Reiten
Reiten aus tierrechtlicher Perspektive
Reiten gilt für viele Menschen als beliebte Freizeitbeschäftigung, Sport und als Ausdruck einer besonderen Verbindung zwischen Mensch und Tier. Pferde begleiten den Menschen seit Jahrhunderten und sind fest in unserer Kultur verankert. Aus tierrechtlicher Sicht müssen wir uns aber folgende Frage stellen: Was bedeutet diese Form der Nutzung für die Pferde selbst – und entspricht sie ihren natürlichen Bedürfnissen?
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Leben und Bedürfnisse von Pferden
Pferde sind ursprünglich Bewohner offener Landschaften wie Steppen und weitläufiger Grasgebiete. Dort leben sie in sozialen Herdenverbänden, die aus festen Beziehungen, Rangordnungen und langfristigen Bindungen bestehen.
Als Fluchttiere sind Pferde darauf angewiesen, ihre Umgebung ständig wahrzunehmen und bei Gefahr schnell reagieren zu können. Sicherheit entsteht für sie vor allem durch Bewegungsfreiheit und das Leben in der Gruppe. Ihr Alltag ist geprägt von nahezu kontinuierlicher Bewegung. In freier Umgebung legen Pferde täglich viele Kilometer zurück – überwiegend im ruhigen Tempo. Parallel dazu nehmen sie über viele Stunden hinweg kleine Mengen Nahrung auf.
Aus dieser Lebensweise ergeben sich zentrale Bedürfnisse:
- Sozialkontakt zu Artgenossen
- Freie Bewegung über längere Zeiträume
- Selbstbestimmtes Verhalten (z. B. Tempo, Ruhephasen, Interaktionen)
- Kontinuierliche Nahrungsaufnahme
Diese Bedürfnisse sind grundlegend für das körperliche und psychische Wohlbefinden von Pferden.
Nutzung als Reit- und Sporttier: Strukturelle Probleme
Die Nutzung von Pferden im Reit- und Sportbereich steht im eklatanten Spannungsverhältnis zu diesen natürlichen Bedürfnissen. Viele Pferde werden in Haltungsformen gehalten, die ihre Bewegung einschränken und Sozialkontakte begrenzen, wie es bei der Boxenhaltung der Fall ist. In den letzten Jahren kam zwar mehr Bewegung in dieses Thema und es werden tiergerechtere Konzepte entwickelt (wie Herdenhaltung, Offen- und Bewegungsställe), doch diese stellen immer noch eine Ausnahme dar.
Das Einreiten eines Pferdes und das Gewöhnen an den Menschen auf seinem Rücken findet in den meisten Ställen unter Druck und Zwang statt. Wehrt sich das Tier, wird es bestraft. Beim Reiten trägt das Pferd das Gewicht des Menschen und führt gezielt dessen Vorgaben aus. Ein solches Training weist oft viele unnatürliche Abläufe auf, zu denen das Pferd gezwungen wird. Hinzu kommen körperliche Belastungen, die je nach Intensität zu gesundheitlichen, schwerwiegenden Problemen führen können.
Auch die psychische Belastung ist groß.
Tierrechtliche Kritik
Aus tierrechtlicher Perspektive liegt die grundlegende Kritik nicht nur in einzelnen Haltungs- oder Trainingsbedingungen, sondern in der Nutzung des Pferdes an sich. Pferde werden im Reitsport für menschliche Interessen eingesetzt – sei es für Freizeit, Leistung oder wirtschaftliche Zwecke. Dabei geraten ihre eigenen Bedürfnisse und ihr Recht auf ein selbstbestimmteres Leben in den Hintergrund.
In vielen Reitschulen lernen Anfänger das Reiten, indem sie direkt auf ein Pferd gesetzt werden und die Zügel in die Hand bekommen. Die Zügel haben über ein Metallgebiss eine direkte Verbindung zu dem empfindlichen Pferdemaul. Viele ausgediente Schulpferde haben körperliche Probleme und sind verhaltensauffällig oder verhaltensgestört.
Doch selbst bei Profis sieht es oft nicht besser aus: Skandale bei öffentlichen, fernsehübertragenen Turnieren haben für großes Aufsehen gesorgt: Pferde, die geschlagen werden, Pferde, die trotz blutender Wunden im Maul weiterhin zur Teilnahme gezwungen werden oder Pferde, die durch maßlose Überforderung und Gewalt gestorben sind.
Pferde leiden leise. Sie haben keinen spezifischen Schmerzlaut – das wäre als Fluchttier kontraproduktiv, da es Fressfeinde anlocken würde. Beobachtet man sie genau, sieht man, wie sie mit der Haut zucken, wenn nur eine kleine Fliege auf ihrem Fell landet. Sie sind genauso empfindsam wie du und ich.
Die zentrale Frage lautet daher: Ist es gerechtfertigt, ein fühlendes Lebewesen für die eigenen Ziele zu nutzen, wenn dies mit Einschränkungen, Belastungen, Druck und gar Schmerz verbunden ist? Die Antwort aus Tierrechtssicht lautet: selbstverständlich nicht!
Alternativen im Umgang mit Pferden
Ein respektvoller Umgang mit Pferden muss nicht zwangsläufig mit Reiten verbunden sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pferden zu begegnen, ohne sie als Reittiere zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise Formen der Bodenarbeit oder Freiarbeit, bei denen die Interaktion ohne Reitergewicht stattfindet. Auch die Beobachtung, Pflege und der Aufbau von Vertrauen können im Mittelpunkt stehen.
Eine Arbeit über positive Verstärkung ist ebenso möglich wie bei unseren Hunden und Katzen: fair, bedürfnisorientiert und bindungsorientiert. In manchen Fällen kann dies zu einer freundschaftlichen Duldung führen, wenn wir uns auf den Rücken des Pferdes setzen. Ein partnerschaftliches Reiten, etwa ohne klassische Trense mit Gebiss, ist jedoch nach wie vor eine seltene Ausnahme.
Pferde wollen wie jedes Lebewesen individuell körperlich und geistig ausgelastet werden. Wenn wir die Verantwortung für Pferde übernehmen, ist es unsere Aufgabe, für ein so tiergerechtes Leben wie nur möglich zu sorgen.
Fazit
Pferde sind soziale, bewegungsaktive Tiere mit komplexen Bedürfnissen, die sich nicht mit unserer Nutzung als Reit- und Sporttiere vereinbaren lassen – jedenfalls nicht so, wie es in allen möglichen Ställen auf der Welt als Normalität angesehen wird. Es ist ein grundlegendes Umdenken nötig!
Aus tierrechtlicher Sicht steht die Frage im Raum, ob der Mensch Pferde überhaupt nutzen sollte – und das wir den Umgang mit ihnen grundlegend revolutionieren müssen, sollte wohl klar sein. Ein bewussterer, respektvollerer Umgang stellt die Interessen der Tiere konsequent in den Mittelpunkt.
