Unterstützen Sie unsere Arbeit und werden Sie Mitglied!

Vegane Hundeernährung: Können Hunde ohne Fleisch gesund leben?

#mft-hundeernaehrung { width: 100%; max-width: 1100px; margin: 0 auto; padding: clamp(22px, 4vw, 42px); background: #ffffff; color: #24343e; font-family: "MfT_Calibri", Calibri, "Segoe UI", Arial, sans-serif; font-size: 18px; line-height: 1.7; overflow-wrap: break-word; border-radius: 10px; } #mft-hundeernaehrung, #mft-hundeernaehrung * { box-sizing: border-box; } #mft-hundeernaehrung p, #mft-hundeernaehrung li, #mft-hundeernaehrung strong, #mft-hundeernaehrung em { color: #24343e; } #mft-hundeernaehrung p { margin: 0 0 1.15em; line-height: 1.7; } #mft-hundeernaehrung > p, #mft-hundeernaehrung > h2, #mft-hundeernaehrung > ul, #mft-hundeernaehrung > ol { max-width: 820px; margin-left: auto; margin-right: auto; } #mft-hundeernaehrung h2 { color: #0e4d70; font-family: inherit; font-size: 1.55em; line-height: 1.25; font-weight: 700; margin: 1.9em 0 .7em; scroll-margin-top: 120px; } #mft-hundeernaehrung h3 { color: #0e4d70; font-size: 1.25em; line-height: 1.3; margin: .1em 0 .7em; } #mft-hundeernaehrung strong { font-weight: 700; } #mft-hundeernaehrung a { color: #0e4d70; text-decoration: underline; text-underline-offset: .18em; } #mft-hundeernaehrung a:hover { color: #be1024; } #mft-hundeernaehrung li::marker { color: #0e4d70; font-weight: 700; } #mft-hundeernaehrung ul, #mft-hundeernaehrung ol { max-width: 820px; margin: 1.1em auto 1.4em; padding-left: 1.55em; } #mft-hundeernaehrung li { margin: 0 0 .85em; padding-left: .3em; line-height: 1.65; } #mft-hundeernaehrung .mft-lead { font-size: 1.1em; line-height: 1.65; } #mft-hundeernaehrung .mft-note { max-width: 820px; margin: 1.4em auto; padding: 20px 24px; border-left: 5px solid #be1024; background: #fff5f5; border-radius: 0 8px 8px 0; font-size: 1.06em; line-height: 1.6; } #mft-hundeernaehrung .mft-facts { max-width: 820px; margin: 1.5em auto; padding: 22px 25px; border: 1px solid #d4e1e7; border-radius: 10px; background: #eef6f9; } #mft-hundeernaehrung .mft-facts ul { margin-bottom: 0; } #mft-hundeernaehrung .mft-facts li:last-child { margin-bottom: 0; } #mft-hundeernaehrung .mft-checklist { list-style: decimal outside; } #mft-hundeernaehrung .mft-checklist li { margin-bottom: 1.15em; } #mft-hundeernaehrung .mft-checklist li strong { display: block; margin-bottom: .2em; color: #0e4d70; } #mft-hundeernaehrung .mft-conclusion { max-width: 820px; margin: 2em auto 1.2em; padding: 24px 26px; border: 1px solid #d4e1e7; border-radius: 10px; background: #eef6f9; } #mft-hundeernaehrung .mft-conclusion h2 { margin-top: 0; } #mft-hundeernaehrung .mft-conclusion p:last-child { margin-bottom: 0; } #mft-hundeernaehrung .mft-disclaimer { max-width: 820px; margin: 1.5em auto 0; padding-top: 1em; border-top: 1px solid #d4e1e7; font-size: .92em; line-height: 1.6; } @media (max-width: 640px) { #mft-hundeernaehrung { font-size: 17px; padding: 22px 17px; } #mft-hundeernaehrung h2 { font-size: 1.4em; } #mft-hundeernaehrung .mft-note { padding: 17px 18px; } #mft-hundeernaehrung .mft-facts, #mft-hundeernaehrung .mft-conclusion { padding: 19px 17px; } } @media print { #mft-hundeernaehrung, #mft-hundeernaehrung p, #mft-hundeernaehrung h2, #mft-hundeernaehrung h3, #mft-hundeernaehrung li, #mft-hundeernaehrung strong, #mft-hundeernaehrung em { color: #000 !important; } }

