Am 19. März 2025 ereignete sich ein Vorfall, der die dringende Notwendigkeit einer bundesweiten Diskussion über den Umgang mit Stadttauben im öffentlichen Raum unterstreicht. Ein Linienbus überfuhr in einer Fußgängerzone eine Taube, die auf der Fahrbahn saß. Der Fahrer reduzierte weder die Geschwindigkeit noch machte er durch Hupen auf seine Annäherung aufmerksam. Dieser Vorfall, beobachtet vom sechsjährigen Sohn unserer Mitarbeiterin, wirft Fragen zur Sensibilisierung und Schulung von Fahrpersonal im Umgang mit Tieren im Straßenverkehr auf.
In einer Fußgängerzone saßen mehrere Stadttauben auf den Gleisen, die mit der Futtersuche beschäftigt waren. Obwohl die Tiere gut sichtbar waren, reduzierte der Busfahrer nicht die Geschwindigkeit und hupte auch nicht. Eine Taube geriet unter den Bus und wurde schwer verletzt. Man konnte hören, wie sie flatterte, während der Bus über sie hinwegrollte. Der Fahrer fuhr jedoch ohne Unterbrechung weiter und das Tier wurde somit ungebremst und in voller Länge des Busses überfahren.
Die Mitarbeiterin von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg ging zu der Taube, die noch lebte, ihren Kopf hob und mit den Flügeln schlug. Sie hatte massive Verletzungen, ihre Innereien waren aus dem Körper gequetscht und sie starb wenige Sekunden später. Der sechsjährige Sohn war dabei und stellte nach dem Vorfall immer wieder die Frage, warum der Busfahrer nicht gehupt oder langsamer gefahren ist.
Der Vorfall wurde dem zuständigen Verkehrsunternehmen gemeldet. In der Antwort wurde bedauert, dass es zu dem Vorfall gekommen ist, und darauf hingewiesen, dass die Fahrerinnen und Fahrer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sind und regelmäßig geschult werden. Zudem wurde betont, dass eine plötzliche Bremsung zu Gefährdungen der Fahrgäste oder Auffahrunfällen führen könnte. Dennoch bleibt die Frage offen, wie solche Situationen in Zukunft vermieden werden können.
Insbesondere in einer Fußgängerzone wäre es möglich gewesen, kurz zu hupen oder das Tempo zu reduzieren.
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es zu ähnlichen Situationen in verschiedenen Städten Deutschlands. Es ist an der Zeit, eine bundesweite Diskussion über den Umgang mit Stadttauben und anderen Tieren im urbanen Raum zu führen. Verkehrsunternehmen sollten klare Richtlinien entwickeln und ihr Fahrpersonal entsprechend schulen, um sowohl die Sicherheit der Fahrgäste als auch das Wohl der Tiere zu gewährleisten.
Stadttauben sind ein fester Bestandteil des urbanen Lebensraums in vielen deutschen Städten. Dennoch fehlt es oft an klaren Richtlinien und Schulungen für das Fahrpersonal im öffentlichen Nahverkehr, wie in solchen Situationen zu verfahren ist. Dies führt nicht nur zu vermeidbarem Tierleid, sondern kann auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigen.
Als die Mitarbeiterin von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg etwa zwei Stunden nach dem Vorfall nochmal ohne ihren Sohn zur Unfallstelle ging, war die Stadttaube bereits beseitigt und nur noch der große Blutfleck vom Titelbild dieses Beitrags war zu sehen. Die Fotos dürfen bei einer möglichen Berichterstattung gerne verwendet werden.
Foto der Unfallstelle: