Jedes Jahr sterben Tiere in Osterfeuern
Holz- und Reisighaufen werden oft Wochen vor Ostern aufgeschichtet – und von Tieren als Unterschlupf genutzt. Wird der Haufen später angezündet, haben viele Tiere keine Chance zu entkommen.
Osterfeuer gehören für viele Menschen zur festen Tradition rund um das Osterfest. In vielen Gemeinden werden dafür bereits Wochen vorher große Mengen Holz und Reisig gesammelt und zu Haufen aufgeschichtet. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Holzstapel wirkt, kann jedoch für Tiere zur tödlichen Falle werden.
Reisig- und Holzhaufen bieten zahlreichen Wildtieren einen idealen Unterschlupf. Sie schützen vor Wind und Kälte und werden von verschiedenen Tierarten als Rückzugsort genutzt. Igel, Mäuse, Amphibien oder auch Vögel finden in solchen Strukturen Schutz – besonders in einer Landschaft, in der natürliche Verstecke immer seltener werden.
⚠️ Warum Osterfeuer gefährlich sind
Holzhaufen werden von Tieren als Unterschlupf genutzt
Igel, Vögel, Amphibien und Mäuse sind besonders betroffen
Tiere können sich im Inneren verstecken
Beim Abbrennen sterben sie oft qualvoll
Holzhaufen werden schnell zu Lebensräumen
Reisig- und Holzstapel bieten vielen Tieren Schutz vor Kälte, Wind und Fressfeinden. Deshalb werden solche Strukturen in der Natur sogar gezielt als Lebensräume geschaffen.
Typische Tiere, die Holzhaufen als Unterschlupf nutzen, sind zum Beispiel:
- Igel
- Mäuse und andere Kleinsäuger
- Amphibien wie Kröten oder Frösche
- verschiedene Vogelarten
- zahlreiche Insekten
Wird ein solcher Haufen später als Osterfeuer verbrannt, besteht die Gefahr, dass sich Tiere darin befinden.
Deshalb empfehlen Naturschutzstellen ein spätes Aufschichten
Naturschutzbehörden und Umweltorganisationen weisen seit Jahren darauf hin, dass früh angelegte Holz- und Reisighaufen für Tiere problematisch sein können.
Immer wieder berichten Naturschutzverbände und lokale Initiativen davon, dass beim Umschichten von Osterfeuerhaufen Tiere wie Igel, Mäuse oder Amphibien entdeckt werden. In einigen Fällen wurden auch tote Tiere in abgebrannten Haufen gefunden. Um dieses Risiko zu verringern, empfehlen viele Behörden und Naturschutzorganisationen:
- Brennmaterial für Osterfeuer erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten, häufig wird ein Zeitraum von etwa zwei Wochen genannt.
- Holzhaufen sollten unmittelbar vor dem Abbrennen vollständig umgesetzt werden, damit sich darin versteckte Tiere retten können. Durch dieses Umschichten werden Tiere aufgeschreckt und können den Haufen verlassen.
Auch diese Maßnahme garantieren keinen vollständigen Schutz – insbesondere wenn sich Tiere tief im Inneren großer Haufen verstecken. Deshalb ist es aus Tierschutzsicht besonders wichtig, Holzstapel möglichst spät anzulegen oder am besten gar nicht. Genau deshalb wird in vielen Gemeinden zunehmend diskutiert, wie traditionelle Osterfeuer naturverträglicher organisiert werden können. Einige Kommunen haben Osterfeuer bereits stärker reguliert oder untersagt. Andere setzen auf Alternativen wie kleinere, zentral organisierte Feuer oder andere Formen gemeinschaftlicher Veranstaltungen. Hintergrund sind neben dem Tierschutz auch Aspekte wie Luftbelastung, Brandgefahr und Naturschutz.
Besonders gefährdet: Igel
Zu den Tieren, die bei Osterfeuern besonders gefährdet sind, gehören Igel. Die nachtaktiven Tiere nutzen Reisig- und Holzhaufen häufig als Versteck oder Tagesruheplatz. Gerade im zeitigen Frühjahr suchen sie nach dem Winterschlaf geschützte Orte, um Energie zu sparen und sich vor Kälte zu schützen.
