfeld mit einem gezielten Schuss getötet“ (1).

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Einladung zum Online-Vortragsabend: Ausstieg aus dem Tierversuch – was Deutschland von anderen Ländern lernen kann

Im Rahmen der gemeinsamen Kampagne „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ laden Ärzte gegen Tierversuche e.V. und Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. am 26. April 2023 von 17 bis 19 Uhr zu einem Online-Vortragsabend ein. Unter dem Titel „Ausstieg aus dem Tierversuch – was Deutschland von anderen Ländern lernen kann“ informieren Referentinnen aus den Niederlanden, den USA und der EU über Möglichkeiten und Chancen des Ausstiegs aus dem Tierversuch.

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Fur Free Europe: Über 1,7 Millionen EU Bürger:innen fordern ein pelzfreies Europa

Die Europäische Bürger:inneninitiative (EBI) Fur Free Europe (Pelzfreies Europa) wurde am 01. März 2023 um Mitternacht vorzeitig geschlossen – zweieinhalb Monate vor dem offiziellen Ablauf der Frist am 18. Mai. Der Grund dafür ist, dass in weniger als zehn Monaten eine Rekordzahl von mehr als 1,7 Millionen Unterschriften gesammelt werden konnte: 1,7 Millionen EU-Bürger:innen, die eine starke Botschaft an die Europäische Kommission gesendet haben! Sie fordern ein Ende der grausamen Praxis der Pelztierzucht und des -handels. Das deutsche Bündnis, bestehend aus den Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg, VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, dem Deutschen Tierschutzbund, dem Deutschen Tierschutzbüro, Pro Wildlife, Humane Society International/Europe, der Deutschen Tier-Lobby sowie ANIMALS UNITED, hat gemeinsam den größten Anteil der Stimmen generiert.

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Förderung betreuter Taubenschläge nach dem ,,Augsburger Modell" in Baden-Württemberg

Unsere Städte in Baden-Württemberg sind überfüllt mit hunderttausenden von Stadttauben, Teile der Bevölkerung fühlen sich belästigt, aber die betroffenen Kommunen und Vereine haben nicht die nötigen Mittel und ein nachhaltiges und erfolgreiches Taubenmanagement mit betreuten Tabenschlägen nach dem Augsburger Modell zu praktizieren. Mit Hilfe einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg könnte dieses große Problem gelöst werden. 

In regelmäßigen Abständen erreichen unseren Verein Bitten von Bürger*innen, sie bei der Umsetzung eines tierschutz-adäquaten Stadttaubenmanagements zu unterstützen. Einerseits sehen viele Gemeinden die Stadttaubensituation als Störfaktor, andererseits gibt es wenig Bereitschaft, da die Mittel fehlen, sich der Situation angemessen anzunehmen.

Dabei ist die einzige wirksame und tierschutzgerechte sowie auch tierschutzrechtlich akzeptable Methode, um Taubenpopulationen auf Dauer zu verkleinern bzw. auf einer überschaubaren Zahl zu halten die Einrichtung betreuter Taubenschläge nach dem Augsburger Modell an geeigneten Plätzen, an denen die Tiere mit artgerechtem Futter sowie Wasser versorgt und an den Ort gebunden werden (1). Dadurch nimmt die Präsenz der Futterschwärme in der Stadt ab. In den Taubenschlägen können unkompliziert die Eier gegen Gipsatrappen getauscht werden und es kann somit die Taubenpopulationkontrolliert werden indem sie zunächst verringert und dann auf einem akzeptablen Niveau gehalten wird. 

