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UNSER EINSATZ FÜR TIERFREIE FESTE

Tiere sind kein Festprogramm

Tiere sind fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Wir setzen uns für Feste und Umzüge ein, die Gemeinschaft und Tradition ohne lebende Tiere als Attraktionen gestalten.

Petition für Cannstatt unterschreiben
Pferde ziehen beim Cannstatter Volksfestumzug einen Wagen durch eine von Publikum gesäumte Straße.
Pferdegespann beim Cannstatter Volksfestumzug.

JETZT MITMACHEN · UNSERE PETITION

Cannstatter Volksfestumzug: ab 2027 ohne lebende Tiere

Beim Volksfestumzug werden Tiere als Zugtiere und lebende Attraktionen eingesetzt. Transporte, Lärm, Menschenandrang und begrenzte Rückzugsmöglichkeiten können sie belasten. Dieser Einsatz für menschliche Unterhaltung ist vollständig vermeidbar.

Musik, Trachten, historische Darstellungen und kreative Festwagen machen Gemeinschaft und Tradition erlebbar. Ein lebendiges Fest braucht keine lebenden Tiere.

ÖFFENTLICHE FÖRDERUNG · ÖFFENTLICHE VERANTWORTUNG

Öffentliches Geld nur für einen tierfreien Umzug

Die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart finanziert den Umzug mit und gehört vollständig der Stadt Stuttgart. Damit trägt die Stadt auch über ihre Förderung Verantwortung für die Gestaltung des Festprogramms.

Stadt und in.Stuttgart sollen ihre finanzielle und organisatorische Unterstützung ab 2027 an ein tierfreies Konzept knüpfen. Öffentliche Gelder sollen die Umstellung und kreative tierfreie Beiträge fördern.

Unsere Forderungen an Stadt und Verantwortliche:

  • Den Cannstatter Volksfestumzug ab 2027 vollständig ohne lebende Tiere gestalten.
  • Finanzielle Anreize für den Tiereinsatz beenden und tierfreie Alternativen fördern.
  • Öffentliche Unterstützung an ein tierfreies Konzept knüpfen.

Jetzt die Petition unterschreiben

Das unterstütze ich mit meiner Unterschrift

„Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

 

„Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt."

An die Stadt Stuttgart und den Stuttgarter Gemeinderat

Tiere sind fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Interessen. Beim Volksfestumzug werden sie für menschliche Unterhaltung eingesetzt. Dieser Einsatz ist vollständig vermeidbar. Eine zeitgemäße Traditionspflege gestaltet das Festprogramm ohne lebende Tiere.

Musik, Trachten, historische Darstellungen und kreative Festwagen bieten vielfältige Möglichkeiten, gemeinsam zu feiern und Geschichte anschaulich zu vermitteln.

Mit meiner Unterschrift unterstütze ich folgende Forderungen:

  • Den Cannstatter Volksfestumzug ab 2027 vollständig ohne lebende Tiere gestalten.
  • Finanzielle Anreize für den Tiereinsatz beenden und tierfreie Beiträge fördern.
  • Die öffentliche finanzielle und organisatorische Unterstützung an ein tierfreies Veranstaltungskonzept knüpfen.

Der bereits vorliegende Gemeinderatsantrag soll zeitnah beraten werden, damit eine klare Grundlage für die Planung des nächsten Umzugs entsteht.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg sammelt die Unterschriften für eine gebündelte Übergabe an Stadt und Gemeinderat.

Für einen Volksfestumzug ohne lebende Tiere unterschreiben

Hilf uns, 500 Unterschriften zu erreichen!

169 Menschen haben bereits unterschrieben

Unser Einsatz für einen tierfreien Volksfestumzug

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg setzt sich seit mehreren Jahren für einen Volksfestumzug ohne lebende Tiere ein. Am 29. Juni 2026 haben wir Stadt Stuttgart, Volksfestverein und in.Stuttgart mit konkreten Forderungen angeschrieben. Der am 9. Juli 2026 eingegangene Gemeinderatsantrag greift zentrale Anliegen auf: einen vollständig tierfreien Umzug ab 2027 und die entsprechende Ausrichtung öffentlicher Förderung.

