Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg (MfT BW) kritisiert die aktuelle Oster-Ausstellung im Naturkundemuseum Reutlingen, in der Küken vor Publikum künstlich ausgebrütet und präsentiert werden, deutlich.
In natürlichen Zusammenhängen wachsen Küken unter der Obhut ihrer Mutter auf. In der Ausstellung werden Eier hingegen in Brutkästen ausgebrütet und die Tiere unmittelbar nach dem Schlüpfen gezeigt. MfT BW bewertet diese Form der Darstellung als nicht zeitgemäß und als Instrumentalisierung von Tieren zu Ausstellungszwecken.
Küken gehören nicht in Ausstellungen.
Die Tiere werden dabei gezielt erzeugt, um anschließend genutzt zu werden – nicht, weil es ihrem natürlichen Leben entspricht.
Das Museum verweist darauf, dass die Küken nach der Ausstellung auf einen landwirtschaftlichen Betrieb gebracht werden. Nach vorliegenden Informationen handelt es sich dabei um einen Erlebnisbauernhof. Ein solcher Betrieb ist kein Lebenshof. Die Tiere werden dort weiterhin genutzt. Eine transparente Darstellung, was dies konkret für die Tiere bedeutet – etwa hinsichtlich Lebensdauer oder Nutzung – wurde vom Museum nicht genauer beantwortet.
Auch im Hinblick auf die Darstellung von Tierhaltung sieht Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg grundlegende Probleme. Die Präsentation von frisch geschlüpften Küken in einem kontrollierten Ausstellungssetting vermittelt ein stark vereinfachtes und idealisiertes Bild. Zentrale Aspekte der Realität – etwa die Bedingungen in der Eierproduktion oder die Lebensdauer von Hühnern in der Praxis – bleiben ausgeblendet oder werden nur unzureichend eingeordnet. Selbst wenn diese Themen behandelt werden, rücken sie gegenüber der niedlichen Küken in den Hintergrund.
Bereits im vergangenen Jahr hatte MfT BW den Austausch mit dem Naturkundemuseum Reutlingen gesucht und konkrete Fragen gestellt, unter anderem zu den eingesetzten Zuchtlinien (Qualzucht?), zur Aufzucht ohne Muttertier sowie zur weiteren Nutzung der Tiere. Eine inhaltlich umfassende Beantwortung dieser Punkte ist nicht erfolgt. Auch in diesem Jahr wird das Format unverändert durchgeführt.
Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg stellt klar: Bildung über Tiere muss nicht auf Kosten von Tieren stattfinden. Biologische Prozesse lassen sich heute problemlos ohne lebende Tiere vermitteln – etwa durch digitale Simulationen, Filme oder Virtual-Reality-Anwendungen. Auch Besuche auf Lebenshöfen bieten deutlich realistischere und tierfreundlichere Einblicke.
Das Beispiel Reutlingen steht aus Sicht von MfT BW für ein grundsätzliches Problem. Ähnliche Angebote finden sich auch in anderen Städten, insbesondere rund um Ostern. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg ruft dazu auf, entsprechende Veranstaltungen zu melden und stellt auf der eigenen Website Informationen sowie eine Vorlage zur Verfügung, mit der Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden können.

