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Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Positionen der Parteien zu Tierschutz und Tierrechten

Im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März 2026 hat Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V. die im Landtag vertretenen Parteien sowie weitere zur Wahl antretende Parteien um Stellungnahmen zu zentralen Fragen des Tierschutzes und der Tierrechte gebeten.

Die Wahlprüfsteine betreffen Themen, die landespolitisch relevant sind – darunter Tierhaltung, Jagd und Wildtierschutz, Tierversuche, Tiertransporte, Stadttaubenprojekte, Tierheime, Verbandsklagerecht sowie der Umgang mit Tieren im öffentlichen Raum.

Ziel der Befragung ist es, Transparenz über die politischen Positionen der Parteien zu schaffen und Unterschiede in ihren Ansätzen sichtbar zu machen. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V. spricht keine Wahlempfehlung aus. Die nachfolgende Darstellung dient der Information und soll Wählerinnen und Wählern eine sachliche Einordnung ermöglichen.

Wie wurden die Wahlprüfsteine erhoben?

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V. hat die im Landtag vertretenen Parteien sowie die zur Wahl antretende Tierschutzpartei schriftlich um Stellungnahmen gebeten.

Die Parteien erhielten identische Fragen zu landespolitisch relevanten Themenbereichen. Die Antworten wurden fristgerecht eingereicht und werden nachfolgend in gekürzter Form zusammengefasst.

Die vollständigen Originalantworten sind am Ende dieses Beitrags abrufbar.

Wir sprechen keine Wahlempfehlung aus. Die Darstellung dient der Transparenz.

Wahlampel 2026: Positionen der Parteien zu Tierschutz und Tierrechten im Überblick

Die folgende Wahlampel bietet einen schnellen Überblick über die Positionen der Parteien zu zentralen Tierschutz- und Tierrechtsfragen in Baden-Württemberg. Grundlage sind die schriftlichen Antworten der Parteien auf unsere Wahlprüfsteine sowie die im Beitrag dargestellten Kurzpositionen.

Die Ampel stellt eine vereinfachte Einordnung dar, um Unterschiede auf einen Blick erkennbar zu machen. Je nach Formulierungstiefe der Antworten ist dabei ein Bewertungsspielraum möglich – insbesondere bei teilweisen Zusagen oder allgemeinen Absichtserklärungen.

Für eine belastbare Einordnung empfehlen wir, zusätzlich die nachfolgende thematische Zusammenfassung zu lesen und bei Bedarf die vollständigen Originalantworten im unteren Abschnitt heranzuziehen.

Legende zur Einordnung

🟢 Unterstützend

Die Partei befürwortet die geforderte Maßnahme klar und formuliert konkrete Schritte in diese Richtung.

🟡 Teilweise unterstützend / Reformorientiert

Die Partei signalisiert Verbesserungs- oder Reformbereitschaft, bleibt jedoch hinter der vollständigen Forderung zurück oder verbindet ihre Zustimmung mit Einschränkungen.

🔴 Ablehnend

Die Partei lehnt die geforderte Maßnahme ab oder spricht sich ausdrücklich gegen strukturelle Veränderungen in diesem Bereich aus.

Thematische Übersicht der Parteipositionen

Im Folgenden werden die Positionen der Parteien zu zentralen Themenfeldern zusammengefasst dargestellt.

Tierhaltung & struktureller Ausstieg

Die Parteien wurden gefragt, ob sie sich für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen wollen.

 

CDU

Die CDU Baden-Württemberg spricht sich nicht für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen aus. Sie betont die Bedeutung der landwirtschaftlichen Tierhaltung im Land und setzt auf Weiterentwicklung bestehender Haltungsstandards sowie auf technologische Innovationen. Ein gezielter politischer Schwerpunkt auf den Ausbau pflanzlicher Alternativen wird nicht formuliert.

Bündnis 90/Die Grünen

Bündnis 90/Die Grünen erkennen den Reformbedarf in der landwirtschaftlichen Tierhaltung an und betonen die Notwendigkeit höherer Tierschutzstandards sowie einer Reduzierung des Tierbestands. Sie sprechen sich für eine stärkere Förderung pflanzlicher Alternativen aus. Ein explizit formulierter vollständiger Systemausstieg wird jedoch nicht klar benannt.

SPD

Die SPD Baden-Württemberg setzt auf eine Weiterentwicklung der bestehenden Tierhaltungssysteme und eine Verbesserung der Haltungsbedingungen. Sie befürwortet die Förderung pflanzlicher Alternativen, formuliert jedoch keinen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen als politisches Ziel.

FDP

Die FDP lehnt einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen ab. Sie betont marktwirtschaftliche Prinzipien und unternehmerische Freiheit in der Landwirtschaft. Staatliche Eingriffe zugunsten eines Systemwandels werden kritisch bewertet. Ein gezielter Ausbau pflanzlicher Alternativen wird nicht als Schwerpunkt dargestellt.

Die Linke

Die Linke spricht sich für eine deutliche Reduzierung der industriellen Tierhaltung aus und fordert einen grundlegenden Umbau der Agrarpolitik. Sie unterstützt die Förderung pflanzlicher Alternativen und sieht darin einen wichtigen Bestandteil eines langfristigen Transformationsprozesses.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei befürwortet einen klaren strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen und setzt sich für eine konsequente Förderung pflanzlicher Alternativen ein. Sie formuliert das Ziel einer grundlegenden Transformation des Agrar- und Ernährungssystems hin zu tierfreien Strukturen.

AfD

Die AfD lehnt einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen ausdrücklich ab. Sie bezeichnet die Nutztierhaltung als Bestandteil regionaler Landwirtschaft, Wertschöpfung und Ernährungssicherheit und spricht sich gegen eine staatlich gelenkte Umstellung aus. Pflanzliche Alternativen sollen sich nach ihrer Auffassung über Marktnachfrage entwickeln, nicht durch gezielte politische Steuerung oder Förderprogramme forciert werden.

Verbandsklagerecht & staatlicher Vollzug im Tierschutz

Setzen sich die Parteien für eine Stärkung des Verbandsklagerechts im Tierschutz sowie für eine effektivere Kontrolle und Durchsetzung bestehender Tierschutzvorschriften ein?

CDU

Die CDU verweist auf bestehende Kontrollmechanismen im Tierschutz und sieht den Vollzug primär als staatliche Aufgabe. Eine deutliche Ausweitung des Verbandsklagerechts wird nicht befürwortet. Der Fokus liegt auf Optimierung des Verwaltungsvollzugs innerhalb der bestehenden Strukturen.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen befürworten eine Stärkung des Tierschutzes im Vollzug und zeigen sich offen für weitergehende Instrumente, die Transparenz und Kontrolle verbessern. Das Verbandsklagerecht wird grundsätzlich positiv bewertet.

SPD

Die SPD spricht sich für eine effektivere Durchsetzung des Tierschutzrechts aus und sieht Verbesserungsbedarf im Vollzug. Eine Stärkung zivilgesellschaftlicher Beteiligungsmöglichkeiten wird nicht ausgeschlossen.

FDP

Die FDP lehnt eine Ausweitung des Verbandsklagerechts ab und betont die Zuständigkeit staatlicher Behörden. Zivilgesellschaftliche Klageinstrumente werden kritisch gesehen.  

Die Linke

Die Linke spricht sich ausdrücklich für ein Verbandsklagerecht im Tierschutz aus und fordert eine stärkere Kontrolle sowie wirksamere Sanktionen bei Verstößen.

AfD

Die AfD lehnt das Verbandsklagerecht ab und sieht die Durchsetzung des Tierschutzrechts ausschließlich bei staatlichen Behörden. Eine Erweiterung zivilgesellschaftlicher Klagemöglichkeiten wird nicht befürwortet.  

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei befürwortet ein umfassendes Verbandsklagerecht im Tierschutz und setzt sich für eine deutliche Stärkung von Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten ein.

Jagd & Wildtierpolitik

Wie positionieren sich die Parteien zur Reform des Jagdrechts, zu nicht-tödlichen Alternativen der Bestandsregulierung sowie zur Rolle der Jagd im Wildtiermanagement?

CDU

Die CDU betrachtet die Jagd als notwendigen Bestandteil des Wildtiermanagements und der Landnutzung. Sie betont die Rolle der Jägerschaft bei der Regulierung von Beständen sowie beim Natur- und Artenschutz. Eine grundlegende Reform mit Einschränkung der Jagdpraxis wird nicht befürwortet.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen sehen die Jagd als Instrument des Wildtiermanagements, insbesondere zur Regulierung von Beständen. Gleichzeitig sprechen sie sich für eine stärkere Orientierung an ökologischen Kriterien sowie für mehr Tierschutz im Jagdrecht aus. Nicht-tödliche Maßnahmen werden als ergänzende Ansätze diskutiert.

SPD

Die SPD erkennt die Jagd als Bestandteil des Wildtiermanagements an. Reformen sollen sich am Tierwohl und an ökologischen Kriterien orientieren. Ein grundsätzlicher Systemwechsel hin zu überwiegend nicht-tödlichen Maßnahmen wird nicht formuliert.

FDP

Die FDP verteidigt die Jagd als traditionelles und fachlich begründetes Instrument der Bestandsregulierung. Nicht-tödliche Alternativen werden nicht als Ersatz der Jagd gesehen. Eingriffe in bestehende jagdrechtliche Strukturen werden kritisch bewertet.

Die Linke

Die Linke spricht sich für eine stärkere Regulierung der Jagd aus und fordert Einschränkungen bestimmter Jagdformen. Tierschutzaspekte sollen stärker berücksichtigt werden. Die Jagd als Instrument der Bestandsregulierung wird jedoch nicht grundsätzlich in Frage gestellt.

AfD

Die AfD befürwortet die Jagd als notwendiges Mittel zur Bestandsregulierung und lehnt Einschränkungen der Jagdpraxis ab. Nicht-tödliche Alternativen werden nicht als gleichwertiger Ersatz betrachtet.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei stellt die Jagd grundsätzlich in Frage und spricht sich für eine deutliche Einschränkung beziehungsweise langfristige Abschaffung aus. Nicht-tödliche Alternativen zur Bestandsregulierung sollen prioritär geprüft und gefördert werden.

Tierversuche & Förderung tierfreier Forschung

Wie positionieren sich die Parteien zu Tierversuchen sowie zur Förderung tierfreier Alternativmethoden in Forschung und Ausbildung?

CDU

Die CDU hält Tierversuche unter den bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für notwendig, insbesondere in der medizinischen Forschung. Sie betont die Einhaltung des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine). Ein grundsätzlicher Ausstieg wird nicht angestrebt.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen setzen sich für eine deutliche Reduzierung von Tierversuchen und eine verstärkte Förderung tierfreier Alternativmethoden ein. Ziel ist eine schrittweise Abkehr von Tierversuchen, wo wissenschaftlich möglich. Ein sofortiger genereller Ausstieg wird jedoch nicht formuliert.

SPD

Die SPD spricht sich für eine konsequente Anwendung des 3R-Prinzips aus und will Alternativmethoden stärker fördern. Tierversuche sollen reduziert werden, bleiben jedoch unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

FDP

Die FDP sieht Tierversuche als notwendigen Bestandteil der Forschung an und warnt vor Einschränkungen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts beeinträchtigen könnten. Alternativmethoden sollen gefördert werden, jedoch nicht als Ersatz, solange sie wissenschaftlich nicht gleichwertig sind.

Die Linke

Die Linke fordert eine deutliche Reduzierung von Tierversuchen mit dem Ziel, diese langfristig zu überwinden. Die Förderung tierfreier Methoden soll ausgebaut und staatlich priorisiert werden.