Mit Pressearbeit und unserer E-Mail-Mitmachaktion machen wir auf die Forderungen aufmerksam. Diese Petition bündelt die Unterstützung für eine Übergabe an Stadt und Gemeinderat.

Mehr über unsere bisherige Arbeit und die E-Mail-Mitmachaktion

Warum wir einen tierfreien Umzug fordern

Welche Tiere sind Teil des Umzugs?

Historische Festwagen, Trachtengruppen und Musikkapellen ziehen beim Cannstatter Volksfestumzug durch Bad Cannstatt zum Wasen. Am 27. September 2026 waren unter anderem Pferde und Ponys, Ochsen, Esel, Ziegen und Schwäbisch-Hällische Landschweine dabei.

Unser Foto zeigt lebende Hühner, die beim Umzug in Körben mitgetragen wurden. Unsere Petition umfasst alle lebenden Tiere: Sie sollen weder Wagen ziehen noch für das Festprogramm mitgeführt oder getragen werden.

Die Bedürfnisse der Tiere müssen der Maßstab sein

Pferde, Schweine und Hühner haben eigene Bedürfnisse und Interessen. Dazu gehören soziale Kontakte, eine geeignete Umgebung sowie die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, ihre Umgebung zu erkunden und arttypischem Verhalten nachzugehen.

Beim Umzug dient ihr Einsatz der menschlichen Unterhaltung. Transporte, Lärm, Menschenandrang und begrenzte Rückzugsmöglichkeiten können sie belasten. Dass die Tiere anschließend in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren, rechtfertigt diese vermeidbaren Risiken nicht. Wir lehnen es ab, Tiere für ein Unterhaltungsprogramm einzusetzen, das vollständig ohne sie gestaltet werden kann.

Eine Teilnehmerin trägt beim Cannstatter Volksfestumzug einen Korb mit lebenden Hühnern auf dem Kopf.
Lebende Hühner im getragenen Korb beim Cannstatter Volksfestumzug. Auch diese Tiere gehören nicht ins Festprogramm.

Reicht eine gute Betreuung nicht aus?

Der Volksfestverein verweist auf vorbereitete Pferde, erfahrene Tierhalter und tierärztliche Betreuung. Gewöhnung und fachkundige Betreuung können Risiken verringern. Unterschiede zwischen Tierarten und einzelnen Tieren müssen berücksichtigt werden.

Gute Betreuung rechtfertigt nicht, Tiere für ein vollständig ersetzbares Unterhaltungsprogramm zu benutzen. Auch Abbruchmöglichkeiten ändern nichts daran, dass dieser Einsatz von vornherein vermieden werden kann.

Öffentliche Gelder für tierfreie Konzepte

Die vollständig städtische Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart finanziert den Umzug mit. Im Bewerbungsbogen 2026 konnten Gruppen außerdem eine Kostenübernahme von 250 Euro für das Zuggespann beantragen.

MfT BW fordert, solche finanziellen Anreize für den Tiereinsatz zu beenden. Die öffentliche finanzielle und organisatorische Unterstützung soll ab 2027 an ein tierfreies Konzept geknüpft werden. Stadt und in.Stuttgart sollen mit ihrer Förderung die Umstellung und kreative Beiträge ohne lebende Tiere unterstützen.

Geht damit die Tradition verloren?

Die historische Bedeutung lässt sich vermitteln, ohne heute lebende Tiere einzusetzen. Musik, Trachten, historische Geräte und kreative Festwagen können Geschichte anschaulich machen und Menschen zusammenbringen. Dafür müssen die Teilnahmebedingungen weiterentwickelt und tierfreie Beiträge gefördert werden.