Hunde sind für viele Menschen Familienmitglieder. Wir möchten, dass sie gesund bleiben, sich wohlfühlen und ein langes, glückliches Leben führen. Gleichzeitig fragen sich immer mehr Menschen, ob sich die eigene Entscheidung für eine pflanzliche Ernährung auch auf die Fütterung ihres Hundes übertragen lässt. Doch können Hunde überhaupt vegan ernährt werden? Ist Fleisch für sie unverzichtbar? Und worauf kommt es an, damit sie alle wichtigen Nährstoffe erhalten?

Die kurze Antwort lautet: Eine bedarfsgerecht zusammengestellte vegane Ernährung ist für Hunde grundsätzlich möglich. Entscheidend ist jedoch nicht allein, welche Zutaten im Napf landen, sondern ob das Futter den individuellen Nährstoffbedarf des Hundes vollständig deckt.

Das Wichtigste vorweg: Veganes Hundefutter sollte als Alleinfuttermittel für Hunde und die jeweilige Lebensphase geeignet sein. Bei Erkrankungen, besonderen Bedürfnissen oder Unsicherheiten ist tierärztlicher Rat wichtig.

Sind Hunde Fleischfresser oder Allesfresser?

Hunde stammen vom Wolf ab. Dennoch unterscheiden sie sich in einigen ernährungsphysiologischen Eigenschaften von ihren wilden Vorfahren.

Im Laufe der Domestikation haben sich Hunde an das Zusammenleben mit Menschen angepasst. Dazu gehört auch eine bessere Fähigkeit, Stärke aus pflanzlichen Nahrungsmitteln zu verdauen. Hunde sind deshalb nicht auf eine Ernährung angewiesen, die ausschließlich aus Fleisch besteht. Sie können Nährstoffe aus unterschiedlichen Quellen verwerten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Hunde beliebig ernährt werden können. Sie benötigen bestimmte Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis. Diese Anforderungen müssen bei jeder Fütterungsform berücksichtigt werden – unabhängig davon, ob sie tierische oder pflanzliche Zutaten enthält.

Können Hunde vegan ernährt werden?

Ja. Hunde können grundsätzlich auch über eine vollständig pflanzliche Ernährung mit den benötigten Nährstoffen versorgt werden. Dafür muss das Futter allerdings sorgfältig formuliert sein.

Entscheidend ist, dass alle essenziellen Nährstoffe in ausreichender Menge und in einer gut verfügbaren Form enthalten sind. Dazu gehören unter anderem:

Diese Nährstoffe sind wichtig

  • Proteine und essenzielle Aminosäuren: Sie werden unter anderem für Muskeln, Organe und zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt.
  • Fettsäuren: Sie spielen beispielsweise für Haut, Fell und Zellfunktionen eine wichtige Rolle.
  • Vitamine: Sie übernehmen zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel und müssen bedarfsgerecht zugeführt werden.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Dazu zählen beispielsweise Calcium, Phosphor, Zink, Eisen und Jod.

Diese Nährstoffe müssen nicht zwingend aus Fleisch stammen. Je nach Zusammensetzung des Futters können geeignete pflanzliche Zutaten sowie gezielte Ergänzungen dazu beitragen, den Bedarf zu decken.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem Alleinfuttermittel und einem Ergänzungsfuttermittel. Ein als Alleinfuttermittel ausgewiesenes Produkt ist dafür vorgesehen, bei Fütterung entsprechend den Herstellerangaben den Nährstoffbedarf des Hundes zu decken. Ergänzungsfuttermittel sind dagegen nicht dafür gedacht, allein die vollständige Ernährung sicherzustellen.