Die bevorzugte Nahrung von (Stadt-)Tauben besteht hauptsächlich aus Körnern und Samen, die in den Städten kaum vorhanden sind. Stadttauben können Ähren nicht entspelzen, was verhindert, dass sie – wie landläufig fälschlicher Weise angenommen wird – zum “Feldern” ins Umland fliegen und wie Wildvögel auf Wiesen und auf Feldern Nahrung aufnehmen können. Somit haben die Tauben keine Möglichkeit, in Städten an artgerechtes Futter zu gelangen. Sie sind darauf angewiesen, sämtliche Abfälle der Menschen zu essen, die sie auffinden können. Dies führt auch zu einem vermehrten Absatz des flüssigen Hungerkots, in dessen Folge es zu einer vermehrten Verschmutzung der Innenstädte kommt, von der sich Teile der Bevölkerung belästigt fühlen. Werden die Tiere artgerecht gefüttert, kann diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werden. Zudem fördern hohe Populationsdichten von Stadttauben das Auftreten von Taubenspezifischen Infektionskrankheiten– die zwar für den Menschen kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen, die Tiere jedoch schwächen und zu erheblichen Leiden bis hin zum Verenden führen können.

In vielen Kommunen existieren ordnungsrechtliche Fütterungsverbote, die nur bei vorhandenem Stadttaubenmanagement rechtskonform sind.

In betreuten Taubenschlägen bekommen die Tiere ausreichend artgerechtes Futter, zudem können sie dort Paare bilden und brüten. Ihre Eier werden gegen Attrappen aus Gips ausgetauscht, sodass die Tiere weiter an ihr Nest gebunden bleiben, aber keine Küken aufziehen werden.

Einem Gutachten (Arleth C., Hübel J.: Rechtsgutachten Stadttaubenschutz.) zufolge handelt es sich bei Stadttaubenum Fundtiere (2). Die heutigen Stadttauben sind die Nachfahren von einst ausgesetzten Haustieren. Diese Tiere sind nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, da der Mensch sie im Laufe der Domestizierung über Jahrtausende in seine Abhängigkeit züchtete. Daher haben Kommunen die Pflicht zur Lösung dieser dauerhaften menschengemachten tierschutzrechtlichen Herausforderung.

Trotzdem sind es meistens Privatpersonen, die die Kosten für die Anschaffung eines Taubenschlages (bspw. ein Bauwagen, Container o.ä.) und das Futter tragen. 

Beispielsweise stellt die Landestierschutzbeauftragte von Berlin, Frau Dr. Kathrin Hermann, zu diesem Zweck Gelder aus dem Berliner Haushalt zur Verfügung. Dieses kann von den Bezirken für den Bau von Pilot-Taubenschlägen abgerufen werden. Um die Mittel zielgerichtet einsetzen zu können, sollten folgende drei Anforderungen erfüllt sein:

1. EIn geeigneter Standort; 

2. die Sicherstellung der Betreuung des Taubenschlages; 

3. ein(e) Ansprechpartner*in innerhalb der Bezirksverwaltung.

 

Die Errichtung betreuter Taubenschlägen an geeigneten Standorten nach dem Augsburger Modell, in denen Tauben artgerechtes Futter angeboten und Eier durch Attrappen ausgetauscht werden, ist die einzig tierschutzgerechte und zu gleich die erfolgversprechendste und nachhaltigste Möglichkeit, die Stadttaubenpopulation deutlich zu verringern,  Tierleid zu vermeiden und die Kosten der Städte im Hinblick auf Reinigungs- und Vergrämungsmaßnahmen deutlich zu senken. Auch werden die Bürger*innen stark entlastet – die Bürgerbeschwerden entfallen. Der Bau von betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell wird auch vom Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen beschrieben: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019 (4), und wurde auch in den – mittlerweile veralteten – Empfehlungen des Landestierschutzbeirats Baden-Württemberg zur Regulierung der Taubenpopulation in Städten, herausgegeben vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Jahr 2005, beschrieben.

 

Kosten für 1 Taubenschlag ca. 500 Tauben
Bau Taubenschlag inclusive Innenausstattung ca. 25.000,- €

Betreuungs- und Versorgungskosten jährlich ca. 15.000,- €

Bisher sind keine Fördermittel für gemeinnützige Taubenvereine und Kommunen im Haushalt des Landes vorgesehen. 