Muss der Umzug ohne Tiere ausfallen?

Der Volksfestverein hat angekündigt, ohne Tiere keinen historischen Umzug mehr zu veranstalten. Eine Absage wäre eine Entscheidung des Veranstalters. Sie ist keine zwingende Folge eines tierfreien Konzepts. Wir wollen den Umzug weiterentwickeln und gemeinsam feiern, ohne Tiere als Zugtiere oder Attraktionen einzusetzen.

Quellen und weiterführende Informationen

Umzug und aktuelle Debatte:
Offizielles Umzugsprogramm 2026 · Stuttgarter Zeitung, Vor-Ort-Bericht vom 27. September 2026 · Stuttgarter Zeitung, Liveblog vom 27. September 2026 · Stellungnahme des Volksfestvereins vom 13. Oktober 2026 · EchtStuttgart, 14. Oktober 2026

Unsere Initiative und öffentliche Förderung:
MfT BW: bisherige Arbeit und E-Mail-Mitmachaktion · Stadt Stuttgart: Gemeinderatsantrag 0817/2026 AN · in.Stuttgart: vollständige städtische Eigentümerschaft · Stuttgarter Zeitung, Bericht zur Mitfinanzierung vom 16. Juli 2026 · Original-Bewerbungsbogen 2026: 250 Euro für das Zuggespann

Fachliche Grundlagen:
EFSA: Verhaltensbedürfnisse von Schweinen (2022) · EFSA: Verhaltensbedürfnisse von Hühnern (2023) · EU-Plattform für Tierschutz: Bewegung und Sozialkontakt bei Pferden · EFSA: Belastungsfaktoren beim Tiertransport (2022)

Stand: .

Petition unterschreiben

Förderung betreuter Taubenschläge nach dem ,,Augsburger Modell" in Baden-Württemberg

Unsere Städte in Baden-Württemberg sind überfüllt mit hunderttausenden von Stadttauben, Teile der Bevölkerung fühlen sich belästigt, aber die betroffenen Kommunen und Vereine haben nicht die nötigen Mittel und ein nachhaltiges und erfolgreiches Taubenmanagement mit betreuten Tabenschlägen nach dem Augsburger Modell zu praktizieren. Mit Hilfe einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg könnte dieses große Problem gelöst werden. 

In regelmäßigen Abständen erreichen unseren Verein Bitten von Bürger*innen, sie bei der Umsetzung eines tierschutz-adäquaten Stadttaubenmanagements zu unterstützen. Einerseits sehen viele Gemeinden die Stadttaubensituation als Störfaktor, andererseits gibt es wenig Bereitschaft, da die Mittel fehlen, sich der Situation angemessen anzunehmen.

Dabei ist die einzige wirksame und tierschutzgerechte sowie auch tierschutzrechtlich akzeptable Methode, um Taubenpopulationen auf Dauer zu verkleinern bzw. auf einer überschaubaren Zahl zu halten die Einrichtung betreuter Taubenschläge nach dem Augsburger Modell an geeigneten Plätzen, an denen die Tiere mit artgerechtem Futter sowie Wasser versorgt und an den Ort gebunden werden (1). Dadurch nimmt die Präsenz der Futterschwärme in der Stadt ab. In den Taubenschlägen können unkompliziert die Eier gegen Gipsatrappen getauscht werden und es kann somit die Taubenpopulationkontrolliert werden indem sie zunächst verringert und dann auf einem akzeptablen Niveau gehalten wird. 

