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Abschussfreigabe im Schwarzwald: Warum die Tötung dieses Wolfs nicht gerechtfertigt ist

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat eine Ausnahmegenehmigung erteilt, um den im Nordschwarzwald lebenden Wolfsrüden GW2672m zu töten.

Als Begründung nennt das Ministerium wiederholte Annäherungen an Menschen und Hunde „bis auf wenige Meter“, insbesondere während der Paarungszeit. Aggressiv sei der Wolf dabei nicht gewesen, er habe aber „nur wenig Scheu“ gezeigt. 

Als Tierrechtsorganisation lehnen wir diese Abschussfreigabe entschieden ab.

Gerade weil diese Entscheidung weitreichend ist, haben wir Akteneinsicht nach Informationsfreiheitsrecht beantragt (Landes-IFG/Umweltinformationsrecht), um nachvollziehen zu können, welche konkreten Vorfälle zugrunde liegen, welche Alternativen geprüft wurden und wie die Behörde die Risiken tatsächlich bewertet hat.

Was genau wird behauptet?

Nach Darstellung des Umweltministeriums hat sich der Wolf in jüngerer Vergangenheit wiederholt Menschen und insbesondere Menschen mit Hunden auf sehr kurze Distanz genähert, ohne aggressiv zu sein. 

Zudem verweist das Ministerium auf zunehmenden „Wolfstourismus“: Menschen würden gezielt die Nähe des Wolfs suchen, ihn anlocken, um Fotos oder Videos zu machen – dadurch steige das Risiko, dass der Wolf seine Distanz verliert und „möglicherweise gefährliche Situationen“ nicht mehr auszuschließen seien.  

Das Ministerium teilt außerdem mit, man habe bereits seit Mitte 2024 versucht, den Wolf zu fangen und zu besendern, um anschließend gezielt zu „vergrämen“ (also ihm Distanz anzutrainieren). Diese Fangversuche seien erfolglos geblieben. 

Als Grundlage wird auf den baden-württembergischen Managementplan verwiesen, der bei wiederholten Annäherungen unter 30 Metern nach Dokumentation/Analyse und erfolgloser Vergrämung als „letztes Mittel“ die Tötung vorsieht. 

Töten ist keine legitime Antwort auf Nähe

Wölfe leben nicht in einer unberührten Wildnis, sondern in Kulturlandschaften, die von Straßen, Siedlungen, Forstwegen und Freizeitnutzung durchzogen sind. Begegnungen sind dort unvermeidlich. Wer in solchen Räumen lebt, kann nicht allein aufgrund von Sichtungen oder Distanzen zum Abschuss freigegeben werden.

Die entscheidende Frage muss immer lauten:
Rechtfertigt das beobachtete Verhalten die Tötung eines Tieres?
Nach allem, was bislang öffentlich bekannt ist, lautet die Antwort: Nein.

Annäherung ist nicht automatisch „Gefahr“.

Selbst das Umweltministerium schreibt, der Wolf sei nicht aggressiv gewesen.
Damit bleibt die entscheidende Frage offen: Welche konkreten Situationen lagen vor?
„Sichtungen“ oder „kurze Distanz“ sind als Schlagworte zu unpräzise, um eine Tötung zu rechtfertigen – relevant sind Kontext und Verlauf:

  • Wer hat sich wem genähert?

  • Gab es Fluchtverhalten?

  • Gab es Fütterung/Anlocken durch Menschen?

  • Wie oft und unter welchen Bedingungen traten Situationen auf?

Solange das nicht transparent belegt ist, bleibt die Entscheidung angreifbar – fachlich und rechtlich.

Menschliches Fehlverhalten wird auf das Tier abgewälzt

Symbolbild: Menschen beobachten und fotografieren einen Wolf. Solcher sogenannter „Wolfstourismus“ kann dazu beitragen, dass Wildtiere ihre natürliche Distanz verlieren – mit fatalen Folgen für die Tiere.

Besonders schwer wiegt, dass das Ministerium selbst auf sogenannten „Wolfstourismus“ verweist: Menschen, die gezielt die Nähe des Wolfs suchen, ihn verfolgen oder anlocken, um Fotos oder Videos zu machen.

Wenn Menschen ein Wildtier bedrängen, anlocken oder seine Distanz systematisch untergraben, liegt das Problem beim Menschen – nicht beim Tier.

Die Tötung des Wolfs würde dieses Fehlverhalten nicht unterbinden, sondern faktisch belohnen:
Der Wolf bezahlt mit seinem Leben für eine Situation, die Menschen verursacht haben.

Ein verantwortungsvoller Umgang hätte andere Konsequenzen:

  • konsequentes Vorgehen gegen Anlocken und Störungen

  • klare Verbote, Kontrollen und Sanktionen

  • Besucherlenkung und Schutz sensibler Bereiche

  • Information vor Ort (Schilder, Ranger-Präsenz)

All das richtet sich an diejenigen, die Verantwortung tragen: uns Menschen.
Nicht an das Tier.

Töten als „letztes Mittel“ – ohne transparente Prüfung?

Das Umweltministerium verweist darauf, dass Fang- und Besenderungsversuche erfolglos geblieben seien und deshalb der Abschuss als „letztes Mittel“ vorgesehen sei.

Doch eine solche Behauptung reicht nicht aus, um die Tötung eines Tieres zu legitimieren.

Entscheidend ist nicht, ob einzelne Maßnahmen gescheitert sind, sondern:

  • welche Alternativen insgesamt geprüft wurden

  • ob menschliche Ursachen wirksam adressiert wurden

  • und ob tatsächlich alle milderen Mittel ausgeschöpft wurden

Solange diese Punkte nicht transparent und nachvollziehbar belegt sind, bleibt die Entscheidung ethisch und rechtlich hochproblematisch.

Was wir jetzt tun: Akteneinsicht und Prüfung der Entscheidungsgrundlagen

Wir haben Akteneinsicht beantragt, um u. a. folgende Punkte zu prüfen:

  • Dokumentation der behaupteten Annäherungen (Zeit, Ort, Distanz, Verhalten von Wolf und Menschen/Hunden, Zeugen, Belege)

  • Risikobewertung: Welche konkrete Gefährdungslage wurde angenommen – und worauf stützt sie sich?

  • Alternativen: Welche milderen Mittel wurden geprüft/umgesetzt (inkl. Besucherlenkung und Durchsetzung gegen Anlocken)?

  • Verhältnismäßigkeit: Warum soll ausgerechnet die Tötung erforderlich sein, obwohl das Ministerium selbst keine Aggressivität beschreibt?

Ein „Wolfsmanagement“, das bei Problemen zuerst über Tötung spricht, setzt die falschen Anreize: Es beruhigt kurzfristig Debatten, löst aber keine Ursachen – und es trifft am Ende denjenigen, der sich nicht verteidigen kann: das Tier.

 

Wir stellen uns grundsätzlich gegen das Töten von Tieren als politisches „Lösungsinstrument“.
Ein Umgang mit Wildtieren, der bei Konflikten zur Tötung greift, verschiebt Verantwortung systematisch vom Menschen auf das Tier – und spricht ihm seinen Eigenwert als Lebewesen ab.

Für uns ist klar:
Das Leben eines einzelnen Tieres ist nicht weniger wert, nur weil es politisch oder medial unbequem wird.

Wir müssen lernen, mit Wildtieren zu leben – nicht sie zu töten.

Wölfe sind fühlende Individuen. Ihr Leben ist kein politisches Verhandlungsinstrument.

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Förderung betreuter Taubenschläge nach dem ,,Augsburger Modell" in Baden-Württemberg

Unsere Städte in Baden-Württemberg sind überfüllt mit hunderttausenden von Stadttauben, Teile der Bevölkerung fühlen sich belästigt, aber die betroffenen Kommunen und Vereine haben nicht die nötigen Mittel und ein nachhaltiges und erfolgreiches Taubenmanagement mit betreuten Tabenschlägen nach dem Augsburger Modell zu praktizieren. Mit Hilfe einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg könnte dieses große Problem gelöst werden. 

In regelmäßigen Abständen erreichen unseren Verein Bitten von Bürger*innen, sie bei der Umsetzung eines tierschutz-adäquaten Stadttaubenmanagements zu unterstützen. Einerseits sehen viele Gemeinden die Stadttaubensituation als Störfaktor, andererseits gibt es wenig Bereitschaft, da die Mittel fehlen, sich der Situation angemessen anzunehmen.