Ein Problem ist dabei ihr Verhalten bei Gefahr: Igel fliehen nicht schnell, sondern rollen sich häufig ein, wenn sie sich bedroht fühlen. Befindet sich ein Tier in einem Holzstapel, der später angezündet wird, hat es daher oft keine Chance zu entkommen.
Naturschutzverbände berichten immer wieder davon, dass beim Umschichten von Osterfeuerhaufen Igel entdeckt werden – teilweise noch rechtzeitig gerettet, teilweise aber auch erst nach dem Abbrennen.
Was Sie konkret tun können
Wenn Holzstapel für ein Osterfeuer bereits Wochen vorher angelegt werden, können sie für Tiere zu einem Unterschlupf werden. Wird ein solcher Haufen später verbrannt, können sich Tiere darin befinden. Wenn Sie in Ihrer Gemeinde früh angelegte Holzstapel entdecken, können Sie dazu beitragen, Tiere zu schützen. Schon eine kurze Nachfrage bei der Gemeinde kann dafür sorgen, dass der Haufen vor dem Abbrennen sorgfältig kontrolliert oder umgesetzt wird.
Auch ein direkter Hinweis an die Veranstalter kann sinnvoll sein. Viele sind sich der Problematik nicht bewusst und reagieren offen auf Hinweise zum Schutz von Tieren. Osterfeuer werden häufig von Vereinen, Dorfgemeinschaften oder Feuerwehren organisiert. Ein freundlicher Hinweis auf die Problematik kann dazu beitragen, dass der Haufen vor dem Abbrennen sorgfältig kontrolliert oder umgesetzt wird.
📷 Dokumentieren
Machen Sie Fotos und notieren Sie den Standort des Holzstapels.
🏛 Gemeinde kontaktieren
Fragen Sie nach Anmeldung und Schutzmaßnahmen.
🔥 Kontrolle einfordern
Wichtig: Wird der Holzstapel vor dem Abbrennen vollständig umgesetzt?
🗳 Gemeinderat informieren
Thema grundlegend politisch ansprechen.
Vorlagen
Gemeinde / Ordnungsamt
Betreff: Frühzeitig aufgeschichteter Osterfeuer-Holzstapel in [Ort] – Bitte um Prüfung
Sehr geehrte Damen und Herren,
in [Ort / genauer Standort] wurde bereits Holz und Reisig für ein geplantes Osterfeuer aufgeschichtet (siehe beigefügte Fotos).
Holz- und Reisighaufen werden von zahlreichen Wildtieren – darunter Igel, Kleinsäuger und Amphibien – als Unterschlupf genutzt. Gerade bei frühzeitig angelegten Haufen besteht die Gefahr, dass sich Tiere über einen längeren Zeitraum darin ansiedeln. Igel reagieren bei Gefahr häufig nicht mit Flucht, sondern rollen sich ein, sodass sie sich im Inneren solcher Holzstapel befinden können und beim späteren Abbrennen gefährdet sind.
Vor diesem Hintergrund wird vielerorts empfohlen, Brennmaterial erst kurz vor dem Osterfeuer aufzuschichten oder den Haufen unmittelbar vor dem Abbrennen vollständig umzusetzen.
Nach meiner Beobachtung wurde der Holzstapel jedoch bereits deutlich vor Ostern angelegt und weist zudem eine erhebliche Größe auf.
Ich möchte Sie daher um Auskunft bitten,
- ob das Osterfeuer ordnungsgemäß angemeldet wurde,
- welche konkreten Maßnahmen zum Schutz von Tieren vorgesehen sind, und
- ob der Holzstapel unmittelbar vor dem Abbrennen vollständig umgesetzt und kontrolliert wird.
Zudem bitte ich um Mitteilung,
- wer für diese Kontrolle verantwortlich ist, und
- wie konkret sichergestellt wird, dass sich keine Tiere im Inneren des Holzstapels befinden.
