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Leserbrief zu Ludwigsburger Dressurfestival

Leserbrief zu Artikel: Vorbereitungen für das Ludwigsburger Dressurfestival - Vor der Premiere des Festivals

Erschienen in der Ludwigsburger Kreiszeitung

22. September 2021



Pferde sind keine Sportgeräte

Vom 23. bis 26. September 2021 findet das Internationale Dressurfestival in Ludwigsburg statt. Die Stars der Dressur sollen bewundert werden können, eventuell sogar mit „einem Hauch von Tokio“, so die Veranstalter*innen auf der Website. Dass diese Stars nicht alle freiwillig an den sportlichen Präsentationen und Wettkämpfen teilnehmen, konnte man ebenfalls gut in Tokio beobachten. Die Bilder von der Trainerin Kim Raisner gingen um die Welt, als sie lauthals aufforderte, mal richtig draufzuhauen. So passt dieser angekündigte Hauch von Tokio gut in die Beschreibung des Events. Denn die Pferde nehmen im Gegensatz zu den Menschen nicht freiwillig daran teil und werden oft mit fragwürdigen Trainingsmethoden zu den widernatürlichen Vorführungen gezwungen.

In der Dressur müssen Pferde Haltungen und Gangarten annehmen, die mit ihrer natürlichen Bewegung nichts gemeinsam haben. Das geht schnell zulasten ihres Bewegungsapparates. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Rollkur, bei der der Kopf des Pferdes mithilfe der Zügel bis auf die Brust heruntergezogen wird. Das wirkt sich auf das Sehvermögen, die Haltung und die Atmung der Tiere aus und führt zu enormen Stress.

Auch Peitschen werden immer wieder eingesetzt. Man nutzt Peitschen, um die Tiere zu etwas zu bewegen, was diese eigentlich nicht tun möchten. Und warum sollten sie auch? Weder Dressur noch Springreiten oder Pferderennen entsprechen ansatzweise den natürlichen Verhaltensweisen eines Pferdes. Wie viel Leid geschieht, wenn die Kameras aus sind und für den nächsten Preis trainiert wird… man kann es nur erahnen.

Dass der Boden des Festivals besonders nachhaltig ist, möchten wir ebenfalls anzweifeln. Denn was hier nicht erwähnt wird; der Quarzsand (350 Tonnen) wurde mit 14 LKWs von Friesland nach Ludwigsburg gekarrt. Das dürfte die Ökobilanz deutlich in den Keller ziehen.





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