Auch bei einem Alleinfuttermittel lohnt es sich, auf die Qualität der Rezeptur und die fachliche Kompetenz des Herstellers zu achten. Denn eine behördliche Überprüfung findet in der Regel nicht statt.

Kann veganes Futter bei Futtermittelallergien helfen?

Manche Hunde reagieren auf bestimmte Bestandteile ihres Futters mit Beschwerden. Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Nahrungsbestandteile, häufig auf tierische Proteine. Daher zählen sie zu den Hauptallergenen des Hundes.

Mögliche Anzeichen sind beispielsweise anhaltender Juckreiz, Hautprobleme oder Magen-Darm-Beschwerden. Diese Symptome können allerdings auch andere Ursachen haben. Eine verlässliche Diagnose sollte deshalb tierärztlich erfolgen.

Bei einer nachgewiesenen Futtermittelallergie kann es sinnvoll sein, die auslösenden Proteinquellen zu vermeiden. Ein geeignetes veganes Futter kann dabei eine mögliche Option sein, sofern es die ernährungsphysiologischen Anforderungen erfüllt und keine relevanten Allergene enthält.

Wichtig: Nicht jede Futtermittelallergie lässt sich durch den Wechsel auf veganes Futter lösen. Entscheidend ist, auf welche Bestandteile der Hund reagiert. Bei einer diagnostischen Ausschlussdiät sollte die Futterauswahl deshalb tierärztlich oder mit einer entsprechend qualifizierten Fachperson abgestimmt werden.

Worauf sollten Hundehalter bei veganer Fütterung achten?

Wer seinen Hund vegan ernähren möchte, sollte einige grundlegende Punkte berücksichtigen.

  1. Ein geeignetes Alleinfuttermittel wählenDas Futter sollte ausdrücklich für Hunde und für die jeweilige Lebensphase geeignet sein. Ein selbst zusammengestellter Napf aus Gemüse, Reis und Hülsenfrüchten reicht in der Regel nicht aus, um den gesamten Nährstoffbedarf zu decken.
  2. Die Lebensphase berücksichtigenWelpen und heranwachsende Hunde haben andere Anforderungen als ausgewachsene Tiere. Auch Trächtigkeit, Laktation, Erkrankungen und besondere körperliche Belastungen können die Versorgung beeinflussen. Gerade bei wachsenden Hunden ist eine fachkundige Begleitung besonders wichtig.
  3. Den Gesundheitszustand im Blick behaltenGewicht, Körperkondition, Verdauung, Haut, Fell und allgemeines Verhalten können Hinweise darauf geben, wie gut ein Futter vertragen wird. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
  4. Futterumstellungen sorgfältig planenEine Umstellung sollte in einem Tempo erfolgen, das der Hund gut verträgt. Häufig bietet es sich an, das neue Futter schrittweise unter das bisherige zu mischen und die Menge nach und nach zu erhöhen. Bei bekannten Erkrankungen oder Unsicherheiten ist eine tierärztliche Begleitung sinnvoll.
  5. Nicht auf eigene Faust ergänzenZusätzliche Präparate sind nicht grundsätzlich notwendig, wenn ein geeignetes Alleinfuttermittel korrekt gefüttert wird. Ungezielte Ergänzungen können die Nährstoffversorgung sogar aus dem Gleichgewicht bringen. Bei selbst zusammengestellten Rationen sollte die Rezeptur fachlich berechnet und überprüft werden.

Warum entscheiden sich Menschen für vegane Hundeernährung?

Die Beweggründe sind unterschiedlich. Manche Hundehalter möchten bestimmte tierische Proteinquellen vermeiden, etwa im Zusammenhang mit einer Futtermittelallergie. Andere beschäftigen sich mit den ökologischen Auswirkungen verschiedener Fütterungsformen. Denn pflanzliches Hundefutter kann – abhängig von Zutaten und Herstellung – mit einer geringeren Umweltbelastung verbunden sein.