AfD

Die AfD erkennt Tierversuche als Bestandteil wissenschaftlicher Forschung an und lehnt weitgehende Einschränkungen ab. Die Einhaltung bestehender Tierschutzvorgaben wird betont, ein struktureller Ausstieg wird nicht angestrebt.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei fordert die Abschaffung von Tierversuchen und eine umfassende staatliche Förderung tierfreier Forschung sowie eine konsequente Umstellung in Ausbildung und Wissenschaft.

Tiertransporte & Exporte in Drittstaaten

Wie positionieren sich die Parteien zu Tiertransporten, insbesondere zu Exporten lebender Tiere in Drittstaaten außerhalb der EU?

CDU

Die CDU betont die Einhaltung bestehender europäischer Vorschriften für Tiertransporte. Ein generelles landesweites Verbot von Drittstaatenexporten wird nicht befürwortet. Verbesserungen sollen vor allem auf europäischer Ebene erreicht werden.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen sprechen sich für strengere Regelungen bei Tiertransporten aus und lehnen Exporte in Drittstaaten ohne vergleichbare Tierschutzstandards ab. Sie sehen Handlungsbedarf sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene.

SPD

Die SPD unterstützt eine deutliche Verschärfung der Regeln für Tiertransporte und spricht sich gegen Exporte in Drittstaaten aus, wenn dort keine vergleichbaren Tierschutzstandards gewährleistet sind.

FDP

Die FDP lehnt nationale Alleingänge ab und sieht die Regulierung von Tiertransporten primär auf europäischer Ebene. Ein landesweites Verbot wird nicht befürwortet.

Die Linke

Die Linke fordert ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten und setzt sich für deutlich strengere Kontrollen ein.

AfD

Die AfD lehnt Exporte in Drittstaaten ohne vergleichbare Tierschutzstandards ab, betont jedoch zugleich die Bedeutung landwirtschaftlicher Betriebe und warnt vor pauschalen Verboten ohne praktikable Alternativen.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei fordert ein vollständiges Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten sowie eine grundsätzliche Reduktion von Tiertransporten.

Stadttauben & kommunaler Tierschutz

Wie positionieren sich die Parteien zu betreuten Taubenschlägen mit Eiaustausch sowie zu landesweiten Unterstützungsprogrammen für ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement?

CDU

Die CDU sieht das Management von Stadttauben primär als Aufgabe der Kommunen. Landesweite verpflichtende Programme oder Förderstrukturen werden nicht klar benannt. Maßnahmen sollen vor Ort im Rahmen kommunaler Zuständigkeit geregelt werden.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen zeigen sich grundsätzlich offen für betreute Taubenschläge als tierschutzgerechtes Instrument zur Bestandsregulierung. Eine landesweite Verpflichtung wird jedoch nicht explizit formuliert; die Verantwortung wird überwiegend auf kommunaler Ebene gesehen.

SPD

Die SPD befürwortet tierschutzgerechte Lösungen im Umgang mit Stadttauben, einschließlich betreuter Taubenschläge. Eine stärkere Unterstützung durch das Land wird grundsätzlich positiv bewertet.

FDP

Die FDP sieht Stadttaubenprobleme als kommunale Angelegenheit und lehnt landesweite verpflichtende Programme ab. Staatliche Förderprogramme werden zurückhaltend beurteilt.

Die Linke

Die Linke unterstützt betreute Taubenschläge und spricht sich für eine stärkere landesweite Unterstützung tierschutzgerechter Maßnahmen aus.

AfD

Die AfD sieht die Zuständigkeit primär bei den Kommunen und lehnt landesweite Verpflichtungen oder zusätzliche Programme ab.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei spricht sich für landesweite Programme zur Einrichtung betreuter Taubenschläge mit Eiaustausch aus und sieht darin ein tierschutzgerechtes Instrument zur Bestandsregulierung.

Tiernutzung im öffentlichen Raum (Zirkus, lebendige Krippen, Veranstaltungen)

Wie positionieren sich die Parteien zur Nutzung von Tieren bei öffentlichen Veranstaltungen, insbesondere bei lebendigen Krippen, Zirkussen oder touristischen Angeboten?

CDU

Die CDU betont die Bedeutung von Tradition, Brauchtum und kulturellen Veranstaltungen. Pauschale Verbote werden nicht befürwortet. Der Fokus liegt auf der Einhaltung bestehender tierschutzrechtlicher Vorgaben.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen zeigen sich offen für strengere Maßstäbe bei der Nutzung von Tieren im öffentlichen Raum. Insbesondere bei Wildtieren im Zirkus werden Einschränkungen befürwortet. Pauschale Verbote traditioneller Veranstaltungen werden jedoch nicht generell formuliert.

SPD

Die SPD spricht sich für höhere Tierschutzstandards bei Veranstaltungen mit Tieren aus. Eine Nutzung von Wildtieren im Zirkus wird kritisch gesehen. Traditionelle Formate werden differenziert betrachtet.

FDP

Die FDP lehnt generelle Verbote von Tiernutzung bei Veranstaltungen ab und betont die Bedeutung von Tradition und unternehmerischer Freiheit. Bestehende tierschutzrechtliche Vorschriften werden als ausreichend angesehen.

Die Linke

Die Linke fordert ein Verbot von Wildtieren im Zirkus und spricht sich für deutliche Einschränkungen bei der Nutzung von Tieren zu Unterhaltungszwecken aus.

AfD

Die AfD lehnt Verbote traditioneller Veranstaltungen mit Tieren ab und betont kulturelle Aspekte. Einschränkungen über bestehende Regelungen hinaus werden nicht befürwortet.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei fordert ein Verbot der Nutzung von Tieren zu Unterhaltungszwecken, einschließlich Wildtieren im Zirkus sowie lebendiger Krippen.

Tierheime, Zucht & Katzenschutz

Wie positionieren sich die Parteien zur Unterstützung von Tierheimen, zu landesweiten Katzenschutzverordnungen sowie zu einer Einschränkung der gewerblichen Zucht angesichts überfüllter Tierheime?

CDU

Die CDU betont die Bedeutung ehrenamtlicher Strukturen und kommunaler Verantwortung im Bereich Tierheime. Eine landesweit verpflichtende Katzenschutzverordnung oder weitgehende Zuchteinschränkungen werden nicht ausdrücklich befürwortet.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen unterstützen Maßnahmen zur Entlastung von Tierheimen sowie kommunale Katzenschutzverordnungen. Eine stärkere Regulierung der Zucht wird grundsätzlich positiv bewertet.

SPD

Die SPD spricht sich für eine bessere Unterstützung von Tierheimen aus und befürwortet Maßnahmen zur Eindämmung unkontrollierter Vermehrung. Landesweite Regelungen werden nicht ausgeschlossen.

FDP

Die FDP sieht die Verantwortung primär bei Kommunen und privaten Trägern. Landesweite Eingriffe in Zucht oder verpflichtende Regelungen werden kritisch beurteilt.

Die Linke

Die Linke fordert eine stärkere finanzielle Unterstützung von Tierheimen, landesweite Katzenschutzverordnungen sowie eine strengere Regulierung gewerblicher Zucht.

AfD

Die AfD betont die Bedeutung bestehender Regelungen und sieht keinen Bedarf für weitreichende zusätzliche Eingriffe auf Landesebene.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Die Tierschutzpartei fordert landesweite Katzenschutzverordnungen, eine stärkere finanzielle Unterstützung von Tierheimen sowie Einschränkungen der Zucht, solange Tiere in Tierheimen auf ein Zuhause warten.

Bettelhunde / organisierte Tierausbeutung

Im Rahmen der Wahlprüfsteine wurden die Parteien gefragt, ob sie sich dafür einsetzen, organisierte Formen der Hundeausbeutung im öffentlichen Raum wirksam zu unterbinden und Kommunen sowie Behörden hierfür geeignete rechtliche Instrumente und ausreichende Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Dabei wurde ausdrücklich klargestellt, dass es nicht um Menschen in prekären Lebenslagen mit eigenen Tieren geht, sondern um organisierte, gewinnorientierte Strukturen.

CDU

Verweist auf die bestehenden Zuständigkeiten der Veterinärbehörden und betont, dass diese Kommunen im Bereich des Tierschutzes unterstützen können. Zudem wird die Unterstützung bundespolitischer Überlegungen zum Verbot des Handels mit Haus- und Heimtieren im öffentlichen Raum angekündigt.

Grüne

Stellen die Bekämpfung des illegalen Welpenhandels durch Aufklärung, Kontrollen und bessere Vernetzung in den Mittelpunkt. Weitere Maßnahmen sollen geprüft und bewertet werden.

SPD

Betont die Notwendigkeit eines differenzierten Vorgehens und spricht sich dafür aus, organisierte Ausbeutung ohne prekäre Notlage wirksam zu unterbinden.

FDP

Lehnt organisierte Formen der Tierausbeutung grundsätzlich ab, setzt jedoch vor allem auf freiwillige Maßnahmen, Bildungsangebote und bestehende Instrumente statt auf zusätzliche gesetzliche Regelungen.

Die Linke

Hebt hervor, dass Tiere nicht als Mittel zum Profit missbraucht werden dürfen, und fordert eine bessere personelle Ausstattung der Behörden zur konsequenten Durchsetzung des Tierschutzrechts.

AfD

Spricht sich für klare Regeln und wirksame Kontrollen gegen organisierte Ausbeutung aus und betont die notwendige Unterscheidung zwischen Missbrauch und Menschen in Notlagen.

Tierschutzpartei

Fordert ein entschlossenes Vorgehen gegen mafiöse Strukturen sowie verbesserte rechtliche Handlungsmöglichkeiten und eine konsequente Verfolgung entsprechender Fälle durch die zuständigen Behörden.

Wildtierschutz / Verkehr, Lebensräume und feuerbasierte Veranstaltungen

Im Rahmen der Wahlprüfsteine wurden die Parteien gefragt, ob sie sich dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser vor den Folgen von Straßenverkehr, Lebensraumzerschneidung sowie lärmintensiven und feuerbasierten Veranstaltungen (z. B. private Feuerwerke oder Osterfeuer) zu schützen und bei öffentlichen Investitionen einen stärkeren Schwerpunkt auf Maßnahmen wie Wildtierbrücken und Biotopvernetzung zu legen.

CDU

Verweist auf den Generalwildwegeplan als wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Sicherung von Wildtierkorridoren. Unterstützt Maßnahmen wie Grünbrücken, Modellregionen zur Reduktion von Wildunfällen sowie die Auswertung von Wildunfallstatistiken und deren Weiterentwicklung.

Grüne

Sprechen sich für eine deutliche Ausweitung des Biotopverbundes aus und befürworten, dass Kommunen die Möglichkeit erhalten, Feuerwerke oder ähnliche Veranstaltungen zum Schutz von Tieren einzuschränken.

SPD

Unterstützt die Umsetzung des Generalwildwegeplans und Investitionen in Wildtierkorridore. Ein generelles Verbot privater Feuerwerke oder Lagerfeuer wird jedoch nicht befürwortet.

FDP

Unterstützt grundsätzlich den Schutz von Wildtieren und die Umsetzung bestehender Instrumente wie des Generalwildwegeplans, lehnt jedoch generelle Verbote von privaten Feuerwerken oder ähnlichen Veranstaltungen ab.

Die Linke

Bejaht grundsätzlich eine stärkere Schutzpolitik für Wildtiere, führt jedoch keine konkreten Instrumente oder Maßnahmen aus.

AfD

Hält Biotopvernetzung, Wildtierbrücken und raumplanerische Maßnahmen grundsätzlich für sinnvoll, lehnt jedoch pauschale Einschränkungen von Brauchtumsfeuern oder privaten Veranstaltungen ab und betont eine Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei)

Fordert ein landesweites Böllerverbot, den Ersatz von Feuerwerken durch alternative Formen sowie gezielte Investitionen in Schutzmaßnahmen wie Wildtierbrücken, Sensorik und Schutzsysteme entlang von Verkehrswegen.