Die bevorzugte Nahrung von (Stadt-)Tauben besteht hauptsächlich aus Körnern und Samen, die in den Städten kaum vorhanden sind. Stadttauben können Ähren nicht entspelzen, was verhindert, dass sie – wie landläufig fälschlicher Weise angenommen wird – zum “Feldern” ins Umland fliegen und wie Wildvögel auf Wiesen und auf Feldern Nahrung aufnehmen können. Somit haben die Tauben keine Möglichkeit, in Städten an artgerechtes Futter zu gelangen. Sie sind darauf angewiesen, sämtliche Abfälle der Menschen zu essen, die sie auffinden können. Dies führt auch zu einem vermehrten Absatz des flüssigen Hungerkots, in dessen Folge es zu einer vermehrten Verschmutzung der Innenstädte kommt, von der sich Teile der Bevölkerung belästigt fühlen. Werden die Tiere artgerecht gefüttert, kann diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werden. Zudem fördern hohe Populationsdichten von Stadttauben das Auftreten von Taubenspezifischen Infektionskrankheiten– die zwar für den Menschen kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen, die Tiere jedoch schwächen und zu erheblichen Leiden bis hin zum Verenden führen können.

In vielen Kommunen existieren ordnungsrechtliche Fütterungsverbote, die nur bei vorhandenem Stadttaubenmanagement rechtskonform sind.

In betreuten Taubenschlägen bekommen die Tiere ausreichend artgerechtes Futter, zudem können sie dort Paare bilden und brüten. Ihre Eier werden gegen Attrappen aus Gips ausgetauscht, sodass die Tiere weiter an ihr Nest gebunden bleiben, aber keine Küken aufziehen werden.

Einem Gutachten (Arleth C., Hübel J.: Rechtsgutachten Stadttaubenschutz.) zufolge handelt es sich bei Stadttaubenum Fundtiere (2). Die heutigen Stadttauben sind die Nachfahren von einst ausgesetzten Haustieren. Diese Tiere sind nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, da der Mensch sie im Laufe der Domestizierung über Jahrtausende in seine Abhängigkeit züchtete. Daher haben Kommunen die Pflicht zur Lösung dieser dauerhaften menschengemachten tierschutzrechtlichen Herausforderung.

Trotzdem sind es meistens Privatpersonen, die die Kosten für die Anschaffung eines Taubenschlages (bspw. ein Bauwagen, Container o.ä.) und das Futter tragen. 

Beispielsweise stellt die Landestierschutzbeauftragte von Berlin, Frau Dr. Kathrin Hermann, zu diesem Zweck Gelder aus dem Berliner Haushalt zur Verfügung. Dieses kann von den Bezirken für den Bau von Pilot-Taubenschlägen abgerufen werden. Um die Mittel zielgerichtet einsetzen zu können, sollten folgende drei Anforderungen erfüllt sein:

1. EIn geeigneter Standort; 

2. die Sicherstellung der Betreuung des Taubenschlages; 

3. ein(e) Ansprechpartner*in innerhalb der Bezirksverwaltung.

 

Die Errichtung betreuter Taubenschlägen an geeigneten Standorten nach dem Augsburger Modell, in denen Tauben artgerechtes Futter angeboten und Eier durch Attrappen ausgetauscht werden, ist die einzig tierschutzgerechte und zu gleich die erfolgversprechendste und nachhaltigste Möglichkeit, die Stadttaubenpopulation deutlich zu verringern,  Tierleid zu vermeiden und die Kosten der Städte im Hinblick auf Reinigungs- und Vergrämungsmaßnahmen deutlich zu senken. Auch werden die Bürger*innen stark entlastet – die Bürgerbeschwerden entfallen. Der Bau von betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell wird auch vom Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen beschrieben: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019 (4), und wurde auch in den – mittlerweile veralteten – Empfehlungen des Landestierschutzbeirats Baden-Württemberg zur Regulierung der Taubenpopulation in Städten, herausgegeben vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Jahr 2005, beschrieben.

 

Kosten für 1 Taubenschlag ca. 500 Tauben
Bau Taubenschlag inclusive Innenausstattung ca. 25.000,- €

Betreuungs- und Versorgungskosten jährlich ca. 15.000,- €

Bisher sind keine Fördermittel für gemeinnützige Taubenvereine und Kommunen im Haushalt des Landes vorgesehen. 