Für Menschen, die aus ethischen Gründen vegan leben, stellt sich außerdem die Frage, ob sich Tierleid auch bei der Ernährung ihres Hundes vermeiden lässt.

Das Wohl des eigenen Hundes spielt bei all diesen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Ethische und ökologische Ziele lassen sich damit vereinbaren, wenn ein bedarfsdeckendes Futter gefunden wird, das dem Hund schmeckt und gut von ihm vertragen wird.

Fazit: Informiert entscheiden und das Wohl des Hundes im Blick behalten

Hunde müssen nicht zwingend Fleisch bekommen, um mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt zu werden. Eine vegane Ernährung kann eine Möglichkeit sein – vorausgesetzt, das Futter ist sorgfältig zusammengesetzt und auf die Bedürfnisse des jeweiligen Hundes abgestimmt.

Deshalb sind eine fundierte Futterauswahl, eine kritische Prüfung der Herstellerangaben und bei Bedarf tierärztliche Beratung besonders wichtig.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Erkrankungen, Verdacht auf eine Futtermittelallergie oder Fragen zur individuellen Nährstoffversorgung sollte fachlicher Rat eingeholt werden.

Können Hunde vegan ernährt werden, ohne dass ihnen wichtige Nährstoffe fehlen? Wir erklären, worauf es bei pflanzlichem Hundefutter ankommt, welche Rolle Alleinfuttermittel spielen und was Hundehalter bei einer Futterumstellung beachten sollten.
Teile diesen Beitrag:

Neueste Beiträge

Verpasse keine Tierrechte News mehr!

Abonniere unseren Newsletter und bleibe auf dem Laufenden

Förderung betreuter Taubenschläge nach dem ,,Augsburger Modell" in Baden-Württemberg

Unsere Städte in Baden-Württemberg sind überfüllt mit hunderttausenden von Stadttauben, Teile der Bevölkerung fühlen sich belästigt, aber die betroffenen Kommunen und Vereine haben nicht die nötigen Mittel und ein nachhaltiges und erfolgreiches Taubenmanagement mit betreuten Tabenschlägen nach dem Augsburger Modell zu praktizieren. Mit Hilfe einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg könnte dieses große Problem gelöst werden. 

In regelmäßigen Abständen erreichen unseren Verein Bitten von Bürger*innen, sie bei der Umsetzung eines tierschutz-adäquaten Stadttaubenmanagements zu unterstützen. Einerseits sehen viele Gemeinden die Stadttaubensituation als Störfaktor, andererseits gibt es wenig Bereitschaft, da die Mittel fehlen, sich der Situation angemessen anzunehmen.

Dabei ist die einzige wirksame und tierschutzgerechte sowie auch tierschutzrechtlich akzeptable Methode, um Taubenpopulationen auf Dauer zu verkleinern bzw. auf einer überschaubaren Zahl zu halten die Einrichtung betreuter Taubenschläge nach dem Augsburger Modell an geeigneten Plätzen, an denen die Tiere mit artgerechtem Futter sowie Wasser versorgt und an den Ort gebunden werden (1). Dadurch nimmt die Präsenz der Futterschwärme in der Stadt ab. In den Taubenschlägen können unkompliziert die Eier gegen Gipsatrappen getauscht werden und es kann somit die Taubenpopulationkontrolliert werden indem sie zunächst verringert und dann auf einem akzeptablen Niveau gehalten wird. 

Die bevorzugte Nahrung von (Stadt-)Tauben besteht hauptsächlich aus Körnern und Samen, die in den Städten kaum vorhanden sind. Stadttauben können Ähren nicht entspelzen, was verhindert, dass sie – wie landläufig fälschlicher Weise angenommen wird – zum “Feldern” ins Umland fliegen und wie Wildvögel auf Wiesen und auf Feldern Nahrung aufnehmen können. Somit haben die Tauben keine Möglichkeit, in Städten an artgerechtes Futter zu gelangen. Sie sind darauf angewiesen, sämtliche Abfälle der Menschen zu essen, die sie auffinden können. Dies führt auch zu einem vermehrten Absatz des flüssigen Hungerkots, in dessen Folge es zu einer vermehrten Verschmutzung der Innenstädte kommt, von der sich Teile der Bevölkerung belästigt fühlen. Werden die Tiere artgerecht gefüttert, kann diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werden. Zudem fördern hohe Populationsdichten von Stadttauben das Auftreten von Taubenspezifischen Infektionskrankheiten– die zwar für den Menschen kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen, die Tiere jedoch schwächen und zu erheblichen Leiden bis hin zum Verenden führen können.

In vielen Kommunen existieren ordnungsrechtliche Fütterungsverbote, die nur bei vorhandenem Stadttaubenmanagement rechtskonform sind.

In betreuten Taubenschlägen bekommen die Tiere ausreichend artgerechtes Futter, zudem können sie dort Paare bilden und brüten. Ihre Eier werden gegen Attrappen aus Gips ausgetauscht, sodass die Tiere weiter an ihr Nest gebunden bleiben, aber keine Küken aufziehen werden.

Einem Gutachten (Arleth C., Hübel J.: Rechtsgutachten Stadttaubenschutz.) zufolge handelt es sich bei Stadttaubenum Fundtiere (2). Die heutigen Stadttauben sind die Nachfahren von einst ausgesetzten Haustieren. Diese Tiere sind nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, da der Mensch sie im Laufe der Domestizierung über Jahrtausende in seine Abhängigkeit züchtete. Daher haben Kommunen die Pflicht zur Lösung dieser dauerhaften menschengemachten tierschutzrechtlichen Herausforderung.

Trotzdem sind es meistens Privatpersonen, die die Kosten für die Anschaffung eines Taubenschlages (bspw. ein Bauwagen, Container o.ä.) und das Futter tragen. 

Beispielsweise stellt die Landestierschutzbeauftragte von Berlin, Frau Dr. Kathrin Hermann, zu diesem Zweck Gelder aus dem Berliner Haushalt zur Verfügung. Dieses kann von den Bezirken für den Bau von Pilot-Taubenschlägen abgerufen werden. Um die Mittel zielgerichtet einsetzen zu können, sollten folgende drei Anforderungen erfüllt sein:

1. EIn geeigneter Standort; 

2. die Sicherstellung der Betreuung des Taubenschlages; 

3. ein(e) Ansprechpartner*in innerhalb der Bezirksverwaltung.

 

Die Errichtung betreuter Taubenschlägen an geeigneten Standorten nach dem Augsburger Modell, in denen Tauben artgerechtes Futter angeboten und Eier durch Attrappen ausgetauscht werden, ist die einzig tierschutzgerechte und zu gleich die erfolgversprechendste und nachhaltigste Möglichkeit, die Stadttaubenpopulation deutlich zu verringern,  Tierleid zu vermeiden und die Kosten der Städte im Hinblick auf Reinigungs- und Vergrämungsmaßnahmen deutlich zu senken. Auch werden die Bürger*innen stark entlastet – die Bürgerbeschwerden entfallen. Der Bau von betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell wird auch vom Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen beschrieben: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019 (4), und wurde auch in den – mittlerweile veralteten – Empfehlungen des Landestierschutzbeirats Baden-Württemberg zur Regulierung der Taubenpopulation in Städten, herausgegeben vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Jahr 2005, beschrieben.

 

Kosten für 1 Taubenschlag ca. 500 Tauben
Bau Taubenschlag inclusive Innenausstattung ca. 25.000,- €

Betreuungs- und Versorgungskosten jährlich ca. 15.000,- €

Bisher sind keine Fördermittel für gemeinnützige Taubenvereine und Kommunen im Haushalt des Landes vorgesehen. 

Zukünftig sollten, wie seit 2022 auch im Land Niedersachsen, Haushaltsmittel für die Errichtung und die Unterhaltung betreuter Taubenschläge bereitgestellt werden, die eingetragene Tierschutzorganisationen und Gemeinden in Baden-Württemberg unterstützen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition, bitten Sie als zuständigen Minsister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz daher um Förderung dieser wichtigen Maßnahme zur Eindämmung der Taubenpopulationen in den Kommunen. 

Wir ersuchen dabei um die Förderung des Baus von betreuten Taubenschlägen nach dem Ausburger Modell, der Einrichtung von betreuten Futterplätzen für die noch nicht an einen Schlag gebundenen “noch-obdachlosen” Tauben oder für Areale, in denen ein Bedarf herrscht, jedoch Taubenschläge aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht einrichtbar sind, sowie die Übernahme der laufenden Kosten für die Betreibung, einschließlich der Pflege, ggf. tiermedizinischen Versorgung und des artgerechten Futters in den Taubenschlägen ebenso wie an den betreuten Futterplätzen.

Zudem fordern wir eine Verpflichtung aller Kommunen mit höherer Stadttaubendichte zur Errichtung von Taubenschlägen – bedarfsweise in Verbindung mit betreuten Futterplätzen – zur Populationskontrolle und Fütterung der Tiere, um das Leid der Tiere zu vermindern, öffentliche Kosten zu senken, Bürgerbeschwerden abzuwenden, und letztlich damit eine großflächige Populationskontrolle in Baden-Württemberg zu erreichen.

Diese Maßnahmen der Bestandskontrolle, artgerechten Fütterung sowie Unterbringung der Tauben gem. dem Augsburger Modell würden dazu beitragen, den “ethischen Tierschutz” in Baden-Württemberg zu verwirklichen. Dieser erlangte bereits vor über 20 Jahren mit Zweidrittelmehrheiten des Bundesrates und des Bundetags Verfassungsrang durch die Implementierung des “Staatsziels Tierschutz” in Artikel 20a Grundgesetz im Jahre 2002. Gemäß amtlicher Begründung des Bundestags trägt dies „dem Gebot eines sittlich verantworteten Umgangs des Menschen mit dem Tier Rechnung“ (5). „Daraus folgt die Verpflichtung, Tiere in ihrer Mitgeschöpflichkeit zu achten und ihnen vermeidbare Leiden zu ersparen.“ Die Staatszielbestimmung ruft insbesondere die Legislative und Exekutive dazu auf, die Belange und den Schutz der Tiere zu verwirklichen. Es geht beim Staatsziel Tierschutz um nicht weniger, als den Schutz der Tiere vor nicht artgemäßer Haltung, vermeidbaren Leiden, Zerstörung ihrer Lebensräume und ihrer Achtung als unsere Mitgeschöpfe.

Ein auch für andere Bundesländer wegweisender Umgang mit den Stadttauben entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (einschlägig sind hier die Paragraphen 1, 2 und 17), sowie des ethischen Tierschutzes in Umsetzung der Staatszielbestimmung wäre zeitgemäß und Baden-Württemberg soll hier eine Vorreiterrolle einehmen und vorbildhaft für andere Bundesländer den ethischen Tierschutz verwirklichen.