Reduktion tierischer Produkte / Förderung tierfreier Alternativen

Im Rahmen der Wahlprüfsteine wurden die Parteien gefragt, ob sie politische Maßnahmen unterstützen, um den Verbrauch tierischer Produkte – etwa Pelz, Leder oder Wolle – zu reduzieren und tierfreie Alternativen gezielt zu fördern.

CDU

Hält die Verwertung von Tierhäuten und Wolle als Nebenprodukte der Tierhaltung für sinnvoll. Begleitet auf EU-Ebene Überlegungen zum Ausstieg aus der Pelztierhaltung und zu Importbeschränkungen, sieht jedoch keinen landespolitischen Reduktionsansatz für tierische Materialien insgesamt.

Grüne

Begrüßen nachhaltiges Konsumverhalten. Solange Pelz, Leder und Wolle aus heimischer artgerechter Tierhaltung stammen, sehen sie keinen Anlass für Verbote. Eine politische Reduktionsstrategie wird nicht formuliert.

SPD

Lehnt Pelztierzucht ab und begrüßt die zunehmende Verwendung alternativer Materialien. Eine generelle politische Reduktionsstrategie für tierische Produkte wird jedoch nicht benannt.

FDP

Lehnt generelle Verbote oder staatliche Steuerung zur Reduktion tierischer Produkte ab. Unterstützt die Entwicklung tierfreier Alternativen, sieht jedoch Konsumentscheidungen primär im privaten Bereich.

Die Linke

Spricht sich für eine Reduktion tierischer Produkte aus und fordert unter anderem ein Verbot von Herstellung und Import von Pelzen sowie ein EU-weites Verbot von Pelztierfarmen.

AfD

Lehnt politische Maßnahmen zur Reduktion des Konsums tierischer Produkte ab und betont, dass Konsumentscheidungen privat bleiben sollen. Staatliche Lenkung oder Kampagnen zur Verbrauchsreduktion werden zurückgewiesen.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei)

Spricht sich für eine umfassende Reduktion tierischer Produkte aus und fordert politische Maßnahmen zur Förderung tierfreier Alternativen sowie langfristige Abkehr von Materialien wie Pelz, Leder und Wolle.

Vollständige Antworten der Parteien im Wortlaut

Nachfolgend finden Sie die vollständigen, unveränderten Antworten der Parteien auf unsere Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg.

Die hier im Beitrag dargestellten Zusammenfassungen dienen der besseren Übersicht und Einordnung. Maßgeblich sind die Originaldokumente.

1.Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Ein zentrales Ziel der Jagd und des Wildtiermanagements besteht darin, gesunde und stabile heimische Wildtierpopulationen zu erhalten und zu entwickeln. Dies geschieht unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Faktoren. Auch die immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels sind dabei entsprechend zu berücksichtigen. Ziel ist es, dass diese Populationen in einem angemessenen Verhältnis zur Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und den landeskulturellen Verhältnissen stehen.

Darüber hinaus dient die Jagd dem Schutz bedrohter Wildtierarten, der Stärkung ihrer Populationen und der Erhaltung und Verbesserung ihrer Lebensräume. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Sicherung der biologischen Vielfalt. Der weit überwiegende Teil der Gesellschaft ist daher der Überzeugung, dass die Jagd eine naturnahe und nachhaltige Notwendigkeit ist.

Eine geregelte Jagdausübung dient auch der Vermeidung von Beeinträchtigungen, die durch Wildtiere an land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzungen entstehen können. Durch die Jagd wird auch das Entstehen von klimastabilen Wäldern unterstützt. Darüber hinaus ermöglicht die Jagd die Gewinnung von hochwertigen Lebensmitteln, was einen wichtigen Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung darstellt.

Nach wissenschaftlicher Auffassung werden auch Drückjagden / Bewegungsjagden als schonende und gleichzeitig effektive Jagdmethode angesehen.

Das Jagdrecht in Baden-Württemberg werden wir kontinuierlich wissens- und faktenbasiert unter Beteiligung von Wildforschungseinrichtungen weiterentwickeln. So haben wir z.B. für die Lösung von Wildtier-Mensch Konflikten in urbanen Räumen nicht letale Vergrämungsmaßnahmen evaluiert und das Instrument der Stadtjäger weiterentwickelt. Hier stehen nicht letale Präventionsmaßnahmen im Vordergrund. Darüber hinaus haben wir uns dafür eingesetzt, dass Arten wie Biber und Saatkrähe, die eines Managements bedürfen, dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) unterstellt werden. Denn das JWMG hat nicht nur die Regelung der Jagdausübung zum Ziel, sondern ebenso gesunde und stabile Wildtierpopulationen, den Schutz bedrohter Tierarten und auch den Tierschutz.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Das Staatsziel Tierschutz ist ein allgemeiner Auftrag an den Staat, insbesondere im Rahmen der Rechtsetzung, die Belange des Tierschutzes angemessen zu berücksichtigen. Auch die Landesverfassung Baden-Württemberg achtet und schützt die Tiere als Lebewesen und Mitgeschöpfe im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung.

Das Tierschutzrecht ist jedoch weitgehend EU- und/oder Bundesrecht, für das zunächst der Bund zuständig ist. Das Land beteiligt sich im Rahmen der Rechtsetzung überwiegend im Rahmen der Beratungen im Bundesrat.

Auf Landesebene wollen wir den Tierschutz insbesondere im Rahmen von Programmen, im Vollzug, in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und durch Fördermöglichkeiten für Tierhaltungen, Tierheime, aber auch Schlachtbetriebe sowie im Rahmen der Fortführung der Tierschutzstrategie des Landes berücksichtigen. Auch im Rahmen der jagdlichen Gesetzgebung ist der Tierschutz ein wesentlicher Bestandteil, den wir im Rahmen der Rechtssetzung auf Landesebene weiterverfolgen werden.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Die Personalstärke der Kontroll- und Vollzugsbehörden wurde in den letzten Jahren bereits erheblich verstärkt. Eine weitere Aufstockung werden wir im Rahmen des Bedarfs sowie der finanziellen Möglichkeiten verfolgen.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Nein, die tierische Erzeugung ist wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft in Baden-Württemberg.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Wir werden uns im Rahmen der Weiterentwicklung von EU- und bundesrechtlichen Vorschriften im Sinne des 3R-Prinzips (replace, reduce, refine) für die Reduzierung von Eingriffen und Behandlungen an Tieren sowie die Weiterentwicklung und Anwendung tierfreier Verfahren in der Forschung und Lehre einsetzen.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

Hierfür wären bundesrechtliche Vorgaben erforderlich; wir werden entsprechende Überlegungen auf Bund-Länder Ebene zu Beschränkungen der Nutzung bestimmter gefährlicher bzw. besonders belasteter Tierarten im Rahmen der Zurschaustellung begleiten.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen, da sie der Anpassung der Tiere an nicht tierschutzgerechte Haltungssysteme dienen und strukturelles Tierleid verursachen?

Hierzu wird auf die bereits bestehenden EU- und bundesrechtlichen Regelungen verwiesen – insb. die §§ 5 und 6 des Tierschutzgesetzes enthalten differenzierte Regelungen mit zahlreichen Beschränkungen bei Eingriffen an Nutztieren.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden und Kommunen sowie Behörden hierfür klare rechtliche Instrumente und Ressourcen zur Verfügung zu stellen? (Dabei geht es ausdrücklich nicht um Menschen in prekären Lebenslagen mit eigenen Tieren, sondern um organisierte Formen der Ausbeutung.)

Die Veterinärdienststellen der unteren Verwaltungsbehörden können Kommunen in diesem Bereich unterstützen, soweit Fragen des Tierschutzes betroffen sind. Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese weiterhin mit den erforderlichen Fachkräften ausgestattet sind.

Planungen der Bundesregierung zum Verbot von Handel mit Haus- und Heimtieren im öffentlichen Raum sowie anonym und online werden wir unterstützen.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten, in denen keine mit der EU vergleichbaren Tierschutzstandards gelten, zu beenden und entsprechende Genehmigungen konsequent zu untersagen?

Wir werden uns auf Bundes- und EU-Ebene dafür einsetzen, dass wirksame rechtliche Regelungen bestehen, um den Schutz von Tieren beim Transport, insbesondere auf Langstreckentransporten, zu verbessern. Auf Landesebene werden wir uns dafür einsetzen, dass die für die Kontrolle zuständigen Behörden weiterhin mit den erforderlichen Fachkräften ausgestattet sind.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser vor den Folgen von Straßenverkehr, der Zerschneidung ihrer Lebensräume sowie lärmintensiven und feuerbasierten Veranstaltungen (z. B. private Feuerwerke oder Osterfeuer) zu schützen und bei der Verwendung öffentlicher Mittel einen stärkeren Schwerpunkt auf den Schutz heimischer Wildtiere und ihrer Lebensräume (z. B. Wildtierbrücken, Biotopvernetzung) zu legen?

Mit dem Generalwildwegeplan steht den Planungsbehörden ein wissenschaftlich basiertes Instrument zur Verfügung, das ermöglicht, die Durchlässigkeit von Wildtierkorridoren zu berücksichtigen. Ein wichtiges Instrument zur Vernetzung von Wildtierlebensräumen sind dabei für uns die Grünbrücken.

Maßnahmen zur Reduktion von Wildunfällen werden derzeit bereits in zwei Modellregionen getestet und wissenschaftlich evaluiert. Durch die Wildunfallstatistik werden Unfallschwerpunkte im Land identifiziert. Wir werden uns dafür einsetzen, dass aus den gewonnenen Informationen effiziente Maßnahmen abgeleitet werden, die zum Schutz unserer heimischen Wildtiere beitragen, und uns dafür einsetzen, die Pilotprojekte auf weitere Kreise auszuweiten.

11. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Kommunen in Baden-Württemberg beim Aufbau eines flächendeckenden, tierschutzgerechten Stadttaubenmanagements zu unterstützen – insbesondere durch betreute Taubenschläge mit Eiaustausch – und solange diese nicht ausreichend vorhanden sind, auch kontrollierte Fütterungsstellen als Übergangslösung zu ermöglichen?

Das Stadttaubenmanagement ist eine kommunale Aufgabe. Durch den Landesbeirat für Tierschutz Baden-Württemberg wurden bereits Empfehlungen erarbeitet, die zur Vermeidung der unkontrollierten Vermehrung freilebender Tauben in Städten dienen. Auch der Landesbeauftragten für Tierschutz steht den zuständigen Kommunen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen, um den Verbrauch tierischer Produkte (z. B. Pelz, Leder, Wolle) zu reduzieren und tierfreie Alternativen gezielt zu fördern?

Tierhäute und Wolle fallen in der tierischen Erzeugung an, die Verwertung/Verarbeitung zu hochwertigen Produkten ist sinnvoll. Wir sehen jedoch insbesondere die Erzeugung und Verwertung von Pelzen, von Tieren, die oftmals unter widrigen Bedingungen gehalten werden, kritisch und begleiten sowohl Überlegungen zum EU-weiten Ausstieg aus der Pelztierhaltung als auch Beschränkungen der Einfuhr sowie der eindeutigen Deklaration von tierischen Bestandteilen von Textilien. Eine Haltung von Pelztieren findet in Baden-Württemberg nicht statt. Tierfreie Alternativen zu den genannten Produkten sind umfassend verfügbar.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime in Baden-Württemberg strukturell und finanziell besser zu unterstützen, landesweit verbindliche Katzenschutzverordnungen auszubauen und die Zucht von Tieren so zu regulieren oder zu untersagen, dass sie nicht weiter zur Überfüllung von Tierheimen beiträgt, solange dort massenhaft Tiere auf ein Zuhause warten?