Zukünftig sollten, wie seit 2022 auch im Land Niedersachsen, Haushaltsmittel für die Errichtung und die Unterhaltung betreuter Taubenschläge bereitgestellt werden, die eingetragene Tierschutzorganisationen und Gemeinden in Baden-Württemberg unterstützen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition, bitten Sie als zuständigen Minsister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz daher um Förderung dieser wichtigen Maßnahme zur Eindämmung der Taubenpopulationen in den Kommunen. 

Wir ersuchen dabei um die Förderung des Baus von betreuten Taubenschlägen nach dem Ausburger Modell, der Einrichtung von betreuten Futterplätzen für die noch nicht an einen Schlag gebundenen “noch-obdachlosen” Tauben oder für Areale, in denen ein Bedarf herrscht, jedoch Taubenschläge aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht einrichtbar sind, sowie die Übernahme der laufenden Kosten für die Betreibung, einschließlich der Pflege, ggf. tiermedizinischen Versorgung und des artgerechten Futters in den Taubenschlägen ebenso wie an den betreuten Futterplätzen.

Zudem fordern wir eine Verpflichtung aller Kommunen mit höherer Stadttaubendichte zur Errichtung von Taubenschlägen – bedarfsweise in Verbindung mit betreuten Futterplätzen – zur Populationskontrolle und Fütterung der Tiere, um das Leid der Tiere zu vermindern, öffentliche Kosten zu senken, Bürgerbeschwerden abzuwenden, und letztlich damit eine großflächige Populationskontrolle in Baden-Württemberg zu erreichen.

Diese Maßnahmen der Bestandskontrolle, artgerechten Fütterung sowie Unterbringung der Tauben gem. dem Augsburger Modell würden dazu beitragen, den “ethischen Tierschutz” in Baden-Württemberg zu verwirklichen. Dieser erlangte bereits vor über 20 Jahren mit Zweidrittelmehrheiten des Bundesrates und des Bundetags Verfassungsrang durch die Implementierung des “Staatsziels Tierschutz” in Artikel 20a Grundgesetz im Jahre 2002. Gemäß amtlicher Begründung des Bundestags trägt dies „dem Gebot eines sittlich verantworteten Umgangs des Menschen mit dem Tier Rechnung“ (5). „Daraus folgt die Verpflichtung, Tiere in ihrer Mitgeschöpflichkeit zu achten und ihnen vermeidbare Leiden zu ersparen.“ Die Staatszielbestimmung ruft insbesondere die Legislative und Exekutive dazu auf, die Belange und den Schutz der Tiere zu verwirklichen. Es geht beim Staatsziel Tierschutz um nicht weniger, als den Schutz der Tiere vor nicht artgemäßer Haltung, vermeidbaren Leiden, Zerstörung ihrer Lebensräume und ihrer Achtung als unsere Mitgeschöpfe.

Ein auch für andere Bundesländer wegweisender Umgang mit den Stadttauben entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (einschlägig sind hier die Paragraphen 1, 2 und 17), sowie des ethischen Tierschutzes in Umsetzung der Staatszielbestimmung wäre zeitgemäß und Baden-Württemberg soll hier eine Vorreiterrolle einehmen und vorbildhaft für andere Bundesländer den ethischen Tierschutz verwirklichen.