Dabei ist die einzige wirksame und tierschutzgerechte sowie auch tierschutzrechtlich akzeptable Methode, um Taubenpopulationen auf Dauer zu verkleinern bzw. auf einer überschaubaren Zahl zu halten die Einrichtung betreuter Taubenschläge nach dem Augsburger Modell an geeigneten Plätzen, an denen die Tiere mit artgerechtem Futter sowie Wasser versorgt und an den Ort gebunden werden (1). Dadurch nimmt die Präsenz der Futterschwärme in der Stadt ab. In den Taubenschlägen können unkompliziert die Eier gegen Gipsatrappen getauscht werden und es kann somit die Taubenpopulationkontrolliert werden indem sie zunächst verringert und dann auf einem akzeptablen Niveau gehalten wird. 

Die bevorzugte Nahrung von (Stadt-)Tauben besteht hauptsächlich aus Körnern und Samen, die in den Städten kaum vorhanden sind. Stadttauben können Ähren nicht entspelzen, was verhindert, dass sie – wie landläufig fälschlicher Weise angenommen wird – zum “Feldern” ins Umland fliegen und wie Wildvögel auf Wiesen und auf Feldern Nahrung aufnehmen können. Somit haben die Tauben keine Möglichkeit, in Städten an artgerechtes Futter zu gelangen. Sie sind darauf angewiesen, sämtliche Abfälle der Menschen zu essen, die sie auffinden können. Dies führt auch zu einem vermehrten Absatz des flüssigen Hungerkots, in dessen Folge es zu einer vermehrten Verschmutzung der Innenstädte kommt, von der sich Teile der Bevölkerung belästigt fühlen. Werden die Tiere artgerecht gefüttert, kann diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werden. Zudem fördern hohe Populationsdichten von Stadttauben das Auftreten von Taubenspezifischen Infektionskrankheiten– die zwar für den Menschen kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen, die Tiere jedoch schwächen und zu erheblichen Leiden bis hin zum Verenden führen können.

In vielen Kommunen existieren ordnungsrechtliche Fütterungsverbote, die nur bei vorhandenem Stadttaubenmanagement rechtskonform sind.

In betreuten Taubenschlägen bekommen die Tiere ausreichend artgerechtes Futter, zudem können sie dort Paare bilden und brüten. Ihre Eier werden gegen Attrappen aus Gips ausgetauscht, sodass die Tiere weiter an ihr Nest gebunden bleiben, aber keine Küken aufziehen werden.

Einem Gutachten (Arleth C., Hübel J.: Rechtsgutachten Stadttaubenschutz.) zufolge handelt es sich bei Stadttaubenum Fundtiere (2). Die heutigen Stadttauben sind die Nachfahren von einst ausgesetzten Haustieren. Diese Tiere sind nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, da der Mensch sie im Laufe der Domestizierung über Jahrtausende in seine Abhängigkeit züchtete. Daher haben Kommunen die Pflicht zur Lösung dieser dauerhaften menschengemachten tierschutzrechtlichen Herausforderung.

Trotzdem sind es meistens Privatpersonen, die die Kosten für die Anschaffung eines Taubenschlages (bspw. ein Bauwagen, Container o.ä.) und das Futter tragen. 

Beispielsweise stellt die Landestierschutzbeauftragte von Berlin, Frau Dr. Kathrin Hermann, zu diesem Zweck Gelder aus dem Berliner Haushalt zur Verfügung. Dieses kann von den Bezirken für den Bau von Pilot-Taubenschlägen abgerufen werden. Um die Mittel zielgerichtet einsetzen zu können, sollten folgende drei Anforderungen erfüllt sein:

1. EIn geeigneter Standort; 

2. die Sicherstellung der Betreuung des Taubenschlages; 

3. ein(e) Ansprechpartner*in innerhalb der Bezirksverwaltung.

 

Die Errichtung betreuter Taubenschlägen an geeigneten Standorten nach dem Augsburger Modell, in denen Tauben artgerechtes Futter angeboten und Eier durch Attrappen ausgetauscht werden, ist die einzig tierschutzgerechte und zu gleich die erfolgversprechendste und nachhaltigste Möglichkeit, die Stadttaubenpopulation deutlich zu verringern,  Tierleid zu vermeiden und die Kosten der Städte im Hinblick auf Reinigungs- und Vergrämungsmaßnahmen deutlich zu senken. Auch werden die Bürger*innen stark entlastet – die Bürgerbeschwerden entfallen. Der Bau von betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell wird auch vom Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen beschrieben: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019 (4), und wurde auch in den – mittlerweile veralteten – Empfehlungen des Landestierschutzbeirats Baden-Württemberg zur Regulierung der Taubenpopulation in Städten, herausgegeben vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Jahr 2005, beschrieben.

 

Kosten für 1 Taubenschlag ca. 500 Tauben
Bau Taubenschlag inclusive Innenausstattung ca. 25.000,- €

Betreuungs- und Versorgungskosten jährlich ca. 15.000,- €

Bisher sind keine Fördermittel für gemeinnützige Taubenvereine und Kommunen im Haushalt des Landes vorgesehen. 

Zukünftig sollten, wie seit 2022 auch im Land Niedersachsen, Haushaltsmittel für die Errichtung und die Unterhaltung betreuter Taubenschläge bereitgestellt werden, die eingetragene Tierschutzorganisationen und Gemeinden in Baden-Württemberg unterstützen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition, bitten Sie als zuständigen Minsister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz daher um Förderung dieser wichtigen Maßnahme zur Eindämmung der Taubenpopulationen in den Kommunen. 

Wir ersuchen dabei um die Förderung des Baus von betreuten Taubenschlägen nach dem Ausburger Modell, der Einrichtung von betreuten Futterplätzen für die noch nicht an einen Schlag gebundenen “noch-obdachlosen” Tauben oder für Areale, in denen ein Bedarf herrscht, jedoch Taubenschläge aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht einrichtbar sind, sowie die Übernahme der laufenden Kosten für die Betreibung, einschließlich der Pflege, ggf. tiermedizinischen Versorgung und des artgerechten Futters in den Taubenschlägen ebenso wie an den betreuten Futterplätzen.

Zudem fordern wir eine Verpflichtung aller Kommunen mit höherer Stadttaubendichte zur Errichtung von Taubenschlägen – bedarfsweise in Verbindung mit betreuten Futterplätzen – zur Populationskontrolle und Fütterung der Tiere, um das Leid der Tiere zu vermindern, öffentliche Kosten zu senken, Bürgerbeschwerden abzuwenden, und letztlich damit eine großflächige Populationskontrolle in Baden-Württemberg zu erreichen.

Diese Maßnahmen der Bestandskontrolle, artgerechten Fütterung sowie Unterbringung der Tauben gem. dem Augsburger Modell würden dazu beitragen, den “ethischen Tierschutz” in Baden-Württemberg zu verwirklichen. Dieser erlangte bereits vor über 20 Jahren mit Zweidrittelmehrheiten des Bundesrates und des Bundetags Verfassungsrang durch die Implementierung des “Staatsziels Tierschutz” in Artikel 20a Grundgesetz im Jahre 2002. Gemäß amtlicher Begründung des Bundestags trägt dies „dem Gebot eines sittlich verantworteten Umgangs des Menschen mit dem Tier Rechnung“ (5). „Daraus folgt die Verpflichtung, Tiere in ihrer Mitgeschöpflichkeit zu achten und ihnen vermeidbare Leiden zu ersparen.“ Die Staatszielbestimmung ruft insbesondere die Legislative und Exekutive dazu auf, die Belange und den Schutz der Tiere zu verwirklichen. Es geht beim Staatsziel Tierschutz um nicht weniger, als den Schutz der Tiere vor nicht artgemäßer Haltung, vermeidbaren Leiden, Zerstörung ihrer Lebensräume und ihrer Achtung als unsere Mitgeschöpfe.

Ein auch für andere Bundesländer wegweisender Umgang mit den Stadttauben entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (einschlägig sind hier die Paragraphen 1, 2 und 17), sowie des ethischen Tierschutzes in Umsetzung der Staatszielbestimmung wäre zeitgemäß und Baden-Württemberg soll hier eine Vorreiterrolle einehmen und vorbildhaft für andere Bundesländer den ethischen Tierschutz verwirklichen.

 

Anhang

Definition Stadttauben

Sog. Stadttauben (Columba livia forma domestica) sind Nachkommen von Haustauben wie Brief-, Hochzeits- oder sonstige Zuchttauben, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Taubenschlag zurückgefunden und sich einer Stadttaubenpopulation angeschlossen haben. 
Tauben wurden früher als Nutztiere gehalten (als Fleisch-, Eier- und Düngerlieferanten oder als sog. Brieftauben zur Übermittlung von Nachrichten), als sie dann nicht mehr gebraucht wurden, wurden viele Taubenschläge geschlossen. Es handelt sich bei den Stadttauben somit nicht um Wildtiere, sondern um obdachlose Haustiere. Sie wurden über Jahrtausende vom Menschen domestiziert. Diese Domestikation ist nicht mehr umkehrbar(vgl. Rechtsgutachten von Dr. jur. Christian Arleth/Dr. med. vet. Jens Hübel, (2))

Augsburger Modell

99 % der Städte mit Taubenmanagement in Deutschland entscheiden sich für das nachgewiesen erfolgreiche Augsburger Modell. Die Erfolgskontrolle erfolgt durch Zählung derausgetauschten Eier in einem Schlag, dem Sinken der Reinigungskosten auf privatem und öffentlichem Gelände und dem Ausbleiben von Beschwerden der Bürger und Gewerbetreibenden (Einzelhandel, Bäckereien, Gastronomen). Dies ist mit Abstand die erfolgreichste, effektivste, nachhaltigste, tierschutzkonformste und kostengünstigste Lösung für die Kommunen. 

Die Umsetzung des Konzepts basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen und praktischen Erfahrungen von vielen verschiedenen Kommunen und wird als alleiniges Konzept vom zuständigen Ministerium in Baden-Württemberg empfohlen. 

Ziel des Augsburger Models ist die Reduktion der Population durch Eiaustausch. Sobald die Tauben – nach einer Phase des schrittweisen „Hineinlotsens“ der Tiere in den Taubenschlag – im Schlag angesiedelt sind, verbringen sie 80 % des Tages im Schlag und setzen somit den Hauptteil des Kotes im Schlag ab, der einfach und hygienisch entfernt werden kann. Die Tauben müssen nicht zur Nahrungssuche auf die Straßen und in die Fußgängerzonen. Die Fußgänger und die Gastronomie werden nicht mehr belästigt und die Reinigung der umliegenden Häuser und Straßen von Taubenkot entfällt.

Vorteile Taubenschlag, nach dem Augsburger Modell:

  • Durch den Eiertausch im Schlag wird eine Vermehrung der Tauben verhindert, die Population nimmt ab;
  • Tauben befinden sich 80 % des Tages im Schlag. Der Kot bleibt im Schlag und kann mühelos entfernt werden;
  • Tauben sitzen nur noch selten und vereinzelt auf den Dächern und Balkonen, sie sind auf öffentlichen Flächen, Märkten und den Außenflächen der Gastronomiebetriebe nicht mehr Nahrungs-suchend anzutreffen.
  • Das Leid der Tiere wird vermindert und deren Gesundheit und Wohlbefinden verbessert. (Vgl. dazu den Grundsatz des Tierschutzgesetzes in § 1 Satz 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. […]”)

 

Quellen

(1) Weyrather, A. (2021, Hrsg. Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.: Grundlagen für ein effizientes, tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in deutschen (Groß)Städten. Eine Handreichung für die Praxis; https://www.tierrechte.de/wp-content/uploads/2021/09/2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf

(2) Arleth C., Hübel J. (2021): Rechtsgutachten Stadttaubenschutz. Hrsg.: Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskiminierung ,Hier kostenlos herunterladen.

(3) Landestierschutzbeauftragte Berlin: Bau von Pilot-Taubenschlägen in Berliner Bezirken, https://www.berlin.de/lb/tierschutz/tauben/artikel.1290446.php

(4) Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen: Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation. Überarbeitete Fassung von 2019. https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/service/publikationen_downloads/tiergesundheit-tierschutz-5295.html

 (5) Bundestags-Drucksache14/8860 vom 23.04.2002 https://dserver.bundestag.de/btd/14/088/1408860.pdf

 

Für die fachliche Unterstützung bei der Ausarbeitung dieser Petition bedanken wir uns bei:

Dr. Norbert Alzmann, Biologe und Bioethiker

Antje Konz, Inhaberin der Firma VitaGood

Dr. Julia Stubenbord, Landestierschutzbeauftragte Baden-Württemberg