Wir setzen uns dafür ein, dass Tierheime auch weiterhin finanziell im Rahmen der VwV Tierschutzmaßnahmen bei Baumaßnahmen, der Anschaffung von Ausstattung und Geräten sowie im Rahmen der Kastration freilebender Katzen unterstützt werden.

1. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Baden-Württemberg verfügt seit 2014 mit dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz über ein bundesweit vorbildliches, wissenschaftlich fundiertes Regelwerk, das unter grüner Verantwortung gemeinsam mit Tierschutz, Naturschutz, Landnutzerinnen und Jägerinnen erarbeitet wurde. Ziel des Gesetzes ist ausdrücklich ein tierschutzkonformes Wildtiermanagement, das Tierleid vermeidet und unterschiedliche Interessen sachlich ausgleicht.

Wildtiermanagement dient dabei keinem Selbstzweck, sondern klar definierten Zielen wie dem Schutz von Biodiversität, der Vermeidung erheblicher Schäden sowie der Sicherstellung gesunder Wildtierpopulationen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, nicht-tödliche Maßnahmen dort, wo sie wirksam und praktikabel sind, stärker zu erforschen, zu erproben und anzuwenden – etwa die Anpassung von Lebensräumen oder technische Schutzmaßnahmen.

Eine pauschale Abkehr von Jagd als ein Instrument eines vielfältigen Wildtiermanagements lehnen wir ab. Unser Anspruch ist vielmehr, Wildtiermanagement stetig fachlich weiterzuentwickeln und dabei Tierleid konsequent zu minimieren und Töten zu vermeiden. Dazu gehört auch die kontinuierliche Evaluation jagdlicher Methoden auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass der Tierschutz ein deutliches Gewicht erhält, allerdings nicht dafür, dass in der Abwägung dem Tierschutz immer Vorrang gewährt wird. Wir stehen für klare Tierschutzziele und eine kontinuierliche Verbesserung der Nutztierhaltung und der Heimtierhaltung entlang dieser Ziele.

Wir stehen zur Tierhaltung in Baden-Württemberg. Wir brauchen sie zum Erhalt unserer naturschutzfachlich hochwertigen Grünlandstandorte und für den heimischen Markt. Da wir offene und freie Märkte haben, führt ein Rückgang der Tierhaltung bei uns nicht zu weniger Konsum, sondern zu mehr Importen – auch aus Ländern mit geringeren Tierschutzstandards. Das ist nicht unser Ziel, denn dann gewinnen weder Tierschutz noch Klimaschutz noch Naturschutz.

Beim Umbau der Tierhaltung unterstützen wir unsere Betriebe im Land! Wir fördern Beratung und Zahlungen pro Tier für bessere Haltungsbedingungen, wir forschen praxisnah im Bereich Tierschutz an unseren Landesanstalten und fördern den Bau artgerechter Ställe. Die Stabsstelle der Landesbeauftragten für Tierschutz, die wir eingerichtet haben, leistet wichtige Öffentlichkeitsarbeit und Tierheime unterstützen wir finanziell.

Auf unsere Grüne Initiative hin, hat das MLR ein Modellvorhaben zur KI-gestützten Schlachtung am Schlachthof in Ulm unterstützt. So können Tierschutzverstöße während der Schlachtung schneller aufgedeckt werden.

Als Bundesagrarminister hat unser Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten Cem Özdemir den Umbau der Tierhaltung in die Wege geleitet. Er hat 1 Mrd. € zur Verfügung gestellt, um den Umbau der Tierhaltung zu fördern und die verpflichtende Haltungskennzeichnung eingeführt. Diesen vielversprechenden Weg wollen wir weitergehen.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Wir wollen Tiere noch besser schützen, geltendes Tierschutzrecht wirksam durchsetzen und die rechtliche Vertretung von Tieren stärken. Dazu gehört eine personelle Stärkung in den Veterinärämtern. Die Anzahl der Veterinärstellen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen.

Deshalb stehen wir für eine Stärkung der Veterinärbehörden bei gleichzeitig stärkerer Vernetzung von Tierarzt, Veterinärbehörde, Tierkörperbeseitigung und weiteren Kettengliedern, die Informationen zum Zustand der Bestände und der Tiere erheben.

Das Tierschutz-Verbandsklagerecht wurde in Baden-Württemberg bereits 2017 in Kraft gesetzt. Damit haben wir die Mitwirkungsmöglichkeiten der Verbände ausgebaut und den präventiven Tierschutz weiterentwickelt.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Nein, wir Grüne stehen nicht für einen Ausstieg aus der Tierhaltung. Wir befürworten eine klimagerechte, pflanzenbasierte Ernährung mit einem deutlich reduzierten Fleischkonsum.

Wenn Fleisch gegessen wird, soll es aus artgerechter Tierhaltung und aus der Region stammen. Die Tierhaltung soll an die Fläche gebunden sein.

Bei der Umstellung der landeseigenen Kantinen sollen die DGE-Standards eingehalten werden. Wir haben verpflichtende bio-regionale Mahlzeiten eingeführt und wollen die Kantinenrichtlinie ausweiten.

Der Fleischkonsum ist insgesamt gesunken. Extensiv genutztes Grünland ist artenreich und wichtig für Biodiversität. Im ökologischen Landbau ist Tierdung wertvoll für Bodenfruchtbarkeit.

Ein politisch forcierter Ausstieg aus der Tierhaltung ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll. Es braucht eine artgerechte, flächengebundene Tierhaltung, aber keinen Verzicht darauf.

Wir werben für eine stärker pflanzenbasierte Kost.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Ja, wir wollen Tierversuche verringern und – wo immer möglich – durch innovative, tierfreie Methoden ersetzen, die wir umfassend fördern und deren strukturelle Hürden wir abbauen wollen. Daher setzen wir weiter auf den Ausbau der 3R-Zentren und eine Erhöhung der Landesförderung.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

In diesem Fall handelt es sich um Bundesgesetzgebung. Stärkere rechtliche Regelungen waren in der von Cem Özdemir vorbereiteten Novelle des Bundestierschutzgesetzes geplant. Wir setzen uns weiterhin über den Bundesrat dafür ein. Die Möglichkeit des „kommunalen Wildtierverbots“ wird zunehmend genutzt.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen?

Wir wollen Tierhaltung so gestalten, dass Tiere als empfindsame Lebewesen respektiert werden. Deshalb unterstützen wir den Ausstieg aus schmerzhaften Eingriffen, indem wir Ökolandbau fördern und höhere Standards unterstützen. Betriebe mit hohen Standards wollen wir stärker fördern.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden?

Wir wollen illegalen Welpenhandel durch Aufklärung, Kontrollen und bessere Vernetzung eindämmen. Weitere Maßnahmen werden geprüft und bewertet.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten zu beenden?

Wir setzen uns für ein Verbot des Transports lebender Tiere in Drittstaaten ein. Ein EU-weites Vorgehen ist notwendig. Auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene haben wir Maßnahmen unterstützt, um Tiertransporte zu verhindern.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser vor Straßenverkehr, Lebensraumzerschneidung und feuerbasierten Veranstaltungen zu schützen?

Ja. Der Schutz von Wildtieren ist für uns zentral. Mit dem Generalwildwegeplan verfolgt Baden-Württemberg einen wissenschaftlich begleiteten Ansatz zur Sicherung und Vernetzung von Wildtierkorridoren. Wir setzen uns dafür ein, öffentliche Mittel gezielt in präventive Maßnahmen wie Wildtierbrücken, Biotopvernetzung und Warnsysteme zu investieren. Langfristiges Ziel ist eine deutliche Reduktion von Wildtierunfällen.

11. Wird sich Ihre Partei für ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement einsetzen?

Wir begrüßen betreute Taubenschläge auf kommunaler Ebene. Das ist eine kommunale Aufgabe. Das Land soll mehr Beratung und Austausch anbieten.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen zur Reduktion tierischer Produkte und zur Förderung tierfreier Alternativen?

Wir begrüßen nachhaltiges Kaufverhalten. Solange Pelz, Leder und Wolle aus heimischer artgerechter Tierhaltung stammen, sehen wir keinen Anlass für Verbote. Maxime ist die vollständige Verwertung eines getöteten Tieres.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime besser zu unterstützen und Katzenschutz auszubauen?

Ja. Wir wollen die Tierschutzstrategie konsequent umsetzen. Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Freigängerkatzen liegen in Verantwortung der Kommunen. Tierheime wurden bereits stärker unterstützt; eine weitere Stärkung wird angestrebt. Tierschutzbildung soll ausgebaut werden.

1. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Aus Sicht der SPD soll die Jagd zum Zweck der Bestandsregulierung, etwa beim Rehwild und Schwarzwild erfolgen und so stattfinden, sodass unnötiges Tierleid vermieden wird. Wo andere Methoden, wie etwa bei der Reduzierung von Taubenpopulationen, zur Verfügung stehen, sind diese vorzuziehen. Grundsätzlich gilt die Forschungsfreiheit in Baden-Württemberg. Diese Freiheit gilt es seitens des Landes auch zu fördern.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Wir von der SPD haben erfolgreich den Tierschutz in der Verfassung verankert: Dies ist ein hohes Rechtsgut. Auf Landesebene ist es nicht möglich, einen anderen Wert oder Leitsatz höherrangig zu setzen. Es gibt grundsätzlich jedoch immer eine Güterabwägung, sodass es immer zu einer ganzheitlichen Betrachtung und Berücksichtigung kommen muss.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Die Zahl der Veterinärbeamtinnen und -beamten wurde in den vergangenen Jahren, auch auf unseren Druck hin, spürbar erhöht. Da die neu geschaffenen Stellen aber zu einem großen Teil gar nicht besetzt wurden, ging diese Verbesserung weitgehend ins Leere. Wir wollen durch Änderung der Rahmenbedingungen diese Stellen auch tatsächlich besetzen und zudem schärfere Mindestanforderungen für die Zahl (und Abstände) der Kontrollen bei Tierhaltern, im Haustierhandel und bei Tiertransporten erhöhen. Eine Ausweitung des Verbandsklagerecht auf weitere Verbände werden wir prüfen.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Nein. Wir werden den biologischen Landbau stärker fördern und mehr Fördermittel für eine tiergerechte Haltung einsetzen. Zudem wollen wir eine Ernährungsberatung, die verdeutlicht, dass ein geringerer Fleischkonsum gut für Umwelt und Gesundheit ist.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Wir werden sukzessive die Umstellung von Versuchen mit Tieren auf tierversuchsfreie Forschung vorantreiben. Eine Forderung, die wir in den vergangenen Jahren im Landtag immer wieder zum Thema gemacht haben ohne jedoch die Unterstützung durch andere Fraktionen zu einer Mehrheit.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

Für die Haltung in Zirkussen setzen wir uns seit Jahren für eine stark eingeschränkte Positivliste ein, da wir die Haltung und Nutzung der vielen heute genutzten Zirkustiere für absolut nicht tierschutzgerecht halten. Die Haltung von Tieren zu Werbe- und Bettelzwecken muss durch konsequente Kontrollen seitens der Veterinärbehörden deutlich reduziert werden, da eine tiergerechte Haltung in sehr vielen Fällen nicht gegeben ist.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen, da sie der Anpassung der Tiere an nicht tierschutzgerechte Haltungssysteme dienen und strukturelles Tierleid verursachen?

Ja. Wir wollen die Praxis der schmerzhaften Eingriffe zur leichteren Haltung von Nutztieren stark reduzieren und wenn möglich beenden. Hierzu gehört das Kürzen der Schwänze bei Schweinen, das Entfernen der Hörner bei Rindern und andere Eingriffe. Durch verbesserte Haltungssysteme ist es möglich, auf diese Eingriffe zu verzichten.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden und Kommunen sowie Behörden hierfür klare rechtliche Instrumente und Ressourcen zur Verfügung zu stellen? (Dabei geht es ausdrücklich nicht um Menschen in prekären Lebenslagen mit eigenen Tieren, sondern um organisierte Formen der Ausbeutung.)

Hier ist ein gutes Augenmaß insbesondere der Kommunen und Landkreisbehörden erforderlich, um es von den von Ihnen genannten Hunden von Menschen abzugrenzen, die (mitsamt ihrem Hund) in prekäre Lebenslagen gerieten. Organisierte Ausbeutung ohne prekäre Notlage muss wirksam unterbunden werden.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten, in denen keine mit der EU vergleichbaren Tierschutzstandards gelten, zu beenden und entsprechende Genehmigungen konsequent zu untersagen?

In der Vergangenheit haben immer wieder Tiertransporte stattgefunden, bei denen Tiere unter der Angabe, es seien Zuchttiere, unter erbärmlichen Umständen oftmals per Schiff ins Ausland transportiert wurden. Um solche offenbar tierschutz- und anderweitig rechtswidrigen Praktiken zu unterbinden, setzen wir uns für ein Transportverbot lebender Nutztiere zu jeglichen Zwecken ins EU-Ausland ein. Kontrollen, die eher Showcharakter haben, wie sie etwa pressewirksam von der grünschwarzen Landesregierung begleitet werden, lehnen wir ab. Es braucht effektive Kontrollen im Sinne des Tierschutzes.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser vor den Folgen von Straßenverkehr, der Zerschneidung ihrer Lebensräume sowie lärmintensiven und feuerbasierten Veranstaltungen (z. B. private Feuerwerke oder Osterfeuer) zu schützen und bei der Verwendung öffentlicher Mittel einen stärkeren Schwerpunkt auf den Schutz heimischer Wildtiere und ihrer Lebensräume (z. B. Wildtierbrücken, Biotopvernetzung) zu legen?

Wir befürworten eine deutliche Ausweitung des Biotopverbundes insbesondere auch für Wild, die in den letzten Jahren leider kaum vorangekommen ist. Zudem halten wir es für sinnvoll, wenn Kommunen, auch zum Schutz von Haus- und Wildtieren, die Möglichkeit erhalten, Feuerwerke und ähnliches zu beschränken oder zu verbieten.

11. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Kommunen in Baden-Württemberg beim Aufbau eines flächendeckenden, tierschutzgerechten Stadttaubenmanagements zu unterstützen – insbesondere durch betreute Taubenschläge mit Eiaustausch – und solange diese nicht ausreichend vorhanden sind, auch kontrollierte Fütterungsstellen als Übergangslösung zu ermöglichen?

Die Tauben in unseren Städten sind einerseits oft bemitleidenswerte Geschöpfe, andererseits bieten sich ihnen gute Bedingungen für eine starke Vermehrung und sie beeinträchtigen viele Bauwerke. Methoden, dieser Vermehrung entgegenzuwirken, sind vielfach erprobt, kostengünstig und erfolgreich, sie müssen jedoch auch vom Land angereizt werden, damit sie flächendeckend angewandt werden. Dazu gehören auch insbesondere die von Ihnen genannten Methoden, die bereits vielerorts erfolgreich angewendet werden.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen, um den Verbrauch tierischer Produkte (z. B. Pelz, Leder, Wolle) zu reduzieren und tierfreie Alternativen gezielt zu fördern?

Bei tiergerechter Haltung halten wir auch die Herstellung und Nutzung von Leder oder Wolle für sinnvoll. Grundsätzlich kann beobachtet werden, dass in vielen Bereichen bereits Alternativen zum Einsatz kommen. Diese Entwicklung begrüßen wir. Die Pelztierzucht lehnen wir ab.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime in Baden-Württemberg strukturell und finanziell besser zu unterstützen, landesweit verbindliche Katzenschutzverordnungen auszubauen und die Zucht von Tieren so zu regulieren oder zu untersagen, dass sie nicht weiter zur Überfüllung von Tierheimen beiträgt, solange dort massenhaft Tiere auf ein Zuhause warten?

Die Katzenschutzverordnungen müssen in viel mehr Kommunen erlassen werden, wozu wir die Kommunen durch Änderungen in der Förderrichtlinie und Informationen ermuntern wollen. Tierheime sollen stärker auch vom Land gefördert werden, auch über bauliche Maßnahmen hinaus. Die Arbeit der Tierschutzvereine ist von großem Wert und muss deshalb von Seiten des Landes stärker unterstützt werden.

1. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Der Tierschutz hat für die FDP seit jeher eine zentrale Bedeutung. So ist auf Initiative der FDP der Tierschutz überhaupt erst als Staatsziel im Grundgesetz verankert worden. Wir unterstützen die Weiterentwicklung der jagdlichen Forschung. Nach unserer Auffassung ist die Jagd tierschutzgerecht, weil sie die Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit beachtet. Diese Beziehung zwischen Tierschutz und Jagdrecht ist auch konform zum Staatsziel Tierschutz (Art. 20 a GG). Im Jagdrecht finden sich viele tierschutzrelevante Vorschriften. Besondere Bedeutung gewinnt zum Beispiel der Elterntierschutz. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) regelt die Ziele der Jagd, bringt die gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Belange mit den heimischen Wildtierpopulationen in Einklang und dient dem Tierschutz. Daran halten wir fest.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Das Staatsziel Tierschutz ist im Grundgesetz verankert. Für uns Freie Demokraten sind Tierschutz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch. Im Gegenteil: die Marktwirtschaft kann dazu beitragen, den Tierschutz schneller, kostengünstiger und konsequenter umzusetzen, als dies mit staatlich dirigistischen Korrekturmaßnahmen möglich wäre. Nicht Sondersteuern oder andere Lenkungsmechanismen, sondern klare Regeln und deren staatliche Durchsetzung sichern ein Höchstmaß an Tierschutz. Wir Freie Demokraten setzen uns für die Einführung einheitlicher europäischer Tierhaltungsstandards sowie eine EU-weit einheitliche Tierhaltungs- und -herkunftskennzeichnung ein.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Ja, wir planen eine strukturelle und personelle Stärkung der Veterinärverwaltung in Baden-Württemberg. Das Verbandsklagerecht wollen wir abschaffen. Die Durchsetzung und Gestaltung des Tierschutzrechts gehört laut Artikel 20a des Grundgesetzes aber in die Hand des Staates. Die Verschiebung des individuellen Klagerechts auf Verbände ist eine falsche Entwicklung, die jeden Einzelnen zu Unrecht aus der Verantwortung nimmt. Wir Freie Demokraten sind überzeugt, dass Verbesserungen im Tierschutz insbesondere durch eine funktionierende und schlagkräftige Veterinärverwaltung gelingen, die bei Verstößen gegen den Tierschutz in angemessener Weise eingreift. Zudem zeigen die Erfahrungen, dass die umfangreichen mit Verbandsklagerechten im Zusammenhang stehenden Informationspflichten die staatlichen Veterinärverwaltungen von ihren eigentlichen Kontrolltätigkeiten abhalten und dem Tierschutz somit eher schaden als nützen.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Wir wollen die art- und tierschutzgerechte Tierhaltung in Baden-Württemberg stärken. Sie ist für die Ernährungssicherung und Landwirtschaft und unsere Kulturlandschaft sowie die Biodiversität genauso wichtig wie der Pflanzen-, Obst- und Ackerbau. Wir werden Tierhalter von überschüssigen Dokumentationspflichten und Auflagen befreien und für schnellere Verfahren bei Stall- und Tierwohlbauten sorgen. Die aktuelle bau- und genehmigungsrechtliche Praxis führt zum Stillstand jeglicher Weiterentwicklung der Tierhaltung. Tierhalter brauchen Sicherheit, dass der neue Stall nicht schon wieder nach zwei bis drei Jahren wegen geänderter Umwelt- oder Tierwohlvorgaben geändert werden muss. Bisherige Förderprogramme und Antragsverfahren müssen weiterentwickelt und vereinfacht werden. Mehr Tierwohl lässt sich wettbewerbsgerecht aber nur europäisch regeln. Wir werden uns daher auch für ein EU-weit einheitliches System zur Kennzeichnung von Tierhaltung und Herkunft einsetzen. Außerdem werden wir die Potenziale der Digitalisierung für die Tierhaltung erschließen (z. B. Einsatz von KI, digitales Herdenmanagement) und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, insbesondere die digitale Infrastruktur.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Wir werden die tierversuchsfreie und serumfreie Forschung in Baden-Württemberg unterstützen. Für uns Freie Demokraten steht außer Frage, dass Tierversuche auf absehbare Zeit noch wissenschaftlich erforderlich sein werden, vor allem bei der Erforschung der Wirkung von Arzneimitteln auf einen Gesamtorganismus. Bei der Bewertung von Tierversuchen muss daher genau zwischen biowissenschaftlicher Grundlagenforschung und einzelnen Teilbereichen differenziert werden. Mit Blick auf mögliche Verlagerungen von Forschungsaktivitäten in Drittstaaten sehen wir es als entscheidende Aufgabe im Sinne des Tierschutzes an, für eine angemessene Finanzierung der Erforschung von Alternativmethoden zu sorgen, um den Bedarf an Tierversuchen grundsätzlich zu verringern, anstatt ihn durch verschärfte Vorgaben einfach zu verdrängen.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

Menschen müssen mit allen Tieren sorgsam umgehen und ihnen einen artgerechten Lebensraum zur Verfügung stellen. Wir wollen, dass der Einsatz von Tieren auf Jahrmärkten und in Zirkussen möglich bleibt. Pauschale Verbote halten wir für wenig zielführend. Dabei müssen aber selbstverständlich alle Anforderungen des Tierschutzes erfüllt werden.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen?

Tierwohl, Tierschutz und Tiergesundheit sind uns eine zentrale Angelegenheit. Die Umsetzung hängt unabhängig von der Haltungsform entscheidend von der Qualifikation der Tierhalter ab. Wir werden daher sicherstellen, dass diese Themen fester Bestandteil in der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung sind. Außerdem werden wir die praktische Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Nutztierhaltung voranbringen. Was das Kürzen von Schnäbeln bei Puten betrifft, werden wir Forschungs-, Modell- und Demonstrationsvorhaben unterstützen. Wir unterstützen mittel- bis langfristig das Ziel, auch bei Puten den Ausstieg zu schaffen.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden?

Wir Freie Demokraten lehnen sämtliche organisierte Formen der Ausbeutung von Tieren ab. Starre Verbote führen aber lediglich zu einer Kriminalisierung von Tierhaltenden und zu einem grauen Markt. Anstatt auf Haltungsverbote und Meldepflichten setzen wir auf freiwillige Fortbildungsangebote an Heimtierhalter. Tierschutz soll verstärkt Eingang in die schulische Bildung finden.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten zu beenden?

Nationale Alleingänge lehnen wir ab. Lebendtierexporte in Länder, die nicht die EU-Mindeststandards einhalten, wollen wir unterbinden.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser zu schützen?

Wir unterstützen die Umsetzung des Generalwildwegeplans (GWP) in Baden-Württemberg. Ein generelles Verbot von privaten Feuerwerken oder Lagerfeuern ist nicht zielführend.

11. Wird sich Ihre Partei für ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement einsetzen?

Wir sind der Ansicht, dass eine Stadttaubenpopulation am erfolgversprechendsten mit einem abgestimmten und konsequent umgesetzten Stadttaubenkonzept betreut wird. Fördergelder können wir uns vorstellen.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen zur Reduktion tierischer Produkte?

Ein generelles Pelzhandelsverbot fordern wir nicht. Verbote sind nicht sinnvoll. Selbstverständlich unterstützen wir die Entwicklung tierfreier Alternativen.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime besser zu unterstützen und Katzenschutz auszubauen?

