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Erster Wolfswelpe in Baden-Württemberg überfahren - Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg fordert mehr Wildtierbrücken

2024-01-03 18:32

Am 25.12. gegen 20:20 Uhr wurde der erste Wolfswelpe in Baden-Württemberg überfahren. Ein Auto war kurz nach der Gemeinde Schluchsee auf der Bundesstraße 500 mit dem Wolf zusammengestoßen, als dieser über die Straße lief. Es gibt allein 250.000 tödliche Zusammenstöße mit großen Wildtieren jährlich in Deutschland, darunter 200.000 mit Rehen und 30.000 mit Wildschweinen. Das ist ein Unfall alle zweieinhalb Minuten. Und hier sind kleinere Arten wie Hasen noch nicht einmal eingerechnet.

Stuttgart, 28. Dezember 2023. An dem Tod des Welpen wird ein gängiges Problem in Deutschland deutlich. Wir lassen Wildtieren keinen Lebensraum. Wir zerschneiden ihre Lebensräume und machen mehr und mehr Natur kaputt. 99,4 % der Landschaft in Deutschland sind durch Menschen manipuliert, echte Natur findet sich also nur noch auf 0,6 % der Fläche. Und häufig zerstören wir die Natur nicht für wirklich notwendige Dinge. Wir bauen das X-te Einkaufszentrum, obwohl wir alle wissen, dass der Überkonsum unsere Erde massiv belastet - grundsätzlich sind wir dem Gedanken verfallen, jede Fläche nutzen zu müssen. Auch der massive Konsum von Tierprodukten beansprucht enorme Flächen. Für die Bedürfnisse der Wildtiere haben wir jegliches Gefühl verloren. Dabei gehört die Erde uns alllen und um langfristig auf ihr zu überleben, muss man sich ins Gesamtgefüge einfinden, ohne alles für sich zu beanspruchen.

,,Neben der Tatsache, dass wir den Tieren mehr Lebensraum lassen müssen, müssen wir auch für sichere Verkehrsübergänge sorgen. Wildtierbrücken in ausreichender Anzahl darf es nicht nur vereinzelt über Autobahnen geben, sondern sie sollten verpflichtend in regelmäßigen Abständen über Autobahnen und Landstraßen sein.”, so Julia Thielert, M.Sc. Animal Welfare Science, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. ,,Die vielen Unfälle sind nicht nur für die Tiere grausam, sondern stellen auch eine Gefahr für die Menschen dar. Auch die Jagd führt zu Panik bei den Wildtieren und kann das Risiko von Verkehrsunfällen erhöhen. Ebenso können Wildtiere durch Hunde oder Menschen aufgeschreckt werden. Daher ist es wichtig, ihnen ungestörten Raum zu lassen. Junge Wölfe wandern auf der Suche nach einem eignen Revier weite Strecken. Möglichkeiten, die zerschnittenen Naturlandschaften sicher zu überqueren, muss es sowohl für Wölfe als auch andere Wildtiere in ausreichender Anzahl geben.”

Was wir alle tun können, ist seltener bzw. bewusster Auto zu fahren. Oft lassen sich Tätigkeiten zusammenlegen oder auch mit dem Fahrrad erledigen. Öffentliche Verkehrsmittel sind ebenfalls ein guter Kompromiss. Manche brauchen daher vielleicht gar kein Auto. Weniger Verkehr wäre für die Tiere hilfreich. Doch auch die Art, wie man Auto fährt, spielt eine Rolle. Man muss auf der Landstraße im Dunkeln nicht 100 fahren, nur weil es erlaubt ist. Konzentriert fahren mit Aufmerksamkeit auf die Geschehnisse am Straßenrand sollte man ja sowieso. Auch tagsüber sind sowohl Stadt- als auch Ringeltauben häufig auf den Straßen unterwegs. Sie können nicht so schnell abheben wie andere Vögel. Leider sieht man sie regelmäßig überfahren auf den Straßen. Einige Unfälle ließen sich mit mehr Rücksicht sicher vermeiden.

Vielfach liest man im Zusammenhang mit dem Tod des Wolfswelpen auch, dass dies ein Beweis sei, dass die Tiere hier keinen Platz haben. Dabei teilen Tausende Wildtiere in Deutschland das Schicksal des Wolfes, sie schaffen es nur nicht in die Zeitung. Auch oft erwähnt wird die geplante Lockerung des Jagdrechts auf Wölfe durch die EU-Kommission. Dabei wird die Jagd die Konflikte mit den Wölfen, die bezeichnend für andere aktuelle Probleme auch zum Großteil aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung stammen, nicht lösen. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf hat im März 2020 veröffentlicht, wie adäquater Herdenschutz aussehen muss. Dabei ist eine Grundhöhe des elektrischen Zaunes von 120 cm als Mindestmaß angegeben. Schaut man sich dann Aufzeichnungen der Übergriffe an, sieht man, dass viele der Tiere scheinbar gar nicht geschützt gewesen sind oder mit einem Zaun von allerhöchstens 100 cm Höhe. Außerdem gibt es klare Empfehlungen über die Höhe der einzelnen Zaundrähte. So sollten es fünf Stück sein, auf einer Höhe von 20, 40, 60 und 90 cm. Dazu findet man meist keinerlei Angaben.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg trauert um den jungen Wolf, der das Schicksal so vieler Wildtiere in Deutschland teilen musste. Es ist traurig, dass selbst in der Weihnachtszeit so viel Hass in den sozialen Medien zum Tod des jungen Wolfes gestreut wurde. Vielen Menschen scheint auch in Zeiten des Klimawandels nicht klar zu sein, wie wichtig eine intakte Natur ist und dass der Wolf ein Teil der Natur Deutschlands ist. Sein Existenzrecht hat er bereits.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1983 für den Schutz und die Rechte der Tiere einsetzt. Durch Öffentlichkeitsarbeit macht der Verein Tierleid für die Bevölkerung sichtbar und zeigt Alternativen auf. Menschen für Tierrechte ist Mitglied im Landestierschutzbeirat Baden-Württemberg und seit 2016 sind die Menschen für Tierrechte einer der drei anerkannten Verbände für das Gesetz über Mitwirkungsrechte und das Verbandsklagerecht im Tierschutz (TierSchMVG).

 

Pressekontakt:

Julia Thielert

M.Sc. Animal Welfare Science

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V.

Bürozeiten:

Mo bis Fr von 09:30 - 13:30 Uhr

Tel: 0159/ 0611 0596

j.thielert@tierrechte-bw.de

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