Neben den Risiken für Tiere wird auch auf Umweltbelastungen durch Osterfeuer hingewiesen. Beim Verbrennen großer Mengen Holz entstehen Feinstaub und weitere Emissionen, die Luftqualität und Umwelt zusätzlich belasten können.
Vor diesem Hintergrund erscheint es umso wichtiger, dass solche Empfehlungen auch tatsächlich umgesetzt werden.
Ich bitte Sie daher, den Sachverhalt zu prüfen und geeignete Maßnahmen zum Schutz von Tieren sicherzustellen.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Gemeinderat
Betreff: Osterfeuer in [Ort] – frühzeitige Holzlagerung und mögliche Risiken für Tiere
Sehr geehrte Damen und Herren,
in [Ort / genauer Standort] wurde bereits frühzeitig Holz und Reisig für ein geplantes Osterfeuer aufgeschichtet (siehe ggf. beigefügte Fotos).
Holz- und Reisighaufen werden von zahlreichen Wildtieren – darunter Igel, Kleinsäuger und Amphibien – als Unterschlupf genutzt. Gerade bei frühzeitig angelegten Haufen besteht die Gefahr, dass sich Tiere über längere Zeit darin ansiedeln. Igel reagieren bei Gefahr häufig nicht mit Flucht, sondern rollen sich ein, sodass sie sich im Inneren solcher Holzstapel befinden können und beim späteren Abbrennen gefährdet sind.
In vielen Fällen wird darauf verwiesen, dass es lediglich Empfehlungen zum Umgang mit Osterfeuern gibt. Zuständige Stellen empfehlen, Brennmaterial erst kurz vor der Veranstaltung aufzuschichten oder den Haufen unmittelbar vor dem Abbrennen vollständig umzusetzen, um Tiere zu schützen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich aus meiner Sicht eine grundsätzliche Frage:
Ist es politisch gewollt, dass große Holzstapel bereits Wochen vor Ostern angelegt werden, obwohl bekannt ist, dass diese von Tieren als Rückzugsorte genutzt werden?
Neben den Risiken für Tiere entstehen durch das Verbrennen großer Holzmengen zudem Feinstaub- und Schadstoffemissionen, die Umwelt und Luftqualität belasten können.
Ich möchte Sie daher bitten zu prüfen,
• ob die derzeitige Praxis aus Sicht des Tier- und Umweltschutzes noch angemessen ist,
• ob künftig verbindlichere Regelungen für Osterfeuer sinnvoll wären (z. B. spätere Sammelzeiten oder verpflichtendes Umschichten), und
• ob alternative Formen gemeinschaftlicher Osterveranstaltungen in Betracht gezogen werden könnten.
In anderen Gemeinden werden bereits kleinere oder alternative Veranstaltungen umgesetzt, die ohne große Holzstapel auskommen und dennoch den gemeinschaftlichen Charakter erhalten.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Thema im Gemeinderat aufgegriffen und diskutiert wird.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Veranstalter
Betreff: Osterfeuer in [Ort] – kurzer Hinweis zum Schutz von Tieren
Hallo [Name / Verein / Organisation],
mir ist aufgefallen, dass bereits Holz für das geplante Osterfeuer in [Ort / Standort] gesammelt wurde.
Holz- und Reisighaufen werden häufig von Wildtieren wie Igeln, Mäusen oder Amphibien als Unterschlupf genutzt. Gerade wenn das Material über längere Zeit liegt, können sich Tiere darin verstecken.
Beim späteren Abbrennen besteht dann die reale Gefahr, dass sich Tiere im Inneren des Haufens befinden und nicht rechtzeitig fliehen können. Besonders Igel reagieren bei Gefahr oft nicht mit Flucht, sondern rollen sich ein, wodurch sie in solchen Situationen besonders gefährdet sind.
Mir ist bewusst, dass häufig empfohlen wird, Holzstapel erst kurz vor dem Abbrennen umzuschichten. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass selbst diese Maßnahme keinen vollständigen Schutz gewährleisten kann – insbesondere bei größeren oder früh angelegten Holzstapeln.