Wir Freie Demokraten sind dankbar für die Arbeit der Tierheime. Wir werden Kommunen und Tierschutzvereine unterstützen. Mit Blick auf Bürokratieaufwand halten wir subsidiäre Regelungen vor Ort für zielführend.

1. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Für uns ist die Jagd eine legitime Form der Naturnutzung. Sie ist eine gesellschaftliche notwendige und erwünschte Tätigkeit und dient dem Allgemeinwohl. Gerade deshalb braucht es eine ökologische und soziale Verantwortung von Jägerinnen, Jagdgenossenschaften und Eigentümerinnen.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Ja. Wir treten dafür ein, dass Tierschutz unabhängig von Profitinteressen durchgesetzt wird – von der Landwirtschaft bis zum Forschungslabor. Die profitorientierte, konventionelle Bewirtschaftung, die die Natur zerstört, muss beendet und eine Transformation eingeleitet werden. Tiere sind keine Dinge und kein Mittel zu Profit.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Wir fordern regelmäßige Veterinärkontrollen. Auf Bundesebene setzen wir uns konkret für eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Behörden zur Durchsetzung des Tierschutzrechts ein. Wir fordern explizit die Einführung eines bundesweiten Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzorganisationen, damit diese bei Verstößen gegen den Tierschutz rechtlich vorgehen können. Zudem wollen wir einen unabhängigen Bundestierschutzbeauftragte*n einführen, die/der an der Gesetzgebung beteiligt wird.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Wir fordern eine stärkere Förderung vielfältiger nicht-tierischer Produkte und setzen uns für eine Reduktion tierischer Produkte ein. Wir wollen weg von der übermäßigen Nutztierhaltung. Bundesweit unterstützen wir die Anerkennung pflanzlicher Alternativnahrungsmittel als Grundnahrungsmittel und deren Befreiung von der Mehrwertsteuer. Wir setzen uns für Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ein und streben einen sozial ausgestalteten Umbau der Landwirtschaft an, der die Tierbestände reduziert.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Wir fordern, Primatenversuche in Baden-Württemberg zu verbieten. Alternative Verfahren zu Tierversuchen müssen gefördert und als Standard festgesetzt werden. Bundesweit fordern wir einen verbindlichen Ausstiegsplan aus Tierversuchen mit konkreten Schritten und Terminen. Schwerbelastende Tierversuche müssen sofort verboten werden. Öffentliche Fördergelder sollen bevorzugt in tierfreie Forschungsmethoden fließen.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

Ja. Unser Landtagswahlprogramm fordert explizit ein Verbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben sowie von Weihnachtskrippen mit lebenden Tieren auf Weihnachtsmärkten. Auch Delfinarien und Tierhaltungen auf Jahrmärkten wollen wir verbieten.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen, da sie der Anpassung der Tiere an nicht tierschutzgerechte Haltungssysteme dienen und strukturelles Tierleid verursachen?

Ja. Wir wollen Qualzuchten und medizinisch nicht notwendige Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit verbieten. Dazu zählen explizit Amputationen wie das Kürzen von Schnäbeln, Hörnern und Schwänzen. Die Haltungssysteme müssen an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden, nicht umgekehrt.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden und Kommunen sowie Behörden hierfür klare rechtliche Instrumente und Ressourcen zur Verfügung zu stellen? (Dabei geht es ausdrücklich nicht um Menschen in prekären Lebenslagen mit eigenen Tieren, sondern um organisierte Formen der Ausbeutung.)

Grundsätzlich dürfen Tiere nicht als Mittel zum Profit missbraucht werden. Wir fordern eine bessere personelle Ausstattung der Behörden zur Durchsetzung des Tierschutzrechts, welche daher auch im Falle des Schutzes von Hunden durch organisierte Strukturen zur Anwendung kommen würde.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten, in denen keine mit der EU vergleichbaren Tierschutzstandards gelten, zu beenden und entsprechende Genehmigungen konsequent zu untersagen?

Ja. Wir fordern ein Verbot von Tiertransporten in EU-Drittländer. Innerhalb der EU-Staaten sollen Transporte auf eine maximale Dauer von vier Stunden begrenzt werden. Wir setzen uns stattdessen für den Transport von genetischem Material (Samen/Embryonen) und Fleisch ein sowie für den Aufbau regionaler Schlacht- und Verarbeitungsstrukturen.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser vor den Folgen von Straßenverkehr, der Zerschneidung ihrer Lebensräume sowie lärmintensiven und feuerbasierten Veranstaltungen (z. B. private Feuerwerke oder Osterfeuer) zu schützen und bei der Verwendung öffentlicher Mittel einen stärkeren Schwerpunkt auf den Schutz heimischer Wildtiere und ihrer Lebensräume (z. B. Wildtierbrücken, Biotopvernetzung) zu legen?

Ja.

11. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Kommunen in Baden-Württemberg beim Aufbau eines flächendeckenden, tierschutzgerechten Stadttaubenmanagements zu unterstützen – insbesondere durch betreute Taubenschläge mit Eiaustausch – und solange diese nicht ausreichend vorhanden sind, auch kontrollierte Fütterungsstellen als Übergangslösung zu ermöglichen?

Wir fordern, dass Kommunen beim Tierschutz unterstützt werden und Tierschutzvereine gestärkt werden sollen. Da wir uns gegen das Töten von Tieren aus rein wirtschaftlichen oder ordnungspolitischen Gründen aussprechen und tierschutzgerechte Lösungen bevorzugen, entspricht ein solches Management unseren Grundsätzen.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen, um den Verbrauch tierischer Produkte (z. B. Pelz, Leder, Wolle) zu reduzieren und tierfreie Alternativen gezielt zu fördern?

Ja, wir sprechen uns für eine Reduktion tierischer Produkte aus. Bundesweit fordern wir ein Verbot der Herstellung und des Imports von Pelzen sowie ein Verbot des Kaufs und Verkaufs von Echtpelz-Produkten. Wir wollen ein EU-weites Verbot von Pelztierfarmen.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime in Baden-Württemberg strukturell und finanziell besser zu unterstützen, landesweit verbindliche Katzenschutzverordnungen auszubauen und die Zucht von Tieren so zu regulieren oder zu untersagen, dass sie nicht weiter zur Überfüllung von Tierheimen beiträgt, solange dort massenhaft Tiere auf ein Zuhause warten?

Ja. Wir wollen Tierschutzvereine und -organisationen stärken. Bundesweit unterstützen wir die Einführung einer verpflichtenden Registrierung und Kennzeichnung von Hunden und Katzen. Zur Regulierung der Zucht fordern wir ein Verbot von Qualzuchten und setzen uns dafür ein, dass der Handel mit Tieren streng reguliert wird, inklusive eines Verbots des Wildtierverkaufs in Zoohandlungen. Zudem fordern wir eine Positivliste für die Haltung von Haustieren.

1. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Eine Reform des Jagdrechts mit dem Ziel, Jagd grundsätzlich zurückzudrängen, wird abgelehnt. Jagd ist in unserer Sicht notwendiger Bestandteil von Wildtiermanagement, Seuchenprävention, Bestandsregulierung und Waldschutz. Forschung zu tierschonenderen Methoden kann sinnvoll sein, darf aber die Jagd als Instrument nicht ersetzen. Drückjagden sind in bestimmten Situationen fachlich geboten. Eine Abwertung als Hobbyjagd lehnen wir ab.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Ein genereller Vorrang des Staatsziels Tierschutz gegenüber wirtschaftlichen Interessen wird abgelehnt. Es braucht einen Ausgleich zwischen Tierwohl, Ernährungssicherung, Eigentumsrechten und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Tierschutz darf nicht als Hebel dienen, um Landwirtschaft und Nutztierhaltung politisch zurückzudrängen. Maßstab sind praxistaugliche Standards und Rechtssicherheit.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Eine Stärkung des Vollzugs kann dort sinnvoll sein, wo bestehendes Recht konsequent und rechtsstaatlich angewendet wird. Ein Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen lehnen wir ab, da dies die Durchsetzung staatlicher Aufgaben in private Hände verlagert und neue Klageindustrien schafft. Kontrolle ist Aufgabe des Staates, nicht von Lobbyvereinen. Priorität hat eine klare, einfache Rechtslage statt zusätzlicher Instrumente.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Ein struktureller Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen wird abgelehnt. Nutztierhaltung ist Teil regionaler Landwirtschaft, Wertschöpfung und Ernährungssicherheit. Förderpolitik darf keine ideologische Umstellung erzwingen. Pflanzliche Produkte sollen sich über Nachfrage am Markt behaupten, nicht über staatlich gelenkte Substitution. Die Freiheit der Verbraucher und die wirtschaftliche Existenz der Betriebe haben Vorrang.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Tierversuche sind nach geltendem Recht auf das notwendige Maß zu begrenzen. Forschung an Alternativen kann unterstützt werden, sofern sie wissenschaftlich sinnvoll ist und nicht zu einem faktischen Forschungshemmnis wird. Ein ideologischer Sonderweg, der die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes schwächt, wird abgelehnt. Ziel ist Wissenschaftsfreiheit bei gleichzeitig verantwortungsvollem Umgang mit Tieren.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

Ein generelles Verbot der Nutzung von Tieren bei Märkten, lebendigen Krippen oder touristischen Angeboten lehnen wir ab. Tradition, Brauchtum und regionale Kultur dürfen nicht pauschal kriminalisiert werden. Entscheidend ist, dass vorhandene Tierschutzregeln eingehalten werden. Zirkusse und Veranstaltungen müssen tierschutzgerecht arbeiten. Wo Missstände vorliegen, ist bestehendes Recht konsequent anzuwenden.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen?

Pauschale Verbote schmerzhafter Eingriffe ohne praxistaugliche Alternativen lehnen wir ab. Ziel muss sein, Tierleid zu vermeiden, ohne Betriebe durch unrealistische Vorgaben zu verdrängen. Wo Eingriffe routinemäßig erfolgen, sind Ursachen wie Haltungsbedingungen und Zuchtziele zu prüfen. Änderungen müssen praktikabel, wirtschaftlich tragbar und rechtssicher sein. Der Staat soll nicht durch Symbolverbote die Produktion verlagern.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden?

Organisierte Ausbeutung von Hunden und missbräuchliche Strukturen im öffentlichen Raum sind zu unterbinden. Dafür braucht es klare Regeln, wirksame Kontrollen und ein konsequentes Vorgehen gegen organisierte Täter. Gleichzeitig ist zu unterscheiden zwischen Missbrauch und Menschen in Notlagen mit eigenen Tieren. Kommunen sollen Handlungsmöglichkeiten haben, ohne pauschale Schikanen gegen Tierhalter zu schaffen.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten zu beenden?

Tiertransporte in Drittstaaten ohne mit der EU vergleichbare Tierschutzstandards sollen beendet oder so streng reguliert werden, dass tierschutzwidrige Transporte ausgeschlossen sind. Genehmigungen sind konsequent zu versagen, wenn Standards nicht eingehalten werden. Die AfD setzt sich für regionale Verarbeitung und kurze Transportwege ein, lehnt jedoch pauschale Verschärfungen innerhalb der EU ohne Praxisbezug ab. Entscheidend sind Kontrolle und Rechtsdurchsetzung statt Symbolpolitik.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser zu schützen?

Schutz von Wildtieren durch Biotopvernetzung, Wildtierbrücken und vorausschauende Raumplanung ist grundsätzlich sinnvoll, wenn es verhältnismäßig und wirksam umgesetzt wird. Pauschale Einschränkungen von Brauchtumsfeuern oder privaten Veranstaltungen lehnen wir ab. Ziel ist ein ausgewogener Ansatz, der Verkehrssicherheit, Naturschutz und gesellschaftliche Praxis verbindet. Investitionen sollen nach Wirksamkeit priorisiert werden.