 

Anhang

Definition Stadttauben

Sog. Stadttauben (Columba livia forma domestica) sind Nachkommen von Haustauben wie Brief-, Hochzeits- oder sonstige Zuchttauben, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Taubenschlag zurückgefunden und sich einer Stadttaubenpopulation angeschlossen haben. 
Tauben wurden früher als Nutztiere gehalten (als Fleisch-, Eier- und Düngerlieferanten oder als sog. Brieftauben zur Übermittlung von Nachrichten), als sie dann nicht mehr gebraucht wurden, wurden viele Taubenschläge geschlossen. Es handelt sich bei den Stadttauben somit nicht um Wildtiere, sondern um obdachlose Haustiere. Sie wurden über Jahrtausende vom Menschen domestiziert. Diese Domestikation ist nicht mehr umkehrbar(vgl. Rechtsgutachten von Dr. jur. Christian Arleth/Dr. med. vet. Jens Hübel, (2))

Augsburger Modell

99 % der Städte mit Taubenmanagement in Deutschland entscheiden sich für das nachgewiesen erfolgreiche Augsburger Modell. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch Zählung derausgetauschten Eier in einem Schlag, dem Sinken der Reinigungskosten auf privatem und öffentlichem Gelände und dem Ausbleiben von Beschwerden der Bürger und Gewerbetreibenden (Einzelhandel, Bäckereien, Gastronomen). Dies ist mit Abstand die erfolgreichste, effektivste, nachhaltigste, tierschutzkonformste und kostengünstigste Lösung für die Kommunen. 

Die Umsetzung des Konzepts basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen und praktischen Erfahrungen von vielen verschiedenen Kommunen und wird als alleiniges Konzept vom zuständigen Ministerium in Baden-Württemberg empfohlen. 

Ziel des Augsburger Models ist die Reduktion der Population durch Eiaustausch. Sobald die Tauben – nach einer Phase des schrittweisen „Hineinlotsens“ der Tiere in den Taubenschlag – im Schlag angesiedelt sind, verbringen sie 80 % des Tages im Schlag und setzen somit den Hauptteil des Kotes im Schlag ab, der einfach und hygienisch entfernt werden kann. Die Tauben müssen nicht zur Nahrungssuche auf die Straßen und in die Fußgängerzonen. Die Fußgänger und die Gastronomie werden nicht mehr belästigt und die Reinigung der umliegenden Häuser und Straßen von Taubenkot entfällt.

Vorteile Taubenschlag, nach dem Augsburger Modell:

  • Durch den Eiertausch im Schlag wird eine Vermehrung der Tauben verhindert, die Population nimmt ab;
  • Tauben befinden sich 80 % des Tages im Schlag. Der Kot bleibt im Schlag und kann mühelos entfernt werden;
  • Tauben sitzen nur noch selten und vereinzelt auf den Dächern und Balkonen, sie sind auf öffentlichen Flächen, Märkten und den Außenflächen der Gastronomiebetriebe nicht mehr Nahrungs-suchend anzutreffen.
  • Das Leid der Tiere wird vermindert und deren Gesundheit und Wohlbefinden verbessert. (Vgl. dazu den Grundsatz des Tierschutzgesetzes in § 1 Satz 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. […]”)

 

Quellen

(1) Weyrather, A. (2021, Hrsg. Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.: Grundlagen für ein effizientes, tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in deutschen (Groß)Städten. Eine Handreichung für die Praxis; https://www.tierrechte.de/wp-content/uploads/2021/09/2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf

(2) Arleth C., Hübel J. (2021): Rechtsgutachten Stadttaubenschutz. Hrsg.: Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskiminierung ,Hier kostenlos herunterladen.

(3) Landestierschutzbeauftragte Berlin: Bau von Pilot-Taubenschlägen in Berliner Bezirken, https://www.berlin.de/lb/tierschutz/tauben/artikel.1290446.php

(4) Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019. https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/service/publikationen_downloads/tiergesundheit-tierschutz-5295.html

 (5) Bundestags-Drucksache14/8860 vom 23.04.2002 https://dserver.bundestag.de/btd/14/088/1408860.pdf

 

Für die fachliche Unterstützung bei der Ausarbeitung dieser Petition bedanken wir uns bei:

Dr. Norbert Alzmann, Biologe und Bioethiker

Antje Konz, Inhaberin der Firma VitaGood

Dr. Julia Stubenbord, Landestierschutzbeauftragte Baden-Württemberg