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News - Leser

Briefvorlage zum Taubenfütterungsverbot

2020-12-29 10:59
Auf mehrfache Bitte hin veröffentlichen wir hier den Brief, welchen wir dem Oberbürgermeister von Stuttgart und dem Ordnungsamt gesendet haben. Sie dürfen den Brief gerne kopieren, bearbeiten und an Ihren Oberbürgermeister und das Ordnungsamt senden. Bitte achten Sie darauf, an entsprechender Stelle Ihre Stadt und den Ansprechpartner einzusetzen. Vielen Dank im Namen der Stadttauben.
 

Sehr geehrte/r ...,

Die aktuelle Corona-Situation ist für viele von uns eine schwierige Zeit. Schnell vergisst man in dieser, dass es nicht nur Menschen sind, die akut von Nöten betroffen sind. Auch die Nachfahren der einst ausgesetzten Haustiere, die Stadttauben, leiden unter leeren Straßen und damit nicht vorhandenem Futter. Diese Tiere sind nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, da der Mensch sie einst in seine Abhängigkeit züchtete. Nun ist es an uns, auch in schweren Zeiten die Verantwortung für unser einstiges Handeln zu übernehmen.

Da Tauben das ihnen vom Menschen angezüchtete Verhalten nicht ändern können, stehen wir in der Verantwortung, den Tauben zu helfen. Die einzige nachhaltige Lösung sind Taubenschläge, die in den Innenstädten in ausreichender Anzahl errichtet werden müssen. Den Tauben stehen darin artgerechtes Futter und Wasser sowie geeignete Brutplätze zur Verfügung. Durch den Austausch der Taubeneier mit Gipseiern erfolgt eine tierschutzgerechte und nachhaltige Kontrolle der Population. Hier sollten dringend konkrete Pläne aufgestellt werden.

Tauben wurden über Jahrhunderte vom Menschen zu leistungsfähigen Brutmaschinen gezüchtet, sodass sie selbst in den kalten Wintermonaten Fortpflanzung betreiben. Ob es die natürlichen Lebensbedingungen erlauben oder nicht, ist völlig egal. Dieses unnatürliche Verhalten hat der Mensch erschaffen. Bei frei lebenden Stadttauben wird die angezüchtete Vermehrung durch eine enorm hohe Jungensterblichkeit gebremst, etwa 90 Prozent der Jungtauben vollenden das erste Lebensjahr nicht. Das ist im Prinzip auch das eigentliche Ziel der Fütterungsverbote. Dass der Mangel an Nahrung Tauben nicht vom Brüten abhält, sondern eher das Gegenteil bewirkt, das wissen die Verantwortlichen. Aber man hofft dadurch die Taubeneltern zu schwächen, sodass sie ihre Jungen nicht mehr durchbringen können. Selbst eine ausgewachsene Stadttaube hat längst nicht mehr die von der Natur gegebene Lebenserwartung. Statt 10-12 Jahren sind es in der Regel höchstens 3. Da wir als Menschen dieses unnatürliche Verhalten erzeugt haben und damit auch für das Leid verantwortlich sind, welches dadurch entsteht, müssen wir humanere Lösungen finden als Jungvögel massenhaft sterben zu lassen.

Die natürliche Nahrung von Tauben besteht hauptsächlich aus Körnern und Samen, die in den Städten kaum vorhanden sind. Somit haben die Tauben keine Möglichkeit, in Städten an artgerechtes Futter zu gelangen, und sind darauf angewiesen, sämtliche Essensreste der Menschen zu fressen. Doch selbst diese finden sie in der aktuellen Situation nun kaum noch. Als kurzzeitige Lösung für die aktuelle Notsituation fordern wir daher eine Aufhebung des Fütterungsverbotes. Auch die aktuelle Krise hat der Mensch über uns gebracht, ebenso wie er am Schicksal der Tauben die Schuld trägt. Wir können nicht als Konsequenz aus unseren Fehlern hilflose Lebewesen leiden lassen. Eine humane Nation beschützt die Schwachen und übernimmt Verantwortung für ihr Handeln. Dazu gehört es, dass man ein empfindungsfähiges Wesen nicht qualvoll verhungern lässt, obwohl es so einfach wäre, zu helfen.

Sie entscheiden, ob die Stadt ... ihre Verantwortung erkennt und sich für Mitgefühl stark macht. Dazu gehört es, dass man ein empfindungsfähiges Wesen nicht qualvoll verhungern lässt, obwohl es so einfach wäre, zu helfen.

Mit freundlichen Grüßen,

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