 

Anhang

Definition Stadttauben

Sog. Stadttauben (Columba livia forma domestica) sind Nachkommen von Haustauben wie Brief-, Hochzeits- oder sonstige Zuchttauben, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Taubenschlag zurückgefunden und sich einer Stadttaubenpopulation angeschlossen haben. 
Tauben wurden früher als Nutztiere gehalten (als Fleisch-, Eier- und Düngerlieferanten oder als sog. Brieftauben zur Übermittlung von Nachrichten), als sie dann nicht mehr gebraucht wurden, wurden viele Taubenschläge geschlossen. Es handelt sich bei den Stadttauben somit nicht um Wildtiere, sondern um obdachlose Haustiere. Sie wurden über Jahrtausende vom Menschen domestiziert. Diese Domestikation ist nicht mehr umkehrbar(vgl. Rechtsgutachten von Dr. jur. Christian Arleth/Dr. med. vet. Jens Hübel, (2))

Augsburger Modell

99 % der Städte mit Taubenmanagement in Deutschland entscheiden sich für das nachgewiesen erfolgreiche Augsburger Modell. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch Zählung derausgetauschten Eier in einem Schlag, dem Sinken der Reinigungskosten auf privatem und öffentlichem Gelände und dem Ausbleiben von Beschwerden der Bürger und Gewerbetreibenden (Einzelhandel, Bäckereien, Gastronomen). Dies ist mit Abstand die erfolgreichste, effektivste, nachhaltigste, tierschutzkonformste und kostengünstigste Lösung für die Kommunen. 

Die Umsetzung des Konzepts basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen und praktischen Erfahrungen von vielen verschiedenen Kommunen und wird als alleiniges Konzept vom zuständigen Ministerium in Baden-Württemberg empfohlen. 

Ziel des Augsburger Models ist die Reduktion der Population durch Eiaustausch. Sobald die Tauben – nach einer Phase des schrittweisen „Hineinlotsens“ der Tiere in den Taubenschlag – im Schlag angesiedelt sind, verbringen sie 80 % des Tages im Schlag und setzen somit den Hauptteil des Kotes im Schlag ab, der einfach und hygienisch entfernt werden kann. Die Tauben müssen nicht zur Nahrungssuche auf die Straßen und in die Fußgängerzonen. Die Fußgänger und die Gastronomie werden nicht mehr belästigt und die Reinigung der umliegenden Häuser und Straßen von Taubenkot entfällt.

Vorteile Taubenschlag, nach dem Augsburger Modell:

  • Durch den Eiertausch im Schlag wird eine Vermehrung der Tauben verhindert, die Population nimmt ab;
  • Tauben befinden sich 80 % des Tages im Schlag. Der Kot bleibt im Schlag und kann mühelos entfernt werden;
  • Tauben sitzen nur noch selten und vereinzelt auf den Dächern und Balkonen, sie sind auf öffentlichen Flächen, Märkten und den Außenflächen der Gastronomiebetriebe nicht mehr Nahrungs-suchend anzutreffen.
  • Das Leid der Tiere wird vermindert und deren Gesundheit und Wohlbefinden verbessert. (Vgl. dazu den Grundsatz des Tierschutzgesetzes in § 1 Satz 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. […]”)

 

Quellen

(1) Weyrather, A. (2021, Hrsg. Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.: Grundlagen für ein effizientes, tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in deutschen (Groß)Städten. Eine Handreichung für die Praxis; https://www.tierrechte.de/wp-content/uploads/2021/09/2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf

(2) Arleth C., Hübel J. (2021): Rechtsgutachten Stadttaubenschutz. Hrsg.: Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskiminierung ,Hier kostenlos herunterladen.

(3) Landestierschutzbeauftragte Berlin: Bau von Pilot-Taubenschlägen in Berliner Bezirken, https://www.berlin.de/lb/tierschutz/tauben/artikel.1290446.php

(4) Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019. https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/service/publikationen_downloads/tiergesundheit-tierschutz-5295.html

 (5) Bundestags-Drucksache14/8860 vom 23.04.2002 https://dserver.bundestag.de/btd/14/088/1408860.pdf

 

Für die fachliche Unterstützung bei der Ausarbeitung dieser Petition bedanken wir uns bei:

Dr. Norbert Alzmann, Biologe und Bioethiker

Antje Konz, Inhaberin der Firma VitaGood

Dr. Julia Stubenbord, Landestierschutzbeauftragte Baden-Württemberg