Ich möchte daher anregen, das Thema beim diesjährigen Osterfeuer besonders zu berücksichtigen und zu prüfen, welche Maßnahmen vor Ort möglich sind, um das Risiko für Tiere so gering wie möglich zu halten.
Unabhängig davon wird in vielen Orten inzwischen auch darüber nachgedacht, wie Osterveranstaltungen insgesamt naturverträglicher gestaltet werden können.
Teilweise entstehen dabei alternative Formate – etwa kleinere Feuerstellen oder gemeinschaftliche Feste mit Ständen, Essen und lokalen Angeboten – die den Charakter eines Osterfestes erhalten, aber ohne große Holzstapel auskommen.
Vielleicht ist das auch langfristig eine interessante Perspektive für zukünftige Veranstaltungen.
Vielen Dank für Ihr Engagement und die Organisation des Osterfeuers!
Freundliche Grüße
[Name]
Tradition darf kein Freibrief für Tierleid sein
Osterfeuer haben in vielen Regionen eine lange Tradition. Doch Tradition allein kann keine Rechtfertigung dafür sein, dass Tiere zu Schaden kommen. Früh angelegte Holz- und Reisighaufen werden immer wieder von Wildtieren als Unterschlupf genutzt. Beim Abbrennen können diese Tiere sterben.
Auch wenn Maßnahmen wie ein spätes Aufschichten oder das Umschichten des Holzes das Risiko verringern können, bleibt die grundlegende Problematik bestehen: Für Tiere ist ein Osterfeuerhaufen kein Brennmaterial, sondern ein möglicher Lebensraum.
Aus Sicht von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg sind solche Traditionen in ihrer bisherigen Form nicht mehr zeitgemäß. Immer mehr Gemeinden diskutieren bereits darüber, Osterfeuer stärker zu regulieren oder alternative Formen gemeinschaftlicher Veranstaltungen zu entwickeln – auch aus Gründen des Tier- und Naturschutzes sowie der Luftbelastung.
Traditionen können sich verändern. Entscheidend ist, dass der Schutz von Tieren dabei ernst genommen wird.
🎉 So könnten Osterfeste auch aussehen
Osterfeste müssen nicht zwangsläufig mit großen Holzstapeln verbunden sein. In vielen Orten entstehen bereits alternative Formate, die Gemeinschaft, Atmosphäre und Tradition verbinden – ohne zusätzliche Risiken für Tiere.
Beispiele für alternative Osterveranstaltungen:
- 🔥 kleine Feuerstellen oder Feuerkörbe statt großer Holzstapel
- 🍞 gemeinsames Stockbrotbacken
- 🎶 Musik, Begegnung und gemeinsames Feiern im Ort
- 🍔 Stände mit Essen, Getränken oder regionalen Angeboten
- 🛍 Beteiligung von lokalen Geschäften, Initiativen oder Vereinen
Solche Formate zeigen:
Gemeinschaft und Tradition können erhalten bleiben – auch ohne große Holzfeuer.
Vielleicht ist das auch eine Perspektive für zukünftige Osterveranstaltungen in Ihrer Gemeinde.
Was tun, wenn nichts passiert?
⚠️ Wenn Sie nicht weiterkommen
Sie haben die zuständige Gemeinde informiert, aber es passiert nichts?
Dann gibt es weitere Möglichkeiten, aktiv zu werden:
- 📸 dokumentieren Sie den Holzstapel weiterhin (Fotos, Datum)
- 📩 wenden Sie sich zusätzlich an den Gemeinderat
- 📰 informieren Sie – wenn erforderlich – auch lokale Medien
- 🤝 suchen Sie den Austausch mit lokalen Initiativen oder Gruppen
Je mehr Aufmerksamkeit ein Problem erhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass gehandelt wird.
🤝 Unterstützung durch uns
Wenn Sie trotz eigener Bemühungen nicht weiterkommen, können Sie sich auch an uns wenden.
Wir prüfen, ob und wie wir unterstützen können – zum Beispiel durch:
- fachliche Einordnung
- weitere Schritte gegenüber Behörden
- oder ggf. begleitende Öffentlichkeitsarbeit
📩 Info@tierrechte-bw.de