11. Wird sich Ihre Partei für ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement einsetzen?

Kommunale Lösungen beim Taubenmanagement können sinnvoll sein, wenn sie praktikabel und lokal steuerbar sind. Starre landesweite Verpflichtungen lehnen wir ab. Betreute Taubenschläge können Teil eines Konzepts sein. Fütterungsverbote oder erlaubte Fütterungsstellen sind vor Ort zu regeln, um Hygiene, Akzeptanz und Wirksamkeit zu sichern. Das Land sollte gute Praxis fördern, nicht zentral dirigieren.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen zur Reduktion tierischer Produkte?

Politische Maßnahmen zur Reduktion des Konsums tierischer Produkte lehnen wir ab. Konsumentscheidungen sind privat. Der Staat soll keine Lebensstilpolitik betreiben und keine Branchen durch Steuerung oder Kampagnen zurückdrängen. Alternativen können sich am Markt entwickeln, aber ohne staatliche Lenkung. Pelz, Leder und Wolle sind zudem teils Nebenprodukte. Wichtig ist Transparenz und rechtmäßige Produktion, nicht Ideologie.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime besser zu unterstützen und Katzenschutz auszubauen?

Tierheime leisten wichtige Arbeit. Unterstützung kann zielgerichtet erfolgen, etwa bei Pflichtaufgaben durch Kommunen. Landesweit verbindliche Katzenschutzverordnungen und pauschale Zuchtverbote lehnen wir ab, weil sie häufig Vollzugsprobleme schaffen und rechtlich in Eigentumsrechte eingreifen. Stattdessen braucht es konsequente Anwendung bestehender Regeln, Verantwortung der Halter und eine Stärkung von Vermittlung, Aufklärung und kommunaler Steuerung dort, wo lokale Probleme bestehen.

1. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass in Baden-Württemberg wissenschaftlich fundierte, nicht-tödliche Alternativen zur Jagd erforscht, erprobt und gefördert werden und das Jagdrecht mit dem Ziel reformiert wird, Tierleid – etwa durch Drückjagden oder Hobbyjagd – deutlich zu reduzieren?

Nicht-tödliche Alternativen und deren Erforschung, Förderung und Ausübung unterstützen wir ausdrücklich. Wir sind uns der wissenschaftlichen Faktenlage bewusst und lehnen die Jagd auf Wildtiere ab. Die Jagd ist kontraproduktiv zur tatsächlichen Regulierung des Wildtierbestandes und der Natur. Zudem muss das Jagd- und auch das Waffenrecht deutlich verschärft werden. Hobbyjagd darf gar nicht erst möglich sein.

2. Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass das Staatsziel Tierschutz in Baden-Württemberg auch bei Zielkonflikten mit wirtschaftlichen Interessen verbindlich Vorrang erhält?

Ja, die Interessen von Mensch, Umwelt und Tieren liegen bei uns immer vor wirtschaftlichen Interessen.

3. Plant Ihre Partei eine personelle und strukturelle Stärkung der Kontroll- und Vollzugsbehörden und wird sie sich zugleich dafür einsetzen, dass anerkannte Tierschutzorganisationen über wirksame rechtliche Instrumente – etwa ein Verbandsklagerecht – verfügen, um bestehendes Tierschutzrecht durchzusetzen?

Ja. Sowohl das Verbandsklagerecht als auch die Kontrolle und Ausübung von Tierschutz”standards” und die Erhöhung eben dieser Standards sind seit Jahren zentraler Kern unserer Politik. Wir fordern Natur und Tiere als Rechtssubjekte einzustufen.

4. Wird sich Ihre Partei für einen strukturellen Ausstieg aus tierhaltungsbasierten Systemen einsetzen und entsprechende Förderprogramme für pflanzliche Alternativen ausbauen?

Unsere Partei hat das Ziel einer tierhaltungsfreien Landwirtschaft und regionaler Ernährungssicherheit. In Baden-Württemberg müssen pflanzliche Betriebe gefördert und Tierhaltungsbetriebe beim Ausstieg unterstützt werden. Zudem soll das Land diese regionalen und gesunden pflanzlichen Lebensmittel subventionieren, um kürzere Wege bei der Ernährung im Land zu gewährleisten. Obst und Gemüse, das aufgrund optischer Mängel in Form und Größe nicht gekauft wird, soll für öffentliche Kantinen verwendet werden, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

5. Wird sich Ihre Partei für die gezielte Förderung tierversuchsfreier und serumfreier Forschung in Baden-Württemberg einsetzen?

Tierversuche möchten wir verbieten und zellbasierte und In-Vitro-Forschung als Gegenposition unterstützen. Die Forschung im Land muss frei von jeder Tierausbeutung werden.

6. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Nutzung von Tieren zu Unterhaltungs-, Dekorations- oder Werbezwecken – etwa bei lebendigen Krippen, Märkten, touristischen Angeboten oder in Zirkussen – in Baden-Württemberg zu beenden und rechtlich zu untersagen?

Wir setzen uns für ein landesweites Verbot der Zurschaustellung und des Einsatzes von Tieren zu Unterhaltungs-, Schau-, Darbietungs- und Werbezwecken ein. Des Weiteren wollen wir das Landestierschutzgesetz reformieren, um Zirkusse, lebende Krippen und Co. einfacher zu beenden.

Auch die Kommunen sollen Werkzeuge an die Hand bekommen, gegen die Ausbeutung von Tieren einfacher vorzugehen.

7. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, schmerzhafte Eingriffe und Verstümmelungen an landwirtschaftlich genutzten Tieren – wie das routinemäßige Kürzen von Schnäbeln bei Puten – konsequent zu untersagen?

Ja, das Tierschutzgesetz gilt es konsequent einzuhalten und deutlich zu verschärfen. Dazu braucht es strenge und regelmäßige Kontrollen und starke Strafen und Sanktionen bei Verstößen.

8. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die gezielte Ausbeutung von Hunden durch organisierte Strukturen – etwa zur Einnahmenerzielung im öffentlichen Raum – wirksam zu unterbinden und Kommunen sowie Behörden hierfür klare rechtliche Instrumente und Ressourcen zur Verfügung zu stellen?

Die Bekämpfung von Bettelhund-Strukturen muss sensibel angegangen werden und darf eben nicht Menschen in prekären Lebenslagen mit ihren eigenen Tieren angreifen. Neben dem Ausbau der Obdachlosenhilfe möchten wir den Kampf gegen die Ausbeutung von Bettelhunden stärker angehen, da die mafiösen Strukturen dahinter oft von Tierschützer:innen bereits aufgedeckt wurden. Sowohl Land als auch Kommune brauchen hier bessere Handlungsmöglichkeiten. Behörden müssen diesen Fällen mehr Achtung schenken und diese verfolgen.

9. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tiertransporte aus Baden-Württemberg in Drittstaaten, in denen keine mit der EU vergleichbaren Tierschutzstandards gelten, zu beenden und entsprechende Genehmigungen konsequent zu untersagen?

Ja, Tiertransporte müssen mittelfristig beendet und kurzfristig deutlich reduziert werden. Die Transportzeiten müssen drastisch reduziert und Tierschutzstandards konsequent kontrolliert und eingehalten werden – inner- und außerhalb der EU.

10. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Wildtiere in Baden-Württemberg besser vor den Folgen von Straßenverkehr, der Zerschneidung ihrer Lebensräume sowie lärmintensiven und feuerbasierten Veranstaltungen zu schützen?

Wir sprechen uns für ein landesweites Böllerverbot aus und wollen Licht- und Drohnenshows anstelle von Feuerwerk zur Norm machen. Bei anderen feuerbasierten Veranstaltungen gilt es kurzfristig neue Sicherheitsstandards einzuführen und die Traditionen auslaufen zu lassen. Im Verkehr gelten Einzelfallentscheidungen zum Schutz der Wildtiere, seien es Wildtierbrücken, Sensoren, Schutzzäune oder Solaranlagen als Straßenabtrennung.

11. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Kommunen in Baden-Württemberg beim Aufbau eines flächendeckenden, tierschutzgerechten Stadttaubenmanagements zu unterstützen?

Wir fordern ein Landesprogramm zur Förderung des Stadttaubenmanagements. Gerade in Zeiten, in denen die Kommunen überall sparen müssen, darf dieser Sparzwang nicht den Tierschutz und seine Pflichtaufgaben treffen. Der Ausbau und die Betreuung von Taubenschlägen sollen deutlich gefördert und (bisher) Ehrenamtliche entlohnt werden. Langfristig braucht es festes Personal. Tierschutz darf für die Kommunen keine anstrengende Pflichtaufgabe, sondern ein Selbstverständnis der Stadtgesellschaft sein.

12. Unterstützt Ihre Partei politische Maßnahmen, um den Verbrauch tierischer Produkte zu reduzieren und tierfreie Alternativen gezielt zu fördern?

Ja, die Produktion, der Import und Verkauf von Pelz, Leder und Wolle soll langfristig keine Rolle mehr in Baden-Württemberg spielen. Schadstofffreie Natur- und Recyclingmaterialien wollen wir gezielt fördern.

13. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Tierheime in Baden-Württemberg strukturell und finanziell besser zu unterstützen, landesweit verbindliche Katzenschutzverordnungen auszubauen und die Zucht von Tieren so zu regulieren oder zu untersagen, dass sie nicht weiter zur Überfüllung von Tierheimen beiträgt?

Die aktuelle Finanzierung von Tierheimen ist strukturell schädigend. Anstelle der Finanzierungssumme pro Einwohner wollen wir eine Vollfinanzierung der Tierheimkosten, gemeinsam über Land und Kommune. Zudem fordern wir eine landesweite Katzenschutzverordnung, die wir bereits erfolgreich in vielen großen Kommunen des Landes umsetzen konnten. Die kommerzielle Zucht von Tieren muss klar unterbunden werden, um weitere Überfüllung von Tierheimen und Animal-Hoarding zu unterbinden. Die Adoption von Tieren aus dem Tierheim und Tierschutz wollen wir zudem finanziell deutlich attraktiver machen, indem wir unter anderem die Hundesteuer für Tierschutzhunde entfallen lassen wollen.

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Förderung betreuter Taubenschläge nach dem ,,Augsburger Modell" in Baden-Württemberg

Unsere Städte in Baden-Württemberg sind überfüllt mit hunderttausenden von Stadttauben, Teile der Bevölkerung fühlen sich belästigt, aber die betroffenen Kommunen und Vereine haben nicht die nötigen Mittel und ein nachhaltiges und erfolgreiches Taubenmanagement mit betreuten Tabenschlägen nach dem Augsburger Modell zu praktizieren. Mit Hilfe einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg könnte dieses große Problem gelöst werden. 

In regelmäßigen Abständen erreichen unseren Verein Bitten von Bürger*innen, sie bei der Umsetzung eines tierschutz-adäquaten Stadttaubenmanagements zu unterstützen. Einerseits sehen viele Gemeinden die Stadttaubensituation als Störfaktor, andererseits gibt es wenig Bereitschaft, da die Mittel fehlen, sich der Situation angemessen anzunehmen.

Dabei ist die einzige wirksame und tierschutzgerechte sowie auch tierschutzrechtlich akzeptable Methode, um Taubenpopulationen auf Dauer zu verkleinern bzw. auf einer überschaubaren Zahl zu halten die Einrichtung betreuter Taubenschläge nach dem Augsburger Modell an geeigneten Plätzen, an denen die Tiere mit artgerechtem Futter sowie Wasser versorgt und an den Ort gebunden werden (1). Dadurch nimmt die Präsenz der Futterschwärme in der Stadt ab. In den Taubenschlägen können unkompliziert die Eier gegen Gipsatrappen getauscht werden und es kann somit die Taubenpopulationkontrolliert werden indem sie zunächst verringert und dann auf einem akzeptablen Niveau gehalten wird. 

Die bevorzugte Nahrung von (Stadt-)Tauben besteht hauptsächlich aus Körnern und Samen, die in den Städten kaum vorhanden sind. Stadttauben können Ähren nicht entspelzen, was verhindert, dass sie – wie landläufig fälschlicher Weise angenommen wird – zum “Feldern” ins Umland fliegen und wie Wildvögel auf Wiesen und auf Feldern Nahrung aufnehmen können. Somit haben die Tauben keine Möglichkeit, in Städten an artgerechtes Futter zu gelangen. Sie sind darauf angewiesen, sämtliche Abfälle der Menschen zu essen, die sie auffinden können. Dies führt auch zu einem vermehrten Absatz des flüssigen Hungerkots, in dessen Folge es zu einer vermehrten Verschmutzung der Innenstädte kommt, von der sich Teile der Bevölkerung belästigt fühlen. Werden die Tiere artgerecht gefüttert, kann diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werden. Zudem fördern hohe Populationsdichten von Stadttauben das Auftreten von Taubenspezifischen Infektionskrankheiten– die zwar für den Menschen kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen, die Tiere jedoch schwächen und zu erheblichen Leiden bis hin zum Verenden führen können.

In vielen Kommunen existieren ordnungsrechtliche Fütterungsverbote, die nur bei vorhandenem Stadttaubenmanagement rechtskonform sind.

In betreuten Taubenschlägen bekommen die Tiere ausreichend artgerechtes Futter, zudem können sie dort Paare bilden und brüten. Ihre Eier werden gegen Attrappen aus Gips ausgetauscht, sodass die Tiere weiter an ihr Nest gebunden bleiben, aber keine Küken aufziehen werden.

Einem Gutachten (Arleth C., Hübel J.: Rechtsgutachten Stadttaubenschutz.) zufolge handelt es sich bei Stadttaubenum Fundtiere (2). Die heutigen Stadttauben sind die Nachfahren von einst ausgesetzten Haustieren. Diese Tiere sind nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, da der Mensch sie im Laufe der Domestizierung über Jahrtausende in seine Abhängigkeit züchtete. Daher haben Kommunen die Pflicht zur Lösung dieser dauerhaften menschengemachten tierschutzrechtlichen Herausforderung.

Trotzdem sind es meistens Privatpersonen, die die Kosten für die Anschaffung eines Taubenschlages (bspw. ein Bauwagen, Container o.ä.) und das Futter tragen. 

Beispielsweise stellt die Landestierschutzbeauftragte von Berlin, Frau Dr. Kathrin Hermann, zu diesem Zweck Gelder aus dem Berliner Haushalt zur Verfügung. Dieses kann von den Bezirken für den Bau von Pilot-Taubenschlägen abgerufen werden. Um die Mittel zielgerichtet einsetzen zu können, sollten folgende drei Anforderungen erfüllt sein:

1. EIn geeigneter Standort; 

2. die Sicherstellung der Betreuung des Taubenschlages; 

3. ein(e) Ansprechpartner*in innerhalb der Bezirksverwaltung.

 

Die Errichtung betreuter Taubenschlägen an geeigneten Standorten nach dem Augsburger Modell, in denen Tauben artgerechtes Futter angeboten und Eier durch Attrappen ausgetauscht werden, ist die einzig tierschutzgerechte und zu gleich die erfolgversprechendste und nachhaltigste Möglichkeit, die Stadttaubenpopulation deutlich zu verringern,  Tierleid zu vermeiden und die Kosten der Städte im Hinblick auf Reinigungs- und Vergrämungsmaßnahmen deutlich zu senken. Auch werden die Bürger*innen stark entlastet – die Bürgerbeschwerden entfallen. Der Bau von betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell wird auch vom Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen beschrieben: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019 (4), und wurde auch in den – mittlerweile veralteten – Empfehlungen des Landestierschutzbeirats Baden-Württemberg zur Regulierung der Taubenpopulation in Städten, herausgegeben vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Jahr 2005, beschrieben.

 

Kosten für 1 Taubenschlag ca. 500 Tauben
Bau Taubenschlag inclusive Innenausstattung ca. 25.000,- €

Betreuungs- und Versorgungskosten jährlich ca. 15.000,- €

Bisher sind keine Fördermittel für gemeinnützige Taubenvereine und Kommunen im Haushalt des Landes vorgesehen. 

Zukünftig sollten, wie seit 2022 auch im Land Niedersachsen, Haushaltsmittel für die Errichtung und die Unterhaltung betreuter Taubenschläge bereitgestellt werden, die eingetragene Tierschutzorganisationen und Gemeinden in Baden-Württemberg unterstützen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition, bitten Sie als zuständigen Minsister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz daher um Förderung dieser wichtigen Maßnahme zur Eindämmung der Taubenpopulationen in den Kommunen. 

Wir ersuchen dabei um die Förderung des Baus von betreuten Taubenschlägen nach dem Ausburger Modell, der Einrichtung von betreuten Futterplätzen für die noch nicht an einen Schlag gebundenen “noch-obdachlosen” Tauben oder für Areale, in denen ein Bedarf herrscht, jedoch Taubenschläge aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht einrichtbar sind, sowie die Übernahme der laufenden Kosten für die Betreibung, einschließlich der Pflege, ggf. tiermedizinischen Versorgung und des artgerechten Futters in den Taubenschlägen ebenso wie an den betreuten Futterplätzen.

Zudem fordern wir eine Verpflichtung aller Kommunen mit höherer Stadttaubendichte zur Errichtung von Taubenschlägen – bedarfsweise in Verbindung mit betreuten Futterplätzen – zur Populationskontrolle und Fütterung der Tiere, um das Leid der Tiere zu vermindern, öffentliche Kosten zu senken, Bürgerbeschwerden abzuwenden, und letztlich damit eine großflächige Populationskontrolle in Baden-Württemberg zu erreichen.

Diese Maßnahmen der Bestandskontrolle, artgerechten Fütterung sowie Unterbringung der Tauben gem. dem Augsburger Modell würden dazu beitragen, den “ethischen Tierschutz” in Baden-Württemberg zu verwirklichen. Dieser erlangte bereits vor über 20 Jahren mit Zweidrittelmehrheiten des Bundesrates und des Bundetags Verfassungsrang durch die Implementierung des “Staatsziels Tierschutz” in Artikel 20a Grundgesetz im Jahre 2002. Gemäß amtlicher Begründung des Bundestags trägt dies „dem Gebot eines sittlich verantworteten Umgangs des Menschen mit dem Tier Rechnung“ (5). „Daraus folgt die Verpflichtung, Tiere in ihrer Mitgeschöpflichkeit zu achten und ihnen vermeidbare Leiden zu ersparen.“ Die Staatszielbestimmung ruft insbesondere die Legislative und Exekutive dazu auf, die Belange und den Schutz der Tiere zu verwirklichen. Es geht beim Staatsziel Tierschutz um nicht weniger, als den Schutz der Tiere vor nicht artgemäßer Haltung, vermeidbaren Leiden, Zerstörung ihrer Lebensräume und ihrer Achtung als unsere Mitgeschöpfe.

Ein auch für andere Bundesländer wegweisender Umgang mit den Stadttauben entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (einschlägig sind hier die Paragraphen 1, 2 und 17), sowie des ethischen Tierschutzes in Umsetzung der Staatszielbestimmung wäre zeitgemäß und Baden-Württemberg soll hier eine Vorreiterrolle einehmen und vorbildhaft für andere Bundesländer den ethischen Tierschutz verwirklichen.

 

Anhang

Definition Stadttauben

Sog. Stadttauben (Columba livia forma domestica) sind Nachkommen von Haustauben wie Brief-, Hochzeits- oder sonstige Zuchttauben, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Taubenschlag zurückgefunden und sich einer Stadttaubenpopulation angeschlossen haben. 
Tauben wurden früher als Nutztiere gehalten (als Fleisch-, Eier- und Düngerlieferanten oder als sog. Brieftauben zur Übermittlung von Nachrichten), als sie dann nicht mehr gebraucht wurden, wurden viele Taubenschläge geschlossen. Es handelt sich bei den Stadttauben somit nicht um Wildtiere, sondern um obdachlose Haustiere. Sie wurden über Jahrtausende vom Menschen domestiziert. Diese Domestikation ist nicht mehr umkehrbar(vgl. Rechtsgutachten von Dr. jur. Christian Arleth/Dr. med. vet. Jens Hübel, (2))

Augsburger Modell

99 % der Städte mit Taubenmanagement in Deutschland entscheiden sich für das nachgewiesen erfolgreiche Augsburger Modell. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch Zählung derausgetauschten Eier in einem Schlag, dem Sinken der Reinigungskosten auf privatem und öffentlichem Gelände und dem Ausbleiben von Beschwerden der Bürger und Gewerbetreibenden (Einzelhandel, Bäckereien, Gastronomen). Dies ist mit Abstand die erfolgreichste, effektivste, nachhaltigste, tierschutzkonformste und kostengünstigste Lösung für die Kommunen. 

Die Umsetzung des Konzepts basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen und praktischen Erfahrungen von vielen verschiedenen Kommunen und wird als alleiniges Konzept vom zuständigen Ministerium in Baden-Württemberg empfohlen. 

Ziel des Augsburger Models ist die Reduktion der Population durch Eiaustausch. Sobald die Tauben – nach einer Phase des schrittweisen „Hineinlotsens“ der Tiere in den Taubenschlag – im Schlag angesiedelt sind, verbringen sie 80 % des Tages im Schlag und setzen somit den Hauptteil des Kotes im Schlag ab, der einfach und hygienisch entfernt werden kann. Die Tauben müssen nicht zur Nahrungssuche auf die Straßen und in die Fußgängerzonen. Die Fußgänger und die Gastronomie werden nicht mehr belästigt und die Reinigung der umliegenden Häuser und Straßen von Taubenkot entfällt.

Vorteile Taubenschlag, nach dem Augsburger Modell:

  • Durch den Eiertausch im Schlag wird eine Vermehrung der Tauben verhindert, die Population nimmt ab;
  • Tauben befinden sich 80 % des Tages im Schlag. Der Kot bleibt im Schlag und kann mühelos entfernt werden;
  • Tauben sitzen nur noch selten und vereinzelt auf den Dächern und Balkonen, sie sind auf öffentlichen Flächen, Märkten und den Außenflächen der Gastronomiebetriebe nicht mehr Nahrungs-suchend anzutreffen.
  • Das Leid der Tiere wird vermindert und deren Gesundheit und Wohlbefinden verbessert. (Vgl. dazu den Grundsatz des Tierschutzgesetzes in § 1 Satz 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. […]”)

 

Quellen

(1) Weyrather, A. (2021, Hrsg. Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.: Grundlagen für ein effizientes, tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in deutschen (Groß)Städten. Eine Handreichung für die Praxis; https://www.tierrechte.de/wp-content/uploads/2021/09/2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf

(2) Arleth C., Hübel J. (2021): Rechtsgutachten Stadttaubenschutz. Hrsg.: Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskiminierung ,Hier kostenlos herunterladen.

(3) Landestierschutzbeauftragte Berlin: Bau von Pilot-Taubenschlägen in Berliner Bezirken, https://www.berlin.de/lb/tierschutz/tauben/artikel.1290446.php

(4) Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019. https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/service/publikationen_downloads/tiergesundheit-tierschutz-5295.html

 (5) Bundestags-Drucksache14/8860 vom 23.04.2002 https://dserver.bundestag.de/btd/14/088/1408860.pdf

 

Für die fachliche Unterstützung bei der Ausarbeitung dieser Petition bedanken wir uns bei:

Dr. Norbert Alzmann, Biologe und Bioethiker

Antje Konz, Inhaberin der Firma VitaGood

Dr. Julia Stubenbord, Landestierschutzbeauftragte Baden-Württemberg