Zukünftig sollten, wie seit 2022 auch im Land Niedersachsen, Haushaltsmittel für die Errichtung und die Unterhaltung betreuter Taubenschläge bereitgestellt werden, die eingetragene Tierschutzorganisationen und Gemeinden in Baden-Württemberg unterstützen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition, bitten Sie als zuständigen Minsister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz daher um Förderung dieser wichtigen Maßnahme zur Eindämmung der Taubenpopulationen in den Kommunen. 

Wir ersuchen dabei um die Förderung des Baus von betreuten Taubenschlägen nach dem Ausburger Modell, der Einrichtung von betreuten Futterplätzen für die noch nicht an einen Schlag gebundenen “noch-obdachlosen” Tauben oder für Areale, in denen ein Bedarf herrscht, jedoch Taubenschläge aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht einrichtbar sind, sowie die Übernahme der laufenden Kosten für die Betreibung, einschließlich der Pflege, ggf. tiermedizinischen Versorgung und des artgerechten Futters in den Taubenschlägen ebenso wie an den betreuten Futterplätzen.

Zudem fordern wir eine Verpflichtung aller Kommunen mit höherer Stadttaubendichte zur Errichtung von Taubenschlägen – bedarfsweise in Verbindung mit betreuten Futterplätzen – zur Populationskontrolle und Fütterung der Tiere, um das Leid der Tiere zu vermindern, öffentliche Kosten zu senken, Bürgerbeschwerden abzuwenden, und letztlich damit eine großflächige Populationskontrolle in Baden-Württemberg zu erreichen.

Diese Maßnahmen der Bestandskontrolle, artgerechten Fütterung sowie Unterbringung der Tauben gem. dem Augsburger Modell würden dazu beitragen, den “ethischen Tierschutz” in Baden-Württemberg zu verwirklichen. Dieser erlangte bereits vor über 20 Jahren mit Zweidrittelmehrheiten des Bundesrates und des Bundetags Verfassungsrang durch die Implementierung des “Staatsziels Tierschutz” in Artikel 20a Grundgesetz im Jahre 2002. Gemäß amtlicher Begründung des Bundestags trägt dies „dem Gebot eines sittlich verantworteten Umgangs des Menschen mit dem Tier Rechnung“ (5). „Daraus folgt die Verpflichtung, Tiere in ihrer Mitgeschöpflichkeit zu achten und ihnen vermeidbare Leiden zu ersparen.“ Die Staatszielbestimmung ruft insbesondere die Legislative und Exekutive dazu auf, die Belange und den Schutz der Tiere zu verwirklichen. Es geht beim Staatsziel Tierschutz um nicht weniger, als den Schutz der Tiere vor nicht artgemäßer Haltung, vermeidbaren Leiden, Zerstörung ihrer Lebensräume und ihrer Achtung als unsere Mitgeschöpfe.

Ein auch für andere Bundesländer wegweisender Umgang mit den Stadttauben entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (einschlägig sind hier die Paragraphen 1, 2 und 17), sowie des ethischen Tierschutzes in Umsetzung der Staatszielbestimmung wäre zeitgemäß und Baden-Württemberg soll hier eine Vorreiterrolle einehmen und vorbildhaft für andere Bundesländer den ethischen Tierschutz verwirklichen.

 

Anhang

Definition Stadttauben

Sog. Stadttauben (Columba livia forma domestica) sind Nachkommen von Haustauben wie Brief-, Hochzeits- oder sonstige Zuchttauben, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Taubenschlag zurückgefunden und sich einer Stadttaubenpopulation angeschlossen haben. 
Tauben wurden früher als Nutztiere gehalten (als Fleisch-, Eier- und Düngerlieferanten oder als sog. Brieftauben zur Übermittlung von Nachrichten), als sie dann nicht mehr gebraucht wurden, wurden viele Taubenschläge geschlossen. Es handelt sich bei den Stadttauben somit nicht um Wildtiere, sondern um obdachlose Haustiere. Sie wurden über Jahrtausende vom Menschen domestiziert. Diese Domestikation ist nicht mehr umkehrbar(vgl. Rechtsgutachten von Dr. jur. Christian Arleth/Dr. med. vet. Jens Hübel, (2))

Augsburger Modell

99 % der Städte mit Taubenmanagement in Deutschland entscheiden sich für das nachgewiesen erfolgreiche Augsburger Modell. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch Zählung derausgetauschten Eier in einem Schlag, dem Sinken der Reinigungskosten auf privatem und öffentlichem Gelände und dem Ausbleiben von Beschwerden der Bürger und Gewerbetreibenden (Einzelhandel, Bäckereien, Gastronomen). Dies ist mit Abstand die erfolgreichste, effektivste, nachhaltigste, tierschutzkonformste und kostengünstigste Lösung für die Kommunen. 

Die Umsetzung des Konzepts basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen und praktischen Erfahrungen von vielen verschiedenen Kommunen und wird als alleiniges Konzept vom zuständigen Ministerium in Baden-Württemberg empfohlen. 

Ziel des Augsburger Models ist die Reduktion der Population durch Eiaustausch. Sobald die Tauben – nach einer Phase des schrittweisen „Hineinlotsens“ der Tiere in den Taubenschlag – im Schlag angesiedelt sind, verbringen sie 80 % des Tages im Schlag und setzen somit den Hauptteil des Kotes im Schlag ab, der einfach und hygienisch entfernt werden kann. Die Tauben müssen nicht zur Nahrungssuche auf die Straßen und in die Fußgängerzonen. Die Fußgänger und die Gastronomie werden nicht mehr belästigt und die Reinigung der umliegenden Häuser und Straßen von Taubenkot entfällt.

Vorteile Taubenschlag, nach dem Augsburger Modell:

  • Durch den Eiertausch im Schlag wird eine Vermehrung der Tauben verhindert, die Population nimmt ab;
  • Tauben befinden sich 80 % des Tages im Schlag. Der Kot bleibt im Schlag und kann mühelos entfernt werden;
  • Tauben sitzen nur noch selten und vereinzelt auf den Dächern und Balkonen, sie sind auf öffentlichen Flächen, Märkten und den Außenflächen der Gastronomiebetriebe nicht mehr Nahrungs-suchend anzutreffen.
  • Das Leid der Tiere wird vermindert und deren Gesundheit und Wohlbefinden verbessert. (Vgl. dazu den Grundsatz des Tierschutzgesetzes in § 1 Satz 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. […]”)

 

Quellen

(1) Weyrather, A. (2021, Hrsg. Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.: Grundlagen für ein effizientes, tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in deutschen (Groß)Städten. Eine Handreichung für die Praxis; https://www.tierrechte.de/wp-content/uploads/2021/09/2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf

(2) Arleth C., Hübel J. (2021): Rechtsgutachten Stadttaubenschutz. Hrsg.: Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskiminierung ,Hier kostenlos herunterladen.

(3) Landestierschutzbeauftragte Berlin: Bau von Pilot-Taubenschlägen in Berliner Bezirken, https://www.berlin.de/lb/tierschutz/tauben/artikel.1290446.php

(4) Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019. https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/service/publikationen_downloads/tiergesundheit-tierschutz-5295.html

 (5) Bundestags-Drucksache14/8860 vom 23.04.2002 https://dserver.bundestag.de/btd/14/088/1408860.pdf

 

Für die fachliche Unterstützung bei der Ausarbeitung dieser Petition bedanken wir uns bei:

Dr. Norbert Alzmann, Biologe und Bioethiker

Antje Konz, Inhaberin der Firma VitaGood

Dr. Julia Stubenbord, Landestierschutzbeauftragte Baden